5 Jahre Lebenslügen

Wenn das kein Grund zum wilden Feiern ist: Vor 5 Jahren, am 4. Mai 2007, habe ich diesen Blog hier begonnen. In meinem ersten Artikel hab ich mich erst mal vorgestellt:

Guten Tag, liebe Leser.
Mein Name ist Dora Asemwald und ich führe ein virtuelles Leben. Wer sich dafür interessiert, kann sich hier auf dem Laufenden halten.

Ich werde bisweilen gefragt, ob ich “echt” sei. Das ist Ansichtssache. Ich jedenfalls halte mich selbst durchaus für real. Ich lasse mich gerne auf eine Diskussion über die Definition von Realität ein. Wer mich jedoch für eine Fälschung hält, soll andere Blogs lesen und mich in Ruhe lassen. Allen anderen wünsche ich viel Spaß im virtuellen Asemwald.

Liebe Grüße: Eure Dora

Seit dem sind über 400 Artikel dazu gekommen, seit Mai 2010 ist der Blog bei WordPress, welches emsig die Leser zählt. Fast 70.000 mal wurde seit dem der Blog oder ein Artikel angeklickt. Hier ein paar Geschichten aus der Statistik. Auf die Bilder klicken öffnet den Artikel.

Fast 10.000 mal Klicks gingen an den kleinen Artikel über ein peinliches T-Shirt. Der verpixelte Vollhorst hat Fotografen Martin Anner übrigens das Leben ganz schön schwer gemacht.

Mode scheint beliebt zu sein: Der zweitmeist gelesene Artikel meines Blogs mit 985 Lesern handelt von Rapid Prototyping Klamotten.

Am liebsten echauffiere ich mich darüber, für dumm verkauft zu werden. Der drittmeistgelesene Artikel mit 913 Lesern über total bekloppte Wahlplakate.

Platz 4: 719 Leser interessieren sich für Erdbahnhöfe, Protest und Parkschutz in Stuttgart.

Am meisten Ärger gabs mit diesem Artikel, und die zweitmeisten Kommentare (Platz 1: Tu ihn unten rein). Entsprechend hässlich ist die Illustration von mir.

Der längste Artikel: Reisebericht meiner Japanreise von 2007, den ich neu überarbeitet und zusammengefasst habe.

Der einzige gedruckt veröffentlichte Artikel (In der Kontext-Beilage der TAZ).

Meine fleisigste Kommentatorin: Puzzle, Platz 2: die leider verstorbene Lesende, Platz 3: Der Emil

Das häufigst geschaute Bild (Frank und Steff)

Der häufigst gelesene Artikel in meinem englischen Blog, den ich doch sehr vernachlässige.

Gibt es Leser, die auch einen Lieblingsartikel haben? Ich freue mich über Feedback!

Übrigens: Anfags war mein Blog bei blogger: asemwald.blogspot.de

Virtuelle Identität

Dieser Artikel ist zuvor in der Kontext Wochenzeitung erschienen, ist hier aber noch mal mit Links zu Quellen und weiterführenden Artikeln versehen. 

Die Musik, die wir hören, die Kleider, die wir tragen, die Bars, in die wir gehen – all das ist Teil unserer Identität, so nimmt man uns wahr. Weltweit und sofort, Internet sei Dank. Wir erschaffen unser Abbild in der virtuellen Welt, unsere Identität erweitert sich in soziale Netzwerke wie Facebook. Vor welche Herausforderungen stellt das unsere Gesellschaft, die kaum noch hinter den Entwicklungen des Internets herkommt?

Wenn Mark Zuckerberg, Gründer und Chef von Facebook, die neuesten Entwicklungen verkündet, lauscht die Welt. Kein Wunder: das soziale Netzwerk, bei dem sich vor Kurzem erst über 500 Millionen Menschen innerhalb von 24 Stunden einloggten, verändert unsere Gesellschaft nachhaltig. “Timeline” nennt sich das neueste Feature, das auf der Konferenz F 8 im September vorgestellt wurde. Facebook will nichts weniger, als das Leben aller Nutzer von der Geburt bis zum Tod zu dokumentieren und in einem virtuellen Tagebuch zusammenzufassen.

Da kommt einiges zusammen, denn jeder Schritt auf Facebook hinterlässt Spuren, bildet unsere virtuelle Identität. Zum Glück kann man Unliebsames aussortieren und sich somit seine eigene Biografie zusammenschustern. Das Verlockende daran: befreit von der Last des physischen Körpers, kann sich dort jeder selbst neu erfinden. Wie nah das digitale Bild dem greifbaren ist, entscheiden wir zuerst mal selbst, denn Onlineprofile sind geduldig.

Kaum jemand ist ehrlich, wenn es ums eigene Gewicht beim Netzflirt geht. Schwierig wird es erst, wenn man den geschützten Raum des Webs verlässt und das Profil dem Vergleich mit der Realität standhalten muss. Manche wollen gar nicht erst ein Abbild ihrer selbst erstellen, sie genießen den Schutz der Anonymität. Sei es, um sich vor der Verantwortung ihres Handelns zu drücken oder sich vor Repressalien zu schützen.

Der Innenminister möchte ein digitales Vermummungsverbot

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) hat im Anschluss an die Anschläge in Norwegen der Anonymität im Netz den Kampf angesagt. Es müsse gelingen, die geltende Rechtsordnung auch auf die digitale und virtuelle Welt zu übertragen, sonst versinke das Netz “ins Chaos der Gesetzlosigkeit”. Klarnamenzwang fürs Internet? Das lässt sich technisch nicht umsetzen und würde den unbescholtenen Surfer in falscher Sicherheit wiegen. Friedrich bedient dabei lediglich die Ressentiments jener, denen die Freiheit des Internets Angst einflößt und liefert einen weiteren Vorwand, die Meinungsfreiheit im Netz zu beschneiden.

Anonymität bietet auch Schutz. Niemand würde sich in einer Selbsthilfegruppe für heikle Themen mit seinem Klarnamen outen, insbesondere wenn regelmäßig Datenlecks vermeintlich Privates in die Öffentlichkeit spülen. In Ländern, die Andersdenkende verfolgen, ist die Anonymität für kritische Geister unabdingbar. Das kann natürlich auch nach hinten losgehen, wie die Geschichte der vermeintlichen Bloggerin Amina Arraf, die mit ihrem Blog “A Gay Girl in Damascus” international für Aufsehen sorgte. Ihre klischeebehafteten Berichte aus dem unterdrückten Syrien bedienten genau das, was die Öffentlichkeit hören wollte.

Als sie vermeintlich entführt wurde, flog die Geschichte auf: Amina entpuppte sich als die Erfindung des 40-jährigen Langzeitstudenten Tom MacMaster aus dem schottischen Edinburgh.

Viele Jugendliche werden Opfer einer Cybermobbig-Attacke

Anonymität begünstigt verantwortungsloses Handeln. Unter falschem Namen kann man nach Lust und Laune pöbeln und belästigen. Sogenannte Trolle machen sich einen Sport daraus, Web-Foren und Diskussionen zu stören. Kommentarschlachten zu kontroversen Themen wie dem Großprojekt Stuttgart 21 nehmen teilweise groteske Formen an. Hässlich wird es, wenn gezielt Einzelne angegriffen werden. Laut einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker-Krankenkasse waren 32 Prozent der befragten Zwölf- bis 20-Jährigen bereits Opfer einer Cybermobbing-Attacke.

In einigen Fällen führte das zum Selbstmord von Jugendlichen, die dem virtuellen Druck nicht standgehalten haben. Die Anonymität im Netz muss verschwinden, so Randi Zuckerberg, die Marketingchefin von Facebook. Nutzer würden sich unter Nennung ihres eigenen Namens besser benehmen. Doch was ist, wenn sie unter fremden Namen agieren?

Eine große Gefahr für virtuelle Identitäten ist deren Diebstahl. So hat eine Hackergruppe namens The Script Kiddies am diesjährigen US-amerikanischen Unabhängigkeitstag den Twitterkanal von “Fox News Politics” gekapert und verbreitet, US-Präsident Obama sei einem Attentat zum Opfer gefallen.

Pflicht zum Klarnamen schützt vor Schaden nicht

Viel beliebter bei Identitätsdieben ist jedoch der Missbrauch geknackter Nutzerkonten, um unter fremder Flagge mal ordentlich in Onlinekaufrausch zu verfallen. Ärgerlich für das Opfer: er oder sie muss für die Taten des Hackers erstmal geradestehen. Wie einfach es ist, in die Identität anderer zu schlüpfen, hat letztes Jahr der Hacker Eric Butler gezeigt. Eine von ihm erstellte Software erlaubte es auch Laien, ungeschützte WLAN-Netzwerke nach Zugangsdaten zu diversen Onlineplattformen abzuhorchen. Vor so etwas kann eine Klarnamenpflicht nicht schützen.

Google-Manager Eric E. Schmidt warnte letztes Jahr davor, dass die Gesellschaft grundsätzlich nicht auf die durch technische Entwicklungen ausgelösten kommenden Veränderungen vorbereitet sei. Nur der Verzicht auf Anonymität kann Missbrauch verhindern, jeder müsse für seine Aktivität im Netz verantwortlich gemacht werden können. Wie uneigennützig diese Warnung ist, sei dahingestellt: Google verdient sein Geld mit zielgenau platzierter Werbung, und für die ist Anonymität Gift.

Nutzerdaten sind die neue Währung im Netz. Umso genauer sie und somit das Konsumverhalten aufgeschlüsselt sind, desto wertvoller sind sie für Werbetreibende. Jeder Klick wird registriert und analysiert, das Bild potenzieller Kunden wird immer schärfer. Das hilft dabei, stets die passenden Werbebanner einzublenden. So kann man zum Beispiel ehemaligen Käuferinnen von Umstandsmode später Babynahrung anbieten. Die Konsumdaten werden derzeit noch anonym gespeichert, der Nutzer identifiziert sich über Cookies, kleine Dateien, die Internetseiten im Webbrowser ablegen.

Keine Kontrolle über den Großteil unserer digitalen Spuren

Auch außerhalb des Netzes werden Daten gesammelt: Laut Paypal-Chef Scott Thompson soll der Geldbeutel bis 2015 ausgedient haben. Das ist eine mutige Ansage, aber nicht ganz unwahrscheinlich, bedenkt man, wie schnell sich elektronische Zahlungsmittel ausbreiten. Google testet derzeit sein neues Angebot Google Wallet. Man bezahlt einfach mit dem Handy, das sich mittels NFC-Technologie (Near Field Communication) per Funk mit der Kasse kurzschließt. So werden wir beim Offline-Shoppen ebenso gläsern wie im Netz.

Wir können viel über unsere virtuelle Identität herausbekommen, doch was im Internet genau von uns bekannt ist, weiß niemand. Haben wir unser digitales Selbst überhaupt im Griff? Auf Plattformen wie Facebook können wir – technisches Know-how vorausgesetzt – noch entscheiden, wie unser eigenes Profil aussieht und wer es sehen kann. Doch ist das nur die Spitze des Eisbergs, über den Großteil unserer digitalen Spuren haben wir keine Kontrolle.

Die Abbildung der greifbaren Welt in der virtuellen schreitet voran. Smartphones wissen per GPS, wo sich ihr Nutzer gerade befindet und geben Tipps, was die Umgebung so zu bieten hat. Wir können überall auf die digitale Version unserer Welt zugreifen, sehen, welche Cafés sich in der Umgebung befinden, und lesen, was andere von ihnen halten. Onlinealben voll fremder Urlaubsfotos zeigen uns den besuchten Ort durch andere Augen, und wir können schauen, welche Bekannten sich gerade in der Gegend befinden. Unsere Bewegungsprofile erweitern unsere virtuelle Identität, binden sie an die physische Welt und machen uns noch gläserner.

Facebook scannt alle hochgeladenen Porträts biometrisch

Derzeit wird das Internet auf das neue Protokoll IPv6 umgestellt, welches die Anzahl der möglichen Internetadressen von zirka vier Milliarden auf 10 hoch 38 erhöht und es somit jedem Toaster erlaubt, uns online seinen Röststatus mitzuteilen. Einen riesigen Schritt zur Verschmelzung von materiellem und virtuellem Raum wird die biometrische Gesichtserkennung auslösen. Ein schnelles Foto, und Menschen aus Fleisch und Blut lassen sich mit ihren virtuellen Alter Egos abgleichen, egal unter welchem Fantasienamen sie im Netz unterwegs sind. Technisch ist das möglich, es wird an Flughäfen und bei der Strafverfolgung schon eingesetzt.

Facebook scannt beim Hochladen alle Bilder biometrisch und markiert auf Wunsch die abgebildeten Personen. Durch Gesichtserkennung mit der Handykamera könnten wir Leute auf der Straße biometrisch abgleichen und identifizieren. Da sträubt sich heute noch der Datenschutz dagegen, aber es ist letztendlich nur eine Frage der Zeit, bis das technisch Machbare auch eingesetzt wird.

In nicht allzu ferner Zukunft werden wir Geräte haben, welche die Realität um ihr virtuelles Abbild erweitern. Eine Kamera wird unsere Umwelt aufnehmen, das Gesehene identifizieren und virtuelle Zusatzinformationen anbieten. Die sogenannte Augmented Reality ist das Portal zwischen zwei Welten, die sich immer schneller annähern. Und so wie die Realitäten ineinander übergehen, verschmelzen wir mit unseren virtuellen Identitäten. Die Frage nach Anonymität wird sich spätestens dann kaum noch stellen.

Selbst Science-Fiction-Autoren beißen sich die Zähne aus

Wie lebt es sich in einer Welt, in der uns alles und jeder mit Informationen zuballert, in der nicht mehr klar ist, was greifbar und was virtuell ist, in der es kaum noch Raum für Geheimnisse gibt, in der Revolutionen über Facebook verabredet werden? Und welche Gegenbewegung wird all das auslösen? An diesen Fragen nach den Folgen für unsere Gesellschaft beißen sich selbst Science-Fiction-Autoren die Zähne aus. Die Entwicklung ist unvorhersehbar und schreitet schneller voran, als dass wir uns an sie adäquat anpassen können. Die Kluft zwischen jenen, die damit aufwachsen, und denen, die einst gelernt haben, sich ohne Handy erfolgreich zu verabreden, wird immer größer.

Während die Alten sich der Entwicklung verweigern und den Verfall ihrer Kultur anprangern, nutzen die Jungen die neuen Medien ohne Vorbehalt und schaffen ihre eigene, neue Kultur, die Außenstehenden nicht nachvollziehbar ist und ihnen Angst einflößt. Wird unsere Gesellschaft dadurch überfordert und unmenschlicher werden, oder ist es die Chance auf eine bessere Welt? Wir können davon halten, was wir wollen, aufhalten können wir es nicht – aber kritisch beobachten und schauen, wie wir verantwortungsvoll damit umgehen können, und dann das Beste draus machen.

Die Bloggerin Dora Asemwald ist ein virtuelles Wesen, erfunden von einer Person, die keine Repressalien fürchten muss und auch offen ihren Namen jedem nennt, der sich dafür interessiert. Asemwald wurde aus dem Wunsch geboren, die Grauzone zwischen der greifbaren und der virtuellen Realität zu erforschen.


Das amerikanische Prüdheitsgebot

Wenn mich die Neugier packt, dann schau ich ab und zu mal wieder in’s Labor von Google, dort gibt’s immer was zu finden. Ein Haufen experimentelles Zeug liegt da rum und will ausprobiert werden. Manche Sachen verschwinden wieder in der Kiste, andere wie Google Earth kommen groß raus. Nach dem man dort Erde, Mars, Mond und den Himmel erkunden kann, geht’s bei der neuesten Erfindung um uns selbst: Google Body macht den Körper gläsern, wie man es von Menschverglasungsexperte Google erwartet. Ob Knochen, Adern oder Organe, man kann detailgenau den Leib so betrachten, wie Gott ihn angeblich geschaffen hat. Oder genauer gesagt: Den Amerikaner geschaffen hat – Unterwäsche inklusive.

Google muss sich herkunftsbedingt ans amerikanische Prüdheitsgebot halten. Darum sind gewisse Bereiche der menschlichen Haut weiterhin Terra Incognita im anatomischen Atlas. Mein Vorschlag an die Datenkrake mit dem Plus: Fragt doch vorher ab, wer da dem virtuellen Leib auf den Pelz rücken will. So kann man uns moralisch degenerierten Europäern auch mal einen nackten Arsch zumuten, in anderen Regionen gibt’s dann noch die Burka dazu.

Oder verpasst eurem Männchen / Mädel wenigsten ein bisschen schönere Unterwäsche. Dann gibt’s auch ein +1 von mir.

Dora+

Liebes Tagebuch,

mein Vorhaben des täglichen Bloggens ist mal voll in die Hose oder den Rock gegangen, was mich aber nicht davon abhält, mir das selbe nochmals vor zu nehmen und wieder daran zu scheitern. Ich bin dir ehrlich gesagt ein bisschen untreu geworden, habe meinen zweiten Blog mal ordentlich befüllt. Da gibt es zwar nur Links zu klicken, die musste ich aber erst mal alle entdecken.

Auch Google+ hat mich beschäftigt. Nicht alle Tage entstehen neue virtuelle Lebensräume, da will ich Pionierin sein. Brauchen wir überhaupt noch eine Plattform neben Facebook? Und dann auch noch eine von der Krake Google? Ich behaupte: JA!

Warum? Ganz einfach: Konkurrenz belebt das Geschäft und schützt vor dem größten Übel, der Bildung eines Monopols. Die Verfacebookung des Internets hat dafür gesorgt, dass immer größere Bereiche des Onlinelebens auf eine geschlossene Plattform in privater Hand wandern. Das Internet ist die Schattenwelt der Daten. Wer sie kontrolliert, kontrolliert irgendwann auch die materielle Welt. Facebook hat mittlerweile eine Größe erreicht die es Konkurrenten fast unmöglich macht, ein konkurrenzfähiges Produkt dagegen zu stellen. Die einzigen, die dazu in der Lage sind, sind Google.

Dummerweise haben sie bislang all ihre Versuche in diesem Bereich ordentlich in den Sand gesetzt. Ihr letzter Versuch, Buzz, sah so aus, als ob ein Haufen soziopathischer Vollnerds das technisch Machbare krude zusammengeschraubt und den Bestandskunden ungefragt aufgepfropft haben. Falls ihr’s verdrängt habt: Google hat allen gmail-Nutzern automatisch ein Profil aus den bekannten Daten verpasst und die Freunde aus dem Adressbuch des Mailprogramms generiert. Noch am ersten Tag musste Google die Plattform grundlegend umbauen, was natürlich auch nichts mehr retten konnte.

Entsprechend skeptisch war ich bei ihrem nächsten Versuch. Doch diesmal haben sie wohl etwas dazugelernt und nicht auf die soziale Kompetenz der ITler gesetzt, die sie sich in Programmiererbatterien in ihren unendlichen Katakomben halten. In der Verwaltung von Kontakten haben sie es sogar geschafft, auf Anhieb Facebook ordentlich was entgegen zu stellen. Zugegeben, sie haben dabei ein bisschen bei Twitter gespickelt. Man muss nicht mehr entscheiden, wen man alles im facebookschen Sinne befreunden möchte, sondern kann entscheiden, wessen Senf einem schmeckt und dem dann entsprechend folgen. Man erstellt einfach sogenannte Kreise, die man andere Nutzer zieht. Man kann dann auch ganz einfach entscheiden, wer was zu lesen bekommt. So muss ich nicht meine auswärtigen Freunde mit Geschichten über den Stuttgarter Erdbahnhof nerven. Ebenso werde ich in Kreise anderer gezogen, die sich für mein Treiben interessieren. Am besten ihr schaut euch das mal selbst an. Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie sich das Ganze entwickelt.

Mein erster Eindruck ist, dass Google+ ein großartiger Kanal zu Verbreiten von Informationen wird, im Bereich soziale Kontaktpflege wird es jedoch Facebook nicht ablösen. Wahrscheinlich wird es auf Dauer beides geben. Wer drunter leiden könnte, ist Twitter.

Wenn ihr auch bei Google+ seid, dann könnt ihr mich ja gerne einkreisen. Ich würde mich freuen! Lasst uns gemeinsam das Plusuniversum ergründen.

https://plus.google.com/106319721920405044692

Und hier noch mein zweiter Blog:

http://doralaetitia.tumblr.com/

 

 

Digitale Robinsonade

Schönes Gestein, aber offline: Die Atlantikküste Marokkos

Ein Artikel pro Tag hat letzte Woche wohl nicht so ganz geklappt. Ich war acht Tage ohne Internet. Acht Tage kein Facebook, keine eMail, kein oben bleiben, nichts. Digitale Robinsonade, kalter Truthahn. Nur maximale Abklenkung durch Sonne, fremde Sitten und Wein haben’s ermöglicht. Jetzt bin ich zurück, das Postfach voll, der Geldbeutel leer, den Magen verrenkt, zum Glück keinen Sonnenbrand.

Eine wahre Herausforderung wäre mal eine Arbeitswoche ohne Internet. Sich so wie Rüdiger Nehberg im digitalen Niemandsland abseilen lassen und einfach nur überleben. Man müsste sich auf Old-School-Recherche-Tools wie Lexikon (so ‘ne Art gedrucktes Wikipedia), Telefon und Leute fragen verlassen. Früher gab es autofreie Sonntage. Im Zeitalter der „Datenautobahn“ wird es vielleicht mal einen netzfreien Sonntag geben. Ob wohl der von Stromausfällen bekannte Anstieg der Geburtenrate folgt?

Ich bin jedenfalls wieder online und versuche erneut, jeden Tag hier was mehr oder minder schlaues von mir zu geben.

Stulle und Schnauzer

Meine Serie über ausgefallene Blogs erreicht einen vorläufigen Höhepunkt mit Selleckwaterfallsandwich, einem Blog der Bilder veröffentlicht auf den Tom Selleck, ein Wasserfall und das jeweils gefeaturedte (wie schreibt man eigentlich dies in unsere Sprache eingeschlichene Unwort richtig?) Sandwich zu sehen ist. Anstelle vieler Worte noch das aktuelle Bild, ein klarer Favoriten von mir:

Featured Sandwich: Sliders

http://selleckwaterfallsandwich.tumblr.com/

Kontextbefreit

Ein weiterer schöner Blog ist Comically Vintage. Schöne Einzelpanele aus alten Comics, die auch ohne den Rest der Geschichte ihre eigene erzählen. Roy Lichtenstein hätte es auch nicht besser hingekriegt. Wer genau hinschaut sieht auch wo sich mein Zeichner gerne mal inspirieren lässt.

http://www.comicallyvintage.com/vintagecomics/

http://www.facebook.com/pages/Comically-Vintage/137587179601511

Unfreiwillige Schönheit

Ab und an verfalle ich in tiefe Erfurcht vor anderen Blogs. Girls of Ebay zeigt Perlen der Ebaydoityourselfmodefotografie die dem Verkauf der getragenen Ware auf die Sprünge helfen soll. Diese Blüte der Selbstdarstellung beeindruckt mich zu tiefst, all zu gerne würde ich wissen, was in den Schränken und Köpfen der meist unfreiwillig schönen Models sowie der Käufer der Mode vorgeht. Hier spüre ich schmerzlich die Grenzen meiner virtuellen Existenz, nie werde ich selbst eine Karriere als Ebaymodel haben können.

http://girlsofebay.biz/

Scheiterhaufen

WordPress hat mich herausgefordert! Jeden Tag einen Artikel, so meine Blogplattform, soll man schreiben. Ich nehm die Herausforderung an, auch wenn ich mir das schon oft erfolglos vorgenommen hab. Aber vorhergegangenes Scheitern wird all zu gerne als Ausrede für zukünftige Nichtversuche hervorgezerrt. Lieber nehme ich den Mund zu voll und erhöhe meinen Scheiterhaufen als dass ich es gar nicht erst versuche. Und wenn schon, dann hab ich immerhin in der enthusiastischen Anfangszeit schon mehr gemacht.

Scheitern wird bei uns ja gefürchtet wie ein dreiköpfiger Zombiesaurier mit Tollwut. Vielleicht sollte man nicht nur jeden Tag blogieren, sondern auch täglich scheitern. An irgend was, sei es noch so klein. Man darf natürlich nicht mit Absicht scheitern. Es gildet nur, wenn man etwas ernsthaft versucht hat. Sonst kommt man in die Paradoxfalle: Wem es gelingt zu scheitern der scheitert nicht.

Ich rufe mal die Initiative failaday2011 und die Weicheivariante failaweek2011 aus. Oder auf Deutsch: Scheiterhaufen11. Woran bin ich gestern gescheitert?

Ich habe weiterhin versucht, mich in einem 3D-Programm abbilden zu lassen. Aber das Programm ist widerborstig, ich kapier es nicht so ganz und habe zu wenig Geduld. Da werd ich vielleicht noch ein paar Mal dran scheitern müssen.

Woran seid ihr schon gescheitert?

http://dailypost.wordpress.com/

Erdbahnhof #fail

Soeben bei Kein Stuttgart21 auf Facebook entdeckt: Einer Studie des Medienbeobachtungsdienstes Ausschnitt zu Folge soll Stuttgart 21 von Twitteranten der Versager des Jahres 10 sein. Twitternutzer kennzeichnen Versager durch das Schlagwort (Hashtag) #fail in ihrem Gezwitscher. Darauf folgen die Deutsche Bahn, CDU, Apple, FDP und das iPhone. Auf Platz 10: Das Wetter.

Der Erdbahnhof und jene, die ihn um jeden Preis bauen wollen scheinen in der Zwitschergemeinde noch unbeliebter zu sein als Telefone die man zum Telefonieren am Besten nicht in der Hand halten sollte. Vielleicht weils unter der Erde noch schlechteren Empfang gibt. Oder aber weil es sich mit dem Arsch auf der Oberleitung besonders schön zwitschert.

Für alle Nichttwitterkundige:

Die bis zu 140 Zeichen langen „Tweets“, die man per Twitter verschickt werden mit sogenannten Hashtags verschlagwortet. Diese starten immer mit dem Zeichen #. So kann man einfach Meldungen zu bestimmten Themen finden. Das Gezwitscher zur Bahnhofsfrage wird zum Beispiel mit #S21 verschlagwortet, Versagensmeldungen mit #fail. Wer denkt sich die Schlagwörter aus? Alle und keiner, die setzen sich einfach durch.

Freitagseintopf 2010

Mir fällt grad kein guter Text ein. Alter Trick: Darüber schreiben dass mir nichts einfällt. Der Trick funktioniert leider nicht all zu oft, hab ihn schon ein paar mal bemüht. Abkupfern wäre eine Alternative. Dank Wechsel ist das Jahr als solches Topkandidat in der Disziplin des belanglosen Geblubbers. Besinnliche Jahresrückblicke. Die guten Vorsätze und das Sinnieren über deren obligatorisches Scheitern. Ich habe mir letztes Jahr vorgenommen mit dem Rauchen wieder anzufangen. Ist mir gelungen. Mehr kann ich dazu auch nicht sagen, außer dass es keine gute Idee war.

Sich über das jährliche Sinnieren anderer zu mokieren ist überheblich und setzt der Abgedroschenheit die Krone auf. Lieber reihe ich mich in ihre Reihe ein und schweife nicht vom saisonalen Thema ab. Hier der dorische Jahresrückblick:

Angefangen hat das Jahr etwas müde, ich hab im Januar nicht mal ein Blogeintrag zu Stande gebracht. Im Februar habe ich immerhin eine Geburtstagsparty organisiert. Einige Freunde haben mich zur Feier meines 35. Geburtstags gezeichnet.

Kurz darauf habe ich mit Putte und Martin die Initiative Loch21 gegründet (Artikel), die schnell Anhänger fand und eine prima Alternative zum geplanten Erdbahnhof Stuttgart 21 darstellte. Da aber die Planung für das Loch nicht schon seit 15 Jahren durchgemauschelt wurde, musste das Projekt vorerst mal Stuttgart 21 Plus weichen. Vorteil gegenüber der anderen Alternative K21: Wenn S21+ zu Bauruine 21+ wird, ist ja schon mal ein Grundloch da.

Das Hamburger Abendblatt über Loch 21:

Loch 21: Gründerin Dora Asemwald kritisiert auf kritisch-komische Weise den „inversiven Turmbau zu Babel“. Die Komikfigur Dora hilft ihr dabei. Weiter unten werden Hotpants und Kaffeetassen zur Initiative feilgeboten. www.loch21.de

Schön, dass mir die Comicfigur Dora hilft. Noch schöner, dass die Hamburger hinter meinen Bildern einen greifbaren Menschen vermuten. Lassen wir ihnen den Glauben.

Im März hatte ich zum ersten mal für den Stuttgarter Blog brezel.me geschrieben und wurde bald fest ins Autorenteam aufgenommen. Für den Blog der Initiative Unsere Stadt schreib ich seit dem auch ab und zu.

Im April hatte ich eine Ausstellung in meiner Galerie. Andrea Liebe hat den Raum in ihr Universum verwandelt. Die Vernissage war wild, der Vermieter dann auch. Es war die letzte Ausstellung in meinem Büro, die Galerie hat keinen betretbaren Raum mehr, ist jetzt virtuell wie ich.

Ein Artikel in der Lokalausgabe „Blick vom Fernsehturm“ der Stuttgarter Nachrichten und Zeitung über mich sorgte im Mai dafür, dass ich bei der Businessplattform Xing wegen meiner Virtualität rausgeschmissen wurde. Auch die Gründung der Virtuellen Republik von Iddora hat mir da nicht geholfen. (Artikel bei Brezel). Wir virtuellen werden von den Greifbaren immer noch stark diskriminiert in dem unsere Existenz als solche in Frage gestellt wird.

Seit Mai sammel ich auch ab und zu für den Geekblog I M GEEK Zeug aus dem Internet.

von links nach rechts: Frank, Steff, ich und Martin

Damit das Loch schöner verbreitet werden kann haben ich T-Shirts und Unterbuchsen dazu gemacht die von gecasteten Modells gezeigt werden sollen. Germany’s next Loch-Model Jury hat getagt und wurde fündig. Frank und Steff haben es fotografiert.

Während ich mich zuvor schon satirisch an politische Themen herangewagt hatte, schreib ich seit letztem Sommer dazu auch ernsthaftes Zeugs. Hauptsächlich Bahnhofstieferlegung und die Reaktion der Bürger darauf, aber auch Atomkraft und Terrorangst haben mich echauffiert und somit zum schreiben getrieben.

Ein Rallyeteam hat mich im Juli als Rennleiterin und Namensgeberin ihres Teams ernannt: Dora Asemwald Racing wurde gegründet.

Ich wurde nicht von The Hoff gerettet, habe Kleinmagazinzuchtvereine kennen gelernt, war in einem Flüchtlingslager für Hamster, beim Tag der offenen Tür des Justizvollzugs und habe Lebenslügen verkauft.

Von meinen Urgroßvater im Geiste habe ich im August erfahren, gefunden habe ich ihn aber noch nicht. Carl Auer, der Verleger des nach ihm benannten Verlages ist ebenso wie ich nicht greifbar aber um so aktiver. Ansonsten hab ich die letzten Geheimnisse der Männer gelüftet und Verschwörungen aufgedeckt.

Im September hab ich viel demonstriert und geschrieben, im Oktober auch. Der Blog Der Kessel kocht wurde von Freunden und mir gegründet, aber leider schlecht gefüttert.

Im November hab ich Brezeln in Peking getestet und im Dezember doppelköpfige Vögel auf T-Shirts gedruckt.

Nächstes Jahr wird’s hoffentlich weitere Hemdchen geben, einen Webshop hab ich schon, der muss nur noch befüllt und beworben werden. Das ist aber nur einer von vielen Plänen die ich ausgeheckt habe. Den einen oder anderen werde ich auch umsetzen.

Ich will mich natürlich auch noch bei all denen bedanken, die meine Geschichten gelesen und kommentiert haben, wie zum Beispiel Heide Blum, die selbst auch einen schönen Blog betreibt.

So, der Artikel ist voll. Jahresrückblicke sind wie Freitag in der Kantine, da werden die Reste der Woche als Eintopf verkauft. Wer was Neues von mir erfahren will muss hier am Ball bleiben, denn das nächste Jahr steckt voll toller Geschichten.

Ist der Blog gesund, freut sich die Dora

Das neue Jahr hat gestern an die Tür geklopft, ich habe es reingelassen. Jetzt sitzt es auf der Couch und macht keine Anstalten zu gehen. Ich kenne das schon, das ist mir letztes Jahr schon mal passiert. Da hat es 12 Monate gedauert bis es wieder verschwunden war. Am Ende hab ich es schon gar nicht mehr wahrgenommen, so sehr hatte ich mich daran gewöhnt. Aber jetzt, wo es weg ist und ein neues hier rumhängt fällt es mir schon auf.

Der Bloggomat, der seit letzten Mai meine Texte ins Internet stellt hat mir zum neuen Jahr eine Statistik geschickt, die darüber berichtet was letztes Jahr so passiert ist. Eine hohe Gesundheit wurde dem Blog bescheinigt, dank Tu’ ihn unten rein (siehe: unten). 26.000 Besucher seit Mai ist nicht gerade wenig. Zum Glück kamen die nicht alle wie das neue Jahr zu mir nach Hause, nur in mein virtuelles Bloghaus. Und das ist groß.

Im Gegensatz zu früher habe ich dieses Jahr angefangen mich über politische Themen auszulassen. Die geplante Bahnhofstieferlegung hat mich meiner Politikverdrossenheit entledigt. Gefreut hat mich, dass meine Kommentare zum Geschehen in meiner Stadt Diskussionen nach sich geführt haben. Am extremsten natürlich der Artikel über das peinliche Hemdchen, der sogar von der nationalen Presse übernommen wurde und für die hohen Besucherzahlen sorgte.

Als ungreifbares Wesen kann ich nur in den Köpfen anderer überleben, und das ist mir dank dieses Blogs ganz gut gelungen. Ich bedanke mich mal herzlich bei all jenen, die meine Geschichte verbreitet haben.

Für’s nächste Jahr ist einiges geplant, da wird es viel neues zu lesen geben. Ich hoffe ihr habt Freude daran.

Hier die Statistik:

The stats helper monkeys at WordPress.com mulled over how this blog did in 2010, and here’s a high level summary of its overall blog health:

Healthy blog!

The Blog-Health-o-Meter™ reads Wow.

Crunchy numbers

Featured image

About 3 million people visit the Taj Mahal every year. This blog was viewed about 26,000 times in 2010. If it were the Taj Mahal, it would take about 3 days for that many people to see it.

 

In 2010, there were 129 new posts, growing the total archive of this blog to 286 posts. There were 183 pictures uploaded, taking up a total of 54mb. That’s about 4 pictures per week.

The busiest day of the year was October 26th with 4 views. The most popular post that day was Tu IHN unten rein! .

Where did they come from?

The top referring sites in 2010 were facebook.com, dora-asemwald.de, twitter.com, maedchenmannschaft.net, and de.wordpress.com.

Some visitors came searching, mostly for tu ihn unten rein, oben ohne – tu ihn unten rein, oben ohne – tu ihn unten rein, oben ohne tu ihn unten rein, and tu ihn unten rein stuttgart 21.

Attractions in 2010

These are the posts and pages that got the most views in 2010.

1

Tu IHN unten rein! October 2010
72 comments and 2 Likes on WordPress.com

2

Wer bin ich? March 2009
6 comments

3

Geschichte der Dorawerdung August 2010

4

Dora im Netz June 2010

5

Wachgedroht August 2010
19 comments

Schubladenblogette

Schönes Schaubild zur Entwicklung des Bloggers und der Blogette. Zweite bin ich seit dreieinhalb Jahren, also kein Urgestein der ersten Stunde. Hier gibt’s ne Menge Schubladen, und in einige davon kann ich mich ja auch einsortieren. Ich hab mal gelesen dass es für erfolgreiches, also weit verbreitetes, Bloggen wichtig sei, sich zu fokusieren und ein Thema so richtig in die Zange zu nehmen. Diesen Rat befolge ich nicht, kann und will nicht, weil langweilig. Wenn ich was zur Mode zu sagen hab oder ein Rezept raus will dann schreib ich halt darüber. Politisches Aktivistenzeug macht zwar auch Spaß und muss irgendwie raus, aber dazwischen muss auch mal was leichtes serviert werden. Ich bekenne mich zum Kessel Buntes und hoffe, dass ich als Person roter Faden genug bin. Sonst müsste ich ja 12 Blogs aufmachen und würde mich dabei selbst noch mehr verwirren. Ich habs ja bislang noch nicht geschafft eine auch nur halbwegs verständliche Kategorisierung des Inhaltes vorzunehmen. Das liegt vielleicht daran, dass ich mich selbst auch nicht so genau sortiert hab.

Was oben fehlt ist die Klugschissblogette, die mit ihren selbst zusammengewürfelten Philosophieversatzstücken versucht, ihre Welt zu beschreiben. Was mir sonst noch so alles dazu einfallen wird, davon lass ich mich mal überraschen. Und wenn mir nichts einfällt kann ich ja immer noch übers Bloggen bloggen. ;-)

 

Die Straßen von Stuttgart

Geschichten von den Straßen Stuttgarts: Stuttgarttaxi von Taxifahrerin Mia

An Blogs über das Nachtleben im Kessel mangelt es nicht. Eigentlich sollten Samstag-Nacht-Geschichten von der Theodor-Heuss-Straße niemand mehr hinter dem Ofen vor locken. Es sei denn man wechselt die Perspektive: Die 26-jährige Bloggerin Mia fährt Taxi und berichtet davon. Sie erzählt von all den kleinen und großen Unverschämtheiten die sich der eine oder andere Fahrgast erlaubt. Aber auch dramatische Liebesgeschichten von der Rückbank sorgen für Spannung, von der sich der letzte Tatort eine Scheibe hätte abschneiden können.

Die Geschichten sind lang und ohne Bilder. Macht aber nichts. Hab sie trotzdem gelesen, weil gut geschrieben. Ein schöner und sympathischer Einblick in des Leben von Stuttgart. Ich freue mich auf neue Geschichten und vielleicht werd ich nach durchzechter Nacht mal selbst zum Teil von einer.

taxistuttgart.wordpress.com

Erschienen auf brezel.me

Der anonyme Kommentator

Diese Woche war ich sehr aufgewühlt weil etwas schlimmes passiert ist. Ich habe vom Tod eines Lesers meines Blogs und dem Brezelblog erfahren. Wenngleich der Kontakt stets anonym war, gewann man sich in den Untiefen der Kommentare doch sehr lieb. So wusste ich nicht, dass dieser Leser durch eine schwere Krankheit das Bett kaum noch verlassen konnte. Ein Angehöriger schrieb uns jedoch auch, dass unsere Geschichten eine der letzten großen Freuden des Lesers waren. Das haut mich zweimal um.

Einmal, weil ich jemanden verloren habe, den ich nur zwischen den Zeilen erkennen konnte. Doch was ich da erkannte deutete auf eine schlaue, herzliche, geistreiche liebevolle Person hin, der man eigentlich nur das Beste wünschen kann, die ich auch gerne mal näher kennen gelernt hätte.

Das zweite Mal haut mich um, dass wir es geschafft haben einen Menschen glücklich zu machen. Wenn man immer so vor sich hinschreibt überkommt ein doch manchmal die Frage nach dem Sinn und Zweck, unzählige Buchstaben und Bilder auf die Reise durchs Netz zu schicken. Das macht mich wiederum auch glücklich und ist Ansporn weiter zu schreiben.

Ich verzichte auf den üblichen Nachruf, da sich der Leser stets durch seine Anonymität ausgezeichnete. Ich möchte mir das aber trotzdem mal hier von der Seele schreiben, weil es mich sehr berührt.

Wer die Blogs aufmerksam verfolgt wird merken, welche Lücke dort jetzt klafft. Es liegt nun an uns, diese Lücke wieder zu füllen.

Dorisch eroberte Gebiete

Auf Flowtown.com wurde eine neue Landkarte über die Welt des Social Networkings veröffentlicht. Die bezieht sich auf auf eine Karte von 2007 auf der Webcomicseite xkcd, die ich sehr gerne lese, da lustig.

PS: äh, ich hab vergessen Blogspot anzumalen, und Buzz bin ich auch schon, aber nicht sonderlich aktiv da irgendwie doof.

Ich hab auf der neuen Karte mal angemalt, wo ich schon überall einmarschiert bin und nicht rausgeschmissen wurde.

Hier die Karte von 2007:

Urgroßvater im Geiste

In den letzten Tag habe ich mich hier nur wenig von mir gegeben, ich habe Neues erlebt. Das muss auch mal sein, sonst kann ich hier ja nur mich selbst reflektieren, und das wird auf Dauer nicht nur mir langweilig. Ich genieße in letzter Zeit ein gewisses Maß an Aufmerksamkeit seitens der Nutzer von Facebook, mit denen ich über dies und das in den Kommentaren diskutiere oder die mich über meine Beiträge im Blog brezel.me kennen lernen.

All zu oft verstehen die Leute immer noch nicht, welcher Natur ich bin. Ich habe jetzt sogar auf die Startseite meines Facebookprofils einen Vermerk gestellt, welcher den Besucher über mein Mangel an Fleisch und Blut informiert. Schließlich ist es ja nicht mein Ansinnen, Leute zu täuschen. Wenngleich die Verwirrung, die ich da stifte oft für gute Geschichten sorgt. Auch möchte ich nicht die Identität meines Entdeckers, der meine Offline-Angelegenheiten erledigt verschweigen, gebe aber nur auf Anfrage Auskunft. Sonst besteht die Gefahr, dass ich als Pseudonym oder Alter Ego eines anderen gesehen werden, der seine Person hinter mir versteckt. Dem ist nicht so.

Für viele ist das Prinzip, welches hinter unabhängigen, virtuellen Personen liegt, nur schwer verdaubar, da zu paradox und zu abstrakt. Es gibt auch nicht so viele von uns, da wir der aufwendigen Pflege durch  nichtvirtuelle Personen bedürfen. Auf einen Prominenten Vertreter meiner Art bin ich unlängst gestoßen. Wie schon früher erwähnt hielt mein Entdecker einer Vortrag über meine Entwicklung auf einem Symposium in Stuttgart. Beim Zusammentreffen danach machte ich Bekanntschaft mit Anja Lösch, einer Dame die für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Carl-Auer Verlages zuständig ist. Dieser Verlag war mir schon länger ein Begriff, erschienen bei ihm doch ein paar meiner liebsten Bücher über den radikalen Konstruktivismus, von und über große Denker wie Heinz von Foerster und Ernst von Glasersfeld. Ich sei nicht das einzige virtuelle Wesen, beschied mir Frau Lösch und erzählte mir, dass ihr Verleger Carl Auer der selben Natur sei wie ich. Ein paar Tage später erhielt ich ein Paket mit zwei Bücher von ihr. Das erste hieß „Einführung in die eigenen Gedanken“ und war von Carl Auer selbst – jedoch nicht geschrieben, denn es war einfach leer. Wie der Titel des Buches eben sagt. Schlau, der Bursche, dachte ich mir. Gefällt mir. Das zweite Buch führte den Titel: „Carl Auer: Geist or Ghost“. Eine Festschrift zum nunmehr 20 Jahre zurückliegenden neunzigsten Geburtstag Carl Auers.

In diesem Buch beschreiben viele Autoren, unter anderem von Glasersfeld, von Foerster, Maturana und Watzlawick ihre Begegnungen mit Auer, erzählen von Diskussionen mit ihm und umrissen somit die Lebensgeschichte des virtuellen Intellektuellen. Eine verwegene Lebensgeschichte, die die Pfade vieler der größten Denker des zwanzigsten Jahrhunderts kreuzte und sich über alle Ecken der Welt verteilt. Ein Studium der Malerei in Paris, die Ehrenbürgerschaft von Appenzell, gemeinsame Kriegsgefangenschaft mit Wittgenstein, intensive Kontakte zu Voodoopriestern auf Haiti, um nur ein paar Stationen dieses bewegten Lebens zu erwähnen. Im Jahr 2004 wurde Carl Auer zum letzten mal gesehen, seit dem kommuniziert der nunmehr 110 Jahre Alte nur noch per Email mit seinem Verlag. Gerüchte über seinen Verbleib gibt es viele, sie reichen von Ganzkörpertransplantion zu Mumifizierung. Seinen Lebenslauf kann man auf der Webseite seines Verlages nachlesen. Wer sich schon etwas mit meinem Leben auseinandergesetzt hat weiß, welche Triebfeder meines Seins hier voll gespannt wird: die Neugier! Ich werde mich auf die Suche nach ihm machen.

Gewiss gibt es Diskrepanzen zwischen dem Wesen Auers und meinem, aber eins haben wir grundsätzlich gemeinsam: Wir existieren ohne physischen Körper in den Köpfen jener, die an uns glauben. Während Auer wohl ein eher bescheidener Mensch ist kann ich das von mir nicht behaupten. Vielleicht liegt es daran, dass ich nicht den gelassenen Umgang mit meiner Virtualität gelernt habe und mein Mangel an materieller Substanz durch Selbstdarstellung zu kompensieren versuche. Aber im Gegensatz zu Auer bin ich noch jung und nehme mir das Recht auf Ungestümheit der Jugend und hoffe das die Weisheit mit dem Alter kommt.

Ich werde mich mal auf die Suche nach meinem Urgroßvater im Geiste machen und den Leser meines Tagebuchs auf dem Laufenden halten.

Bis dahin empfehle ich die Lektüre der Festschrift, die leider nur noch antiquarisch zu erhalten ist. Zum Beispiel bei Amazon.

Pandorische Büchse aus dem Paralleluniversum

Letzte Woche war so einiges los. Auf einem Symposium (Innovationsforum 10) für Social Media wurde ein Vortrag über mich gehalten (Die Diashow zum Vortrag kann man dort runderladen: www.innovationsforum10.de, getwittert wurde auch: #if10) . Meine Lebensgeschichte war das Thema, oder genauer gesagt der Teil meines Lebens welches ich als virtuelle Figur seit meinem Erscheinen vor fünf Jahren geführt habe. Dort waren 150 Marketer die wahrscheinlich nicht mit meiner Autobiographie gerechnet hatten, sie aber eine halbe Stunde über sich ergehen lassen mussten. Einige hat es dann doch interessiert, sie haben mich zu meiner Freude auf Facebook kontaktiert. Ich werde die Präsentation mal an anderer Stelle vorstellen.

Die Hauptfrage des größtenteils von Social Media unberührten Publikums war: Ist Social Media ein Hype? Wird da mal wieder eine neue Sau durchs Dorf gejagt? Ich sag mal: Nein.

Meine These: Social Media ist ein pandorische Büchse.

Wir erleben hier nur den Anfang, zukünftige Generationen werden ein materiell-virtuelles Doppelleben führen. Ich fang am besten mal ganz vorne an um diese These zu stützen.

Direkte und indirekte Kommunikation

In den Anfangstages des Internets nutzten es die meisten um per Chat oder Email direkt miteinander zu kommunizieren. Foren ermöglichten es nicht nur Inhalte im Netz zu publizieren sondern auch zu kommentieren. Blogs kamen Ende der 90er auf und erlaubten Nutzern selbst zu publizieren. Microbloggingsysteme wie Twitter haben das ganze noch schneller und einfacher gemacht. Auch Statusmeldungen auf Social Media-Plattformen erfüllen die selbe Funktion: Man wirft etwas in den virtuellen Raum und wer zuhören will hört zu. Die Kommunikation ist nicht mehr direkt, sie geht ungerichtet ins Netz. Nutzer generieren den Inhalt, Web 2.0. Die virtuelle Öffentlichkeit entstand.

Avatare und Profile

Das Erstellen eines Avatars als digitale Repräsentation eines Kommunizierneden wurde ursprünglich in Spielen eingeführt. Anfang der Achtziger Jahre kamen die MUDs (Multiuser Dungeons) auf in denen viele Spieler gemeinsam in Echtzeit virtuelle Räume ergründen mussten. Hier wurde nie der Anspruch einer authentischen Abbildung der Teilnehmer gestellt. Das änderte sich mit dem Aufkommen der ersten Flirtplattformen. Das dort erstellte Profil entsprach meistens dem erwünschten Bilds des Flirtwilligen. Ob dreidimensional animierte Traumfigur oder Bewerbungsmappenprofil bei Xing, es handelt sich jeweils um ein Abbild – mit unterschiedlichem Abstraktionsgrad vom physischen Original. Seit den ersten Flirtplattformen wurde das Netz für soziale Interaktion genutzt, Social Media entstand. (Mehr dazu im Artikel Avatar – Profil 1:1)

Soziale Netzwerke

Ziel der Flirtplattformen war jedoch stets zwei Menschen zusammen zu bringen. Als im Jahr 2003 die Plattform Friendster es ermöglichte, sich soziale Netzwerke aufzubauen schoss die Zahl der Nutzer in bislang ungeahnte Höhen. MySpace folgte in der Bugwelle des Erfolges von Friendster und 2004 ging Facebook ins Netz. Soziale Netzwerke im materiellen Leben fanden plötzlich ihr Pendant im Netz.

Kommunikation im Netzwerk

Facebook verband den Aufbau virtueller sozialer Netzwerke mit direkter und indirekter Kommunikation. Nun gab es die Möglichkeit kurze Meldungen an eine virtuelle Pinwand zu hängen und mit Freunden zu chatten. Spielchen wie kleine Umfragen animierten die Nutzer sich zu äußern und die Äußerungen anderer zu kommentieren. Der virtuelle soziale Raum wurde mit Kommunikation gefüllt. Das Abbild des einzelnen ist damit nicht mehr nur das angelegte Profil sondern die Summe aller Äußerungen. Die virtuellen Abbilder wachsen über sich hinaus. Kommunikative Phänomene wie Small-Talk finden plötzlich ihr virtuelles Pendant, ein hoch komplexes soziales System mit eigenen Kommunikationsregeln entsteht im Paralleluniversum.

Die Welt im Netz

Google Earth versucht die Welt virtuell nachzubauen, Navigationssysteme berechnen im virtuellen Raum die beste Route zum nächsten Restaurant. Nicht nur Menschen, sondern auch Orte werden ins Paralleluniversum abgebildet. Da der Zugang zu diesem Universum nicht mehr ortsgebunden ist kann überall die lokale virtuelle Welt ergründet werden. Meldet sich ein Nutzer bei einer Plattform wie Foursquare oder Gowalla an einem Ort an ist auch seine Position im Netz abgebildet und somit verfügbar. Diese Plattformen sind heute noch in Deutschland sehr wenig verbreitet, werden aber kommen.

Kurz zusammengefasst: Folgende Faktoren machen den heutigen virtuellen Raum aus.

- direkte Kommunikation (Skype, Email, ICQ, …)
- Avatar oder Profil als digitales Abbild eines Menschen
- Nutzergenerierter Inhalt (Blogs, Flickr, Youtube)
- Aufbau sozialer Netzwerke (Friendster, MySpace, Facebook, LinkedIn, Xing)
- Indirekte Kommunikation: Foren, Statusmeldungen, öffentliche Kommentare, Tweets
- räumliche Abbildung der Welt (Google Earth, Panoramio, Navigationssysteme)
- mobile Internetnutzung (UMTS, iPhone, Blackberry)
- räumliche Abbildung der Nutzer (Foursqaure, Gowalla)

Fazit

Das virtuelle Paralleluniversum wächst in seiner Komplexität dank steter technischer Erweiterung und rapide wachsender Nutzerzahlen. Die Voraussetzung zum Aufbau komplexer sozialer Systeme sind gegeben und werden genutzt, denn der Mensch ist ein soziales Wesen. Die einzige Bremse sind derzeit Datenschutzrechtliche Bedenken und die Angst zum gläsernen Menschen zu werden. Schaut man sich aber den bedenkenlosen Umgang mit diesen Medien jener an, die damit aufwachsen, muss man feststellen das wie immer gilt: Was technisch machbar ist wird irgendwann auch gemacht.

Social Media mag ein Schlagwort sein, doch das wofür es steht wird die Zukunft auf lange Sicht prägen. Die Plattformen werden kommen und gehen und sich weiterentwickeln, sie werden jedoch nicht mehr verschwinden. Wir haben die Büchse der Pandora geöffnet.

Reise in die wunderbare Welt der Kleinmagazinzüchter

Die Hitze, die dem Frühling gefehlt hat kommt jetzt geballt und dient mir als Ausrede für Nachlässigkeit beim Schreiben. Am Wochenende war wie angekündigt Protestival. Ich hab Bilder gemacht, die schlummern aber noch in meiner Kamera und werden demnächst ihren Weg ins Internet finden.

Eine Diskussion in meinem Tagebuch als Vorlage für ein gedrucktes Heft.

Es gibt auch Sachen, die finden ihren Weg aus dem Internet auch wieder raus. Zum Beispiel die Kommentarschlacht zu meinem Artikel Der Boden des Konkreten. Angefangen hat das ganze mit einem für mich typischen Klugschissartikel über Blogs, Selbstreflektion und Metaebenen der den Begriff des Abstraktionsbalast eingeführt hat. Tamara, die dann später die Diskussion auch in ihrem selbstverlegten Magazin Transparent abdruckte machte Fernsehkonsum für die Abstraktionsschwäche vieler Menschen verantwortlich. In der Hitze des Gefechts um Massenmedien habe ich dann mal einen älteren zuvor noch nicht veröffentlichten Artikel zu Konsum und Kirche ausgepackt, der dann wiederum Pögönönö, einen scheinbar religiösen Diskutanten mit umlautreichen Pseudonym mit in die Diskussion gebracht hat. Meine Freude war groß, eine wortreiche Diskussion unterschiedlichster Ansichten fand auf meinem Blog statt. Gegen Ende des 29 Beiträge langen Kommentarblocks offenbarte Pögönönö seine (ihre) wahre Mission: Die Erde dafür vorzubereiten um sie in ein paar Milliarden Jahren in ein anderes Sonnensystem zu fliegen. Science Fiction, und das in meinem Blog. Super! Weiter ging die Diskussion beim Artikel Übergestülpte Fremdzukunft.

Es scheint weitere Freunde der Erdmobilmachung zu geben: Der Blog Armoniac hat da mehr dazu:

Planetenflottmachungsplan, gefunden auf Martin Armoniacs Blog.

Betrieben wird der von einem Martin E.T. Armoniac. Der malt und scheint aus Stuttgart zu sein. Meine Neugier wurde geweckt und ich klickte weiter: Martin malt auch für das Magazin Die unendliche Stadt. Das Stuttgarter Heft erscheint laut eigenem Bekunden seit Milliarden von Jahren stets bei Vollmond, hat das Format A5 und 10% der Einnahmen sind für einen guten Zweck.

Das Magazin „Die unendliche Stadt“ bezeichnet sich als das Begleitheft zum Umbau der Erde ins manövrierbare Großraumschiff.

Herausgeber sind Alicia Samt und Roman Zent, der Ex-Herausgeber des seriösen Groschenromans „Mareike die Raketenmaus“. Das Titelbild mit der sprechenden Ente kam mir bekannt vor. Ein Tag zuvor erschien die Ente schon auf dem Titelbild von Tamaras Magazin Transparent. Der Kreis schließt sich!

Die Ente scheint ein beliebtes Titelmotiv zu sein.

Welche Rolle spielt die Ente bei der Flottmachung der Erde für die große Reise? Welche Rolle spielt Pögönönö? Spricht Gott wirklich zu ihr oder ihm? Ich sehe dass ich in die wunderbare Welt der Stuttgarter Kleinmagazinzüchterszene gestolpert bin. Sie besitzen eine mir bis dato unbekannte Ästhetik, eine Mischung aus Word Art, den Simpsons, Coreldraw von 1995 und Psychedelik. Das trifft nicht ganz zu, aber da bin selbst ich um Worte verlegen. Schaut’s euch doch selbst an.

http://dieunendlichestadt.blogspot.com/
http://armoniac.blogspot.com/

http://www.magazintransparent.de/

PS: Die unendliche Stadt hat einen Architekturwettbewerb zum Erdumbau ausgerufen. Einsendeschluss ist der 26.7.2010. Zum nächsten Vollmond, wie hätte es auch anders sein können. Was werden die wohl tun wenn die Erde sich mal in Bewegung gesetzt hat? Dann kommt das ganze Rumgemonde aus dem Takt und keiner weiß mehr, wann das neue Heftchen kommt.

Feedbackjunkie

Die Diskussion über die Abstraktionsbereitschaft der Menschheit hat noch ein paar Wendungen genommen auf die ich an anderer Stelle mal eingehen werde. Aber was mich daran freut: Es wird diskutiert. Genau das ist, was ich am Internet als Medium so mag. Man kann seinen Senf dazu geben und den anderer probieren. So können verschiedene Perspektiven aufgezeigt werden, die Meinungshoheit der klassischen Journalisten ist gebrochen. Das bringt – wie ja hinlänglich diskutiert – Vor- und Nachteile.

Wenn ich morgens im Café meine Tageszeitung lese vermisse ich schon die Kommentare, die „Gefällt mir“-Buttons, die Links. Manchmal kommen Diskussionen mit Tischnachbarn auf, aber selten. Von Angesicht zu Angesicht sind die meisten dann doch zu zurückhaltend. Außerdem muss ich dann reagieren, kann nicht einfach weiterscrollen.

Kommentare freuen auch den Autoren. Wenn sie ausbleiben dann freut sich der weniger. Oder er fürchtet die Kritik. Ich gebe zu dass ich ein Feedbackjunkie bin. Ich checke andauernd ob und wie die Welt auf mein Geschreibsel reagiert. Wenn etwas unkommentiert durchgeht frag ich mich ob es überhaupt einer gelesen hat und wenn ja, ob es nicht einfach zu belanglos war. Ich muss aufpassen dass ich mich dann nicht all zu sehr nach der Reaktion des Lesers richte sonst schreib ich nur noch das von dem ich glaube dass es gut ankommt. Dann kann ich den Leser nicht mehr überraschen und es wird – wenngleich gefällig – auch langweilig. Wie immer: Die Mischung macht’s.

Manchmal ist es besonders schön wenn man mal was Neues ausprobiert und es funktioniert. Wenn’s nicht klappt sollte man sich nicht in den Arsch beißen.

PS: Mir kommt da eine Idee: Kommentare auf Post-Its in Café-Zeitungen kleben.