Lieber Outlook- oder Excel- statt Powerpointhotel.

Es gibt viele gute Gründe zu verreisen. Ich suche nach einem, ziehe dann aber doch einfach grundlos los.

Diesmal lande ich in Shibuya. Das ist ein Stadtviertel meiner Lieblingsstadt Tokyo, deren Bewohner ich zwar nicht versteh, sie mich aber auch nicht. Das gleicht sich aus, das kosmische Gleichgewicht kommt nicht auf die schiefe Bahn. Am Bahnhof angekommen gehe ich gleich in das erste Hotel: Shibuya Excel Tokyu Hotel. Die tabellarisch anmutende Fassade steht wohl Pate für den Namen. Wie sähe wohl ein Word-Hotel aus? Ein Powerpoint-Hotel? Nicht auszudenken!
Ich checke ein und schaue aus dem Fenster: Von hier scheint es eher das Outlook-Hotel zu sein. Und der Ausblick ist gut. Menschen wie Ameisen, emsig wuseln sie über die große Kreuzung um ihre Einkäufe zu tätigen: Neue Miniröckchen, neue Stiefel, neue knappe Unterwäsche. Kurzum: Die traditionell japanische Frauenklufft, Oberschenkel entblöst, alles andere schön bedeckt. Ich erahne schon Bedarf in meinem Kleiderschrank.
Wer übrigens pervers und verdreht genug im Hirn ist, sich ein Powerpointhotel auszumalen, der soll dies bitte für sich selbst tun. Allein beim Gedanken der architektonischen Umsetzung von Überblendungseffekten z.B. wenn der Aufzug aufgeht oder so lassen mich innerlich zusammenzucken, sodass die entsprechende innere Versöhnng nicht unter zwei paar Schuhen oder dem Äquivalent in Überkniestrümpfen japanischer Bauart vonstatten geht.

Autor: Dora Asemwald

Ich bin virtuell real.

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