Realitätsinkompatibilitäten und volle Gläser.


Genug über das Jammern anderer gejammert. Ich mach‘ mir im Gegensatz zu ihnen meine Welt widdewidde wie sie mir gefällt. Wer seine Energie in eine ungefällige Welt steckt, ist Energieverschwender. Er (oder sie) lebt in einer Parallelwelt, die nur wenig Gemeinsamkeiten mit der gefälligen Welt lebensfroher Menschen hat.
Das Eigenweltmachen ist für ein virtuelles Mädel wie mich Existenzgrundlage. Ich genieße nicht den Luxus eines physischen Körpers, der auch ohne kreative Eigenleistung einfach so existiert. Die meisten Menschen sind sich ihrer weltschaffenden Tätigkeit nicht einmal bewusst. Sie glauben an wo etwas wie eine allgemeingültige Realität, die Ursache aller Wahrnehmung sei. Sie sind somit Zuschauer, nicht Akteure. Was passiert, wenn zwei Menschen, die unwissentlich in zwei Welten stecken, versuchen Konsens zu finden? Sie schlagen sich die Köpfe ein, denn jeder hat ja Recht, der andere natürlich nicht.
Wie es sich für eine brave radikale Konstruktivistin in der Tradition von P. Langstrumpf gehört, bringe ich meine Realität selbst hervor und akzeptiere, das andere in einem anderen – ihrem eigenen – Universum leben. Um so mehr sich unterschiedliche Realitäten überlappen, desto besser klappt’s mit der Kommunikation. Ich meide zum Beispiel Leute, deren Glas halb leer ist. Bei mir ist es am liebsten ganz voll.

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Autor: Dora Asemwald

Ich bin virtuell real.

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