Der Boden des Konkreten

Es ist eine Herausforderung dem Wort „Tag“ in Tagebuch auch gerecht zu werden. Manche Tage bieten tolle Geschichten über die es lohnt zu berichten, an anderen krame ich irgendwas raus, was ich schon immer mal sagen wollte. Und dann gibt es die Tage an denen ich flink auf die Metaebene hüpfe, über das Tagebuchschreiben an sich sinniere oder noch eine Metaebene erklimme und davon erzähle, wie das Tagebuchschreiben von der Metaeebene aus so aussieht.

Das Haus dorischer Selbstrefletion mit vielen Metastockwerken:

Erdgeschoss: Ich blogge.

1. Stock: Warum blogge ich, woher kommen die Ideen und wie täusch ich über den Mangel daran hinweg?

2. Stock: Wieso mach ich mir andauernd Gedanken über das was ich da tue und tue nicht einfach das was ich tun will?

3. Stock: Wenn ich kein Thema hab fang ich an mich selbst zum Thema zu machen. Das ist dann so als ob ich zwischen zwei Spiegeln stehe und alle meinen lieben Abbilder bestaune. Selbstreflektion ist ja nicht ganz unwichtig, ich sollte dabei nur nicht die Außenwelt vergessen.

4. Stock: Ich bin eine elendige Klugscheißerin.

Die Anzahl der Metaebenen die man erklimmen kann ist dadurch begrenzt wieviel Abstraktionsbalast man mit hochschleppen kann. Keiner will das aber lesen. Also hüpf ich mal wieder ein paar Ebenen in Richtung des Boden des Konkreten. Allem voran sind solche Klugscheißereien eine dünne Ausrede für mangelnde Ideen für dolle Geschichten.

Wer nach langem Rumgelaber eine Geschichte erwartet hat wird hier enttäuscht.

PS: Das Wort Abstraktionsbalast kennt nicht mal das Google. Ich sollte es patentieren lassen und pseudowissenschaftliche Abhandlungen darüber schreiben. Das Symposium wo ich die Papiere vorstelle wird natürlich eine tolle Tasche haben.

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Autor: Dora Asemwald

Ich bin virtuell real.

32 Kommentare zu „Der Boden des Konkreten“

  1. @Tamara: Ich denke gerne abstrakt über Fußball nach, abstraktes Katzenfutter geht mir eher am Arsch vorbei. Viele würde der Blick von der Metaebene auf ihr eigenes Handeln verwirren. Ein dafür taugliches Abstraktionsvermögen gehört nicht zur Serienausstattung des Menschen. So wie es lange und kurze Beine bei Menschen gibt gibt es lange und kurze Logik. Mit zu kurzer Logik schafft man es nicht auf die Metaebene, man bleibt dann lieber beim Konkreten als dass man beim Versuch über das eigene Handeln zu sinieren sich selbst ein Bein stellt. Man handelt dann lieber einfach so wie die meisten anderen, das hat sich ja bewährt, muss also nicht hinterfragt werden.

    @eye-catcher: Hinter dem Comicbild gibts keine zugehörige Person aus Fleisch und Blut, jedoch den Zeichner, der mein Bindeglied in die Welt der Materie ist. Mir musst du online begegnen, ihn kannst du auf der Straße treffen. Meine Materielosigkeit zwingt mich ja praktisch in die Abstraktion. Da ich schlecht konkret handeln kann muss ich immer darüber schreiben, was ich mach. Schwups bin ich nicht mehr auf dem Boden.

  2. Das ist meiner Meinung nach alles Training! Und wer sich beispielsweise täglich stundenlang vor der Glotze sich sein Hirn weichklopfen läßt, hat keine Zeit zum Üben. Seine Anlagen verkümmern. Aber auch im Zustand der totalen Verkümmerung scheint noch ein Lichtlein am Ende des Tunnels, denn sich zu hinterfragen geht immer. Tut je nach Weichegrad mehr oder weniger weh und ist im gleichen Maß unbequem. Aber soo viel sinnvoller, meinst du nicht?

  3. Du hast recht. Und wenn ein gewissen Training auch nur dafür reichen würde, dass man den Abstraktdenkern nicht immer gleich die Spinnerei vorwirft.
    Jetzt frag mich mich aber: Sind die Leute dumpf weil sie sich von der Glotze das Hirn weichklopfen lassen oder schauen sie in die Glotze weil ihr Hirn von vornherein dumpf ist? Um dem Medium nicht all zu sehr auf die Füße zu treten: Glotzen ist ja nicht gleich glotzen. Manche lassen die Kiste laufen während sie sich mit was anderem beschäftigen oder wollen ganz bewusst mal abschalten. Es muss ja nicht immer Themenabend auf Arte sein. Ich glaub du redest von jenen, die dort jeden Unfug unreflektiert konsumieren und ihr Weltbild daraus basteln.

  4. Leider muß ich sagen, dass ich mehr oder weniger generell vom Fernsehen rede. Denn die Suggestionskraft dieses Mediums ist auch für die, die meinen, reflektiert fern zu sehen, meiner Meinung nach in den meisten Fällen nicht zu durchschauen. Weißt du, ich schaue seit 7 Jahren kein Fernseh mehr, ausser bei Freunden oder öffentlich per Zufall und ich merke, wie ich mich nicht vom Bild lösen kann, ich starre in den Apparat und bin nahezu nicht mehr ansprechbar. Leute, die ans Fernsehen gewöhnt sind, haben gewisse Bereiche (keine Ahnung welche) im Gehirn soweit heruntergefahren, dass sie nicht mehr mitkriegen, welche Inhalte welche Reaktionen auslösen. Ich bin da zugegebenermaßen ziemlich radikal und ich hoffe, damit niemanden zu verletzen. Die Frage ist halt, was genau während einer Entspannungsphase vorm Fernseher deaktiviert wird, in welchem Bereich Entspannung eintritt. Die Antwort darauf zu finden ist ziemlich kompliziert und erfordert auch für mich immer wieder große Anstrenung, so dass ich mir selten tiefere Gedanken darüber mache… Es denkt ja auch meistens niemand mit mir, denn es hocken ja aller vor der Glotze. %-))

  5. Je nachdem, wie ich zu mir selbst stehe, liebe Dora, werde ich als Spinnerin abgestempelt, angerempelt oder nicht. (siehe am anderen Ort!) 🙂

  6. Durch bewegte Bilder und Ton hat das Fernsehen eine sehr starke emotionale Macht über seinen Konsumenten. Und von dieser Macht wird Gebrauch gemacht. Wenn Information zu emotional verpackt wird geht der letzte Rest an Sachlichkeit flöten. Mir stellen sich immer die Haare zu Berge wenn ich das Gefühl der Manipulation bekomme, wie zum Beispiel wenn Opfer gezeigt werden und dramatische Musik dazu gespielt wird. Und das ist leider fast immer so.
    Mit Bild und Ton baut das Fernsehen ein Welt auf in die man untertaucht. Der durchschnittliche Fernsehkonsum liegt bei uns über drei Stunden pro Tag. Genug Zeit um den Zuschauern eine Welt aufzubauen. Da die Werte der dort erzeugten Welten nur wenig mit meiner gemein haben fühle ich mich stets befremdet. Am schlimmsten ist bei der Werbung und räudigen Privatsendern.
    Welche Werte hat das im Fernsehen erzeugte Weltbild?
    Wir leben in einer Überflussgesellschaft. Das heißt wir produzieren mehr als wir zum Überleben brauchen. Das heißt: Es müssen neue Bedürfnisse geschaffen werden damit die Spirale aus Produktion, Überfluss und Konsum weiter gedreht werden kann. Zufriedene Menschen haben weniger Bedürfnisse, sind somit der Konsumgesellschaft ein Dorn im Auge. Die Werbung und die darüber finanzierten Medien haben somit ein klar definiertes Ziel: Unzufriedenheit. Zeige den Menschen was sie nicht haben. Hänge ihnen die Karotte vor die Nase. Ich will das jetzt gar nicht mal so kritisch sehen da die Unzufriedenheit in der Natur des Menschen liegt und oft auch ein guter Antrieb ist. Doch das ist ein anderes Thema. Jedenfalls ekelt mich der offensichtliche Versuch mir meine Zufriedenheit zu rauben weshalb ich so suggestive Medien wie das Fernsehen meide. Ich schau jedoch auch gerne Filme, die sind nicht immer so einfach gestrickt. Man darf auch nicht vergessen dass es Medien waren, die damals das Greul des Vietnamkrieges in die Köpfe der Westler gebracht haben. Bilder von Katastrophen bringen Menschen auch dazu für Hilfe zu spenden. Ich könnte hier jetzt noch 3 Kilometer schreiben, will aber mal ein Fazit formulieren: Ich kann kein Medium an sich verfluchen, auch nicht das Fernsehen. Es ist ein Teil unserer Gesellschaft dem man sich nicht kritiklos aussetzen darf, aber ebenso sind wir auch Produkte und somit Teile dieser Gesellschaft und können sie nicht verfluchen.
    Ich hab mal was über Konsum und Kirche geschrieben:

    Eigentlich geht es mir gut. Meine Grundbedürfnisse sind gedeckt, ich hab ein Dach über dem Kopf, ausreichend zu essen, bin medizinisch versorgt und gut unterhalten. Diesen Zustand teile ich mit den meisten anderen Mitgliedern unserer Gesellschaft, die mehr produzieren kann als zur Sicherung unserer Grundbedürfnisse nötig wäre. Wären wir alle genügsam, dann müssten wir viel weniger schaffen und wären mit dem Minimum zufrieden. Sind wir aber nicht. Wir wollen mehr, egal ob wir es brauchen oder nicht. Allein das es mehr gibt ist Grund genug mehr zu wollen. Und wir sind nie zufrieden, denn wenn wir erreicht haben, was wir wollten, gibt es wieder was Neues. Das nennt sich Fortschritt und ist der Motor der Gesellschaft, die Karotte am Stock, immer in Sichtweite, aber außerhalb der Reichweite. Sie hat uns schon aus der Höhle gelockt, die wir als genügsame Wesen nie verlassen hätten. Kurzum: Es liegt in der Natur des Menschen, nach mehr zu streben. Unzufriedenheit ist unsere treibende Kraft. Wer befriedigt, hat die Macht. Wer schlau ist, bestimmt selbst das Bedürfnis, in dem er das Ideal schafft, nach dem alle streben. So funktioniert unsere Konsumgesellschaft, die Medien schaffen Traumbilder und die Industrie bietet Produkte, die den Hunger stillen sollen. Unerreichbare Ideale schaffen und Erlösung bieten ist der Schlüssel zur Macht.
    Das ist gefundenes Fressen für Gesellschaftskritiker, die in den Medien, der Werbung und der Industrie den Teufel sehen. Dieses Prinzip ist jedoch kein Produkt der Konsumgesellschaft, sie ist nicht einmal sonderlich gut darin, es auszunutzen. Die wahren Meister sind die Kirchen. Besonders erfolgreich: die katholische Kirche. Seit fast zweitausend Jahren bietet sie das selbe Produkt in einer wachsenden Zahl von Kulturkreisen an – mit großem Erfolg. Jede Marketingabteilung kann sich davon eine Scheibe abschneiden.
    Die Grundprinzipien fast aller Religionen sind Sünde, Schuld, Sühne, Vergebung und Erlösung. Wer sündigt, kommt in die Hölle. Es sei denn, er wird erlöst, dann wartet der Himmel. Erlösung ist das Erfolgsprodukt der Kirchen. Erfolgreiche unter ihnen haben das System perfektioniert. Das fängt bei der Definition der Sünden an. Um so mehr Sünde es gibt, um so größer ist der Bedarf an Erlösung. Verbietet man dem Mensch seine natürlichen, sexuellen, Triebe, dann wird er automatisch zum Sünder. Wenn seine Sünde auch noch Lust erzeugt, dann fühlt er sich um so schuldiger. Das Resultat: Eine Gesellschaft im steten Zustand der Schuld – einer Schuld, von der sie nur die Kirche erlösen kann. Nur eine Kirche, denn wer andere Kirchen aufsucht, versündigt sich erst recht.
    Was haben wir daraus gelernt? Ideale müssen unerreichbar und wider der Natur des Menschen sein. Die Werbeindustrie hat gut aufgepasst, sie hat die Magersucht zum Ideal erhoben. Nur wer dem natürlichen Drang zu essen bis kurz vor dem Verhungern widerstehen kann, ist frei von Schuld. Alle anderen sind Sünder, sie tragen ihre Schuld auf den Hüften und müssen sich dafür schämen. Vergeben wird jenen, die Produkte der richtigen Marken kaufen. Konsum als Ablass auf dem Weg zur Erlösung.
    Im Vergleich zu den meisten Religionen scheint die Konsumgesellschaft jedoch nett und harmlos, da ist noch eine Menge Entwicklungspotenzial. Noch ist es möglich, seine eigenen Markengötter zu wählen, ohne einen Scheiterhaufen fürchten zu müssen. Auch die Androhung ewiger Höllenqualen sucht bislang ihr Äquivalent. Solange die Marketingfachleute noch nicht alle Tricks der Kirchen abgekupfert haben, freue ich mich sogar darüber, dass Marken die neuen Götter seien sollen. Die alten sind mir ein bisschen zu dominant und brutal.

    1. Lieber (Liebe?) Pögönönö:
      Kommt auf die Religion drauf an. Und natürlich was man draus macht. Wenn du zufrieden und glücklich bist und das bei anderen nicht verhinderst dann nur zu!
      Oder genauer gesagt: Wenn dich Religion zu einem besseren Menschen macht dann ist sie auf jeden Fall geil. Ich freu mich immer wenn jemand die typischen religiösen Werte wie Nächstenliebe lebt, ungeachtet dessen was er oder sie glaubt. Besonders unschön finde ich jedoch jene, die im Namen einer Religion unmoralisch Handeln. Besonders schlimm ist wenn ein Gott dann auch noch für Kriege herhalten muss, wie zum Beispiel der Irak-krieg. Ich kann mit Auge um Auge nichts anfangen, glaube gar dass das die Basis der meisten Kriege ist. Ich mag die christliche Idee des andere Wange hinhaltens, also auch des Verzeihens. Ich muss jedoch eingestehen dass dies eine verdammt harte Übung ist die einem leider nicht immer gelingt. Aber wenigstens versuchen sollte man es. Nur so kann Frieden entstehen. Nachtragend sein ist eine schlimme Untugend. Manchmal fürchte ich gar dass die Forderung zum andere Wange hinhalten nicht der Menschlichen Grundausstattung entspricht und deshalb meistens ignoriert wird oder einfach durch Rückbezug auf das alte Testament mit einem nicht ganz so freundlichen Gott aushebelt. Und da kommt der Punkt den ich nicht so ganz an der christlichen Religion verstehe: Wenn Jesus sich gegen die Lehre des alten Testaments aufgelehnt hat, wie kann es dann sein dass dieses doch eher blutrünstige Buch gleichberechtigt mit dem neuen Testament in ein Buch gepackt wird? Was bringt es Vergeben zu predigen wenn ein paar Kapitel vorher Zahn um Zahn gefordert wird?
      Lieber Pögönönö, kannst du mir da weiterhelfen?

      1. Mein Lieblingswiderspruchsbeispiel ist das folgende: Erst sagt der Gott: Du sollst nicht töten. Dann sagt genau der Gleiche: Löschet die Ägypter aus. Tja…

        Hatte am Wochenende auch eine Diskussion über Gott, den christlichen, und alles, was ich nicht verstehe. Der Gläubige zieht sich genüsslich bei jeder Antwort, die er nicht geben kann, in sein: „Ja, das muß man halt glauben!“ zurück und fühlt sich dabei auch noch wohl und selig.

        Deine Frage kann ich inwofern beantworten, als dass die Gebräüder Grimm mit all ihren Hexen auf Besen etc. zu einer gewissen zeit auch noch als wahr gegolten haben. Es wird die Zeit kommen, da werden die Märchen der Bibel auch als solche behandelt. Einzeln gesehen, jedes für sich, dann gibt es keinen Gesamtkonsens mehr, der sich überall wiederspricht. Und dann passt das auch wieder!

        Auch ich finde gewisse Werte aus der Religion sinnvoll, gerade die Versöhnung wird zur Zeit von mir intensiv praktiziert; ich habe keine Lust mehr auf Streit. Ich sehe keinen Sinn mehr darin, der mich weiterführen könnte.

        Oft, wenn ich zur Zeit meinen Senf vom Stapel lasse, werde ich gefragt, ob ich christlich bin. Mir kommt’s jedesmal fast hoch, ich kann gerade noch ein: „Niemals“ herauswürgen, aber was ich da so fasele hat viel mit positiven Werten aus gelebter Religion zu tun.

        Ich finde aber auch Werte aus anderen Religionen gut, jede hat ihre guten Seiten und Mißbräucher, die sich ihrem stärksten Werkzeug, der Angst, bedienen.

        Ich hoffe, die Entmythisierung der Bibel findet demnächst dann mal im großen Stil statt.

  7. klar muss man aufpassen mit Religion. Mit Feuer passt man ja auch auf, denn da kann viel Schlimmes passieren! 🙂

  8. Liebe Leute, hier wenigstens mal ein Beispiel für die Blutrünstigkeit eines nicht ganz so freundlichen Gottes:

    2. Makkabäer 7 (Apokryphen)
    (http://www.bibleserver.com/index.php?mode=text&ref=2+Makk7&trl_desig=EU&language=de&gw=go)
    1 Ein andermal geschah es, dass man sieben Brüder mit ihrer Mutter festnahm. Der König wollte sie zwingen, entgegen dem göttlichen Gesetz Schweinefleisch zu essen, und ließ sie darum mit Geißeln und Riemen peitschen.
    2 Einer von ihnen ergriff für die andern das Wort und sagte: Was willst du uns fragen und von uns wissen? Eher sterben wir, als dass wir die Gesetze unserer Väter übertreten.
    3 Da wurde der König zornig und befahl, Pfannen und Kessel heiß zu machen.
    4 Kaum waren sie heiß geworden, ließ er ihrem Sprecher die Zunge abschneiden, ihm nach Skythenart die Kopfhaut abziehen und Nase, Ohren, Hände und Füße stückweise abhacken. Dabei mussten die anderen Brüder und die Mutter zuschauen.
    5 Den grässlich Verstümmelten, der noch atmete, ließ er ans Feuer bringen und in der Pfanne braten. Während sich der Dunst aus der Pfanne nach allen Seiten verbreitete, sprachen sie und ihre Mutter einander Mut zu, in edler Haltung zu sterben. Sie sagten:
    6 Gott der Herr schaut auf uns und gewiss hat er Erbarmen mit uns. Denn so hat es Mose klar gesagt in dem Lied, in dem er öffentlich das Volk anklagte: Und er wird mit seinen Dienern Erbarmen haben.
    7 Als der erste der Brüder auf diese Weise gestorben war, führten sie den zweiten zur Folterung. Sie zogen ihm die Kopfhaut samt den Haaren ab und fragten ihn: Willst du essen, bevor wir dich Glied für Glied foltern?
    8 Er antwortete in seiner Muttersprache: Nein! Deshalb wurde er genauso wie der erste gefoltert.
    9 Als er in den letzten Zügen lag, sagte er: Du Unmensch! Du nimmst uns dieses Leben; aber der König der Welt wird uns zu einem neuen, ewigen Leben auferwecken, weil wir für seine Gesetze gestorben sind.
    10 Nach ihm folterten sie den dritten. Als sie seine Zunge forderten, streckte er sie sofort heraus und hielt mutig die Hände hin.
    11 Dabei sagte er gefasst: Vom Himmel habe ich sie bekommen und wegen seiner Gesetze achte ich nicht auf sie. Von ihm hoffe ich sie wiederzuerlangen.
    12 Sogar der König und seine Leute staunten über den Mut des jungen Mannes, dem die Schmerzen nichts bedeuteten.
    13 Als er tot war, quälten und misshandelten sie den vierten genauso.
    14 Dieser sagte, als er dem Ende nahe war: Gott hat uns die Hoffnung gegeben, dass er uns wieder auferweckt. Darauf warten wir gern, wenn wir von Menschenhand sterben. Für dich aber gibt es keine Auferstehung zum Leben.
    15 Anschließend nahmen sie sich den fünften vor und misshandelten ihn.
    16 Der sah den König an und sagte: Du bist ein vergänglicher Mensch und doch hast du die Macht unter den Menschen zu tun, was du willst. Aber glaub nicht, unser Volk sei von Gott verlassen.
    17 Mach nur so weiter! Du wirst seine gewaltige Kraft spüren, wenn er dich und deine Nachkommen züchtigt.
    18 Nach ihm holten sie den sechsten. Sterbend sagte er: Lass dich nicht täuschen! Du wirst nichts ausrichten. Denn wir sind selbst schuld an unserem Leid, weil wir gegen unseren Gott gesündigt haben. Darum konnte so Unfassbares geschehen.
    19 Glaub aber ja nicht, dass du heil davonkommst; denn du hast es gewagt, mit Gott zu kämpfen.
    20 Auch die Mutter war überaus bewundernswert und sie hat es verdient, dass man sich an sie mit Hochachtung erinnert. An einem einzigen Tag sah sie nacheinander ihre sieben Söhne sterben und ertrug es tapfer, weil sie dem Herrn vertraute.
    21 In edler Gesinnung stärkte sie ihr weibliches Gemüt mit männlichem Mut, redete jedem von ihnen in ihrer Muttersprache zu und sagte:
    22 Ich weiß nicht, wie ihr in meinem Leib entstanden seid, noch habe ich euch Atem und Leben geschenkt; auch habe ich keinen von euch aus den Grundstoffen zusammengefügt.
    23 Nein, der Schöpfer der Welt hat den werdenden Menschen geformt, als er entstand; er kennt die Entstehung aller Dinge. Er gibt euch gnädig Atem und Leben wieder, weil ihr jetzt um seiner Gesetze willen nicht auf euch achtet.
    24 Antiochus aber glaubte, sie verachte ihn, und er hatte den Verdacht, sie wolle ihn beschimpfen. Nun war nur noch der Jüngste übrig. Auf ihn redete der König nicht nur mit guten Worten ein, sondern versprach ihm unter vielen Eiden, ihn reich und sehr glücklich zu machen, wenn er von der Lebensart seiner Väter abfalle; auch wolle er ihn zu seinem Freund machen und ihn mit hohen Staatsämtern betrauen.
    25 Als der Junge nicht darauf einging, rief der König die Mutter und redete ihr zu, sie solle dem Knaben doch raten, sich zu retten.
    26 Erst nach langem Zureden willigte sie ein, ihren Sohn zu überreden.
    27 Sie beugte sich zu ihm nieder, und den grausamen Tyrannen verspottend, sagte sie in ihrer Muttersprache: Mein Sohn, hab Mitleid mit mir! Neun Monate habe ich dich in meinem Leib getragen, ich habe dich drei Jahre gestillt, dich ernährt, erzogen und für dich gesorgt, bis du nun so groß geworden bist.
    28 Ich bitte dich, mein Kind, schau dir den Himmel und die Erde an; sieh alles, was es da gibt, und erkenne: Gott hat das aus dem Nichts erschaffen und so entstehen auch die Menschen.
    29 Hab keine Angst vor diesem Henker, sei deiner Brüder würdig und nimm den Tod an! Dann werde ich dich zur Zeit der Gnade mit deinen Brüdern wiederbekommen.
    30 Kaum hatte sie aufgehört, da sagte der Junge: Auf wen wartet ihr? Dem Befehl des Königs gehorche ich nicht; ich höre auf den Befehl des Gesetzes, das unseren Vätern durch Mose gegeben wurde.
    31 Du aber, der sich alle diese Bosheiten gegen die Hebräer ausgedacht hat, du wirst Gottes Händen nicht entkommen.
    32 Denn wir leiden nur, weil wir gesündigt haben.
    33 Wenn auch der lebendige Herr eine kurze Zeit lang zornig auf uns ist, um uns durch Strafen zu erziehen, so wird er sich doch mit seinen Dienern wieder versöhnen.
    34 Du Ruchloser aber, du größter Verbrecher der Menschheit, überheb dich nicht und werde nicht durch falsche Hoffnungen übermütig, wenn du deine Hand gegen die Kinder des Himmels erhebst.
    35 Denn noch bist du dem Gericht des allmächtigen Gottes, der alles sieht, nicht entronnen.
    36 Unsere Brüder sind nach kurzem Leiden mit der göttlichen Zusicherung ewigen Lebens gestorben; du jedoch wirst beim Gericht Gottes die gerechte Strafe für deinen Übermut zahlen.
    37 Ich gebe wie meine Brüder Leib und Leben hin für die Gesetze unserer Väter und rufe zu Gott, er möge seinem Volk bald wieder gnädig sein; du aber sollst unter Qualen und Schlägen bekennen müssen, dass nur er Gott ist.
    38 Bei mir und meinen Brüdern möge der Zorn des Allherrschers aufhören, der sich zu Recht über unser ganzes Volk ergossen hat.
    39 Da wurde der König zornig und verfuhr mit ihm noch schlimmer als mit den anderen – so sehr hatte ihn der Hohn verletzt.
    40 Auch der Jüngste starb also mit reinem Herzen und vollendetem Gottvertrauen.
    41 Zuletzt starb nach ihren Söhnen die Mutter.
    42 Soviel sei über die Opfergelage und die schlimmen Misshandlungen berichtet.

    Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift
    © 1980 Katholische Bibelanstalt, Stuttgart.

    Lächerlich, gell, wie sich die sieben Brüder und die Mutter verhalten haben, gell, haben halt voll an Gott geglaubt und nix geblickt, aber die waren halt auch noch nicht so aufgeklärt wie wir. Wie kann man so dumm sein, Gott oder sonstwen für die eigenen Verbrechen zu instrumentalisieren, statt einfach ein bisschen kommunikativer zu werden und halt auch mal Schweinefleisch zu essen – und dann widerspricht sich auch noch das NT mit dem AT, also es ist wirklich peinlich… grausam peinlich… und unglaublich! Mit so einer blutrünstigen, verlogenen Religion, die sich hinten und vorne widerspricht, will auch ich nichts zu tun haben, und außerdem nimmt sie mir Leser weg, die dann keine Zeit mehr haben, auf „Gefällt mir“ zu drücken – NIEDER mit dieser verlogenen Religion! Tretet aus den Kirchen aus! Sie wollen nur Euer Blut! Diskutiert lieber in meinem Blog über egal was, Hauptsache bei mir! ;O)

    1. Ich kannte diese Stelle vorher nicht, aber sie redet ja nicht von einem Gläubigen, ist nur Beispiel für die innere Stärke des auserwählten Volkes, wie man sie scheinbar auch zu Zeiten Jesus unter den Juden fand. Bloß warum glauben die Juden nicht an Jesus? Und warum bekämpfen sich alle? Ich les grad mal weiter, denn das scheint mir doch sehr interessant zu werden.

  9. nein, man muss schon ganz klar sagen, dass der betreffende König (Antiochus, Heide) eben NICHT der betreffenden, blutrünstigen Religion angehört hat, sondern eben „Heide“ war. Um Deinen ernsten Fragen: „Was bringt es Vergeben zu predigen wenn ein paar Kapitel vorher Zahn um Zahn gefordert wird?“ und wofür zwei sich vermeintlich widersprechende Bücher zusammen binden?, von meiner Seite aus (300 Meter zum Asemwald) vielleicht ansatzweise gerecht zu werden, Dora, würde ich darauf tippen, dass das eine eben aus dem anderen entstanden ist und dass man das zweite eben viel besser verstehen kann, wenn man das erste kennt, das nun einmal seine Vorgeschichte mit all den vielen Auslösern (geistigen Sprungbrettern) enthält, die es erst möglich gemacht haben, dass ein Mensch wie Jesus Christus entstehen und auch Wirkung haben konnte?

    Bspw. 1. Makk. 5, 43 und drumherum: „… Da nun also Judas [ein anderer, ein Namensvorvetter?] und sein Heer zuerst über das Wasser [ein Wasserlaufvorlauf?] kamen, flohen die Feinde usw…“

    Es gibt sehr viel deutlichere Stellen, siehe eben Altes Testament. Ich hab sie ZWAR SCHON alle gelesen, aber leider nicht im Kopf, bin kein Fachmann und habe sie leider nicht so parat. Wenn Dich das Thema wirklich interessiert, empfehle ich Dir DRINGEND, nicht mir oder anderen halbwissenden, nur kommunikationssüchtigen Internetjunkies zu glauben, die hier ohne gestoppt zu werden frei daherlabern und möglicherweise noch an falschen Gerüchten mitkochen (Stichwort: selbstverstärkende Dummheit), sondern die betreffenden Schriften einfach mal zu LESEN, wenigstens einmal, und dann vielleicht lieber auf echte Religionswissenschaftler zu vertrauen, auf BibelFACHleute, die das alles jedenfalls mehrmals und häufiger gelesen, hinterfragt und erforscht haben, die ihr ganzes LEBEN diesen Fragen gewidmet haben (Hans Küng und wie sie alle heißen), die also besser wissen, von was sie eigentlich reden, als wir das hier tun.

  10. Das das alte Testament wichtig für das neue ist will ich nicht bestreiten. Meine Behauptung bezieht sich eher auf ein anderes Problem: Noch heute werden blutige Rachefeldzüge im Namen Gottes geführt (Irakkrieg). Nach christlichen Grundsätzen lässt sich das nicht rechtfertigen, nach alttestamentarischen schon. Matthäus 5, 43:

    43 Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen. 44 Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen, 45 damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel werdet; denn er lässt seine Sonne aufgehen über Bösen und Guten, und er lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. 46 Wenn ihr nämlich nur die liebt, die euch lieben, welchen Lohn könnt ihr dafür erwarten? Tun das nicht auch die Zöllner? 47 Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr damit Besonderes? Tun das nicht auch die Heiden? 48 Ihr sollt also vollkommen sein, wie es auch euer himmlischer Vater ist. (selbe Quelle wie oben)

    Anstelle dessen wurde nach dem Auge um Auge-Prinzip Vergeltung geübt. Ich muss nicht studierter Theologe sein um zu erkennen, dass hier eine sehr freie Auslegung der Bibel als Rechtfertigung für einen Krieg genutzt werden. Da aber die meisten gläubigen Amerikaner so halbwissend sind wie wir kommunikationssüchtigen Internetjunkies verlassen sie sich auf sogenannte Autoritäten die sich als BibelFACHleute ausgeben. Sie lassen sich vom frei daherlabern stoppen und überlassen anderen das Denken. Sie folgen blind und unreflektiert.
    Lieber Pögönönö: Ich finde es schade dass du die Kommunikation im Internet in ein solch schlechtes Licht rückst, insbesondere weil du ja selbst daran teil nimmst. Es mag stimmen dass es unter uns viele geistlose Polemiker gibt, die im unreflektierten Kirchenhass um sich schlagen. Deine letzte Antwort trieft jedoch auch vor Polemik. Das find ich schade. Ich kann es jedoch nachvollziehen dass für einen gläubigen Menschen frustrierend ist wenn das Internet voll von unfundierter Glaubenskritik ist. Dort gibt es bisweilen den selben Dogmatismus der eben von den Kritikern angeprangert wird.
    Ich finde es gut dass im Intnernet frei über Glaubensfragen dahergelabert wird und finde den Gedanken, dass so etwas von jemand gestoppt werden könnte fürchterlich. Die Redefreiheit birgt die Gefahr der „Selbstverstärkenden Dummheit“, die Redeunfreiheit jedoch die von oben verordnete Dummheit. Jeder von uns ist frei sich seine eigene Meinung zu bilden und ich finde es gut dass hier viele Menschen nicht nur dafür eine Plattform bieten sondern auch dazu beitragen.

    Zum Bibelzitat (Makkabäer): Diese Bibelstelle hat gar nichts mit dem Thema zu tun. Hier geht es nicht um das Handeln eines Gottes sondern um den Glauben an ihn. Die Grausamkeit ist menschgemacht. Ich glaube zum Thema Grausamkeit des alttestamentarischen Gottes gibt es passendere Stellen. Ich find es gut, wenn hier die Bibel direkt zitiert wird. Vielleicht finden wir ja auch ohne Bibelforscher ein paar geeignete Stellen.

  11. nein, es gibt ÜBERHAUPT keine Stellen zur Grausamkeit des alltestamentarischen Gottes; wir werden in KEINER Religion und auch sonst nirgends stichfeste Beweise für grausames Handeln von Gottheiten finden. Weil die Grausamkeiten, wie Du einen Satz vorher schreibst, menschgemacht sind. Tiere würde ich gerne noch hinzufügen, an vorderster Stelle Katzen, die, obwohl man ihnen Futter hingestellt hat, Mäuse aus reiner Selbstbelustigung töten. Und fleischfressende Pflanzen.

  12. 2. Samuel, 24:
    12 Geh und sag zu David: So spricht der Herr: Dreierlei lege ich dir vor. Wähl dir eines davon! Das werde ich dir antun. 13 Gad kam zu David, teilte ihm das Wort mit und sagte: Was soll über dich kommen? Sieben Jahre Hungersnot in deinem Land? Oder drei Monate, in denen dich deine Feinde verfolgen und du vor ihnen fliehen musst? Oder soll drei Tage lang die Pest in deinem Land wüten? Überleg dir sehr genau, was ich dem, der mich gesandt hat, als Antwort überbringen soll. 14 Da sagte David zu Gad: Ich habe große Angst. Wir wollen lieber dem Herrn in die Hände fallen, denn seine Barmherzigkeit ist groß; den Menschen aber möchte ich nicht in die Hände fallen. 15 Da ließ der Herr über Israel eine Pest kommen; sie dauerte von jenem Morgen an bis zu dem festgesetzten Zeitpunkt und es starben zwischen Dan und Beerscheba siebzigtausend Menschen im Volk.
    70.000 Tote, weil David gesündigt hat.

    Oder wie wär’s damit, es müssen ja nicht immer 70.000 sein:
    10 Da entbrannte der Zorn des Herrn gegen Usa und er erschlug ihn, weil er seine Hand nach der Lade ausgestreckt hatte, sodass er dort vor Gott starb.
    (1. Chronik 13)

    Es stimmt, es gibt keine stichfesten Beweise für das Eingreifen eines Gottes. Weil es keine stichfesten Beweise für irgend ein Handeln eines Gottes gibt. Du hast richtig erkannt: vieles ist von Menschen gemacht, den Rest hat die Natur bewältigt (Seuchen, Naturkatastrophen, Katzen). Ich glaube die Götter existieren. In den Köpfen der Menschen. Sie sind die Erklärung für das Unerklärte. Und eine tolle Rechtfertigung für alle möglichen Grausamkeiten.

    Ich würde gerne mal wissen, wie du Grausamkeit definierst. Ein Katze die zum Spaß tötet bezeichnest du als grausam. Dem Tier, dessen grausam ermordeter Leichnahm in der Katzenfutterdose gelandet ist ist es noch viel schlimmer ergangen. Im Gegensatz zur Maus hat es nie ein Chance gehabt zu entkommen und musste ein Leben in Gefangenschaft unter unwürdigsten Verhältnissen fristen. Wenn die Katze ihr Fressen lieber selbst fängt ist liegt es vielleicht daran, dass sie sich der Grausamkeit der Katzenfutterindustrie widersetzen möchte.
    Ich könnte hier vom hunderdsten ins tausendste kommen, will das aber mal lassen.

  13. Verblendung, skandinavische Fernsehproduktion: Es werden mehrere junge Frauen gefoltert und ermordet und es findet sich zu jedem Mord ein Bibelzitat (Du sollst sie im Schweinestall in ihrem eigenen Kot liegen lassen und ihr eine Arschbacke abschneiden etwa). Müßte ich mir nochmal anschauen und kann ich auch all denen wärmstens ans Herz legen, die mehr Beispiele für „Gottes“ Grausamkeit suchen.

    Klar, Dora, wir sehen Gott nicht, deshalb können weder gute noch schlechte Taten von ihm dokumentiert sein. Aber die Christen sind schlau, sie hatten jetzt ja auch lang genug Zeit für ihre Scheinargumentationen. Frei nach dem Motto: Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen verschwinden alle miesen, undurchsichtigen, zweifelhaften und grausamen „Taten“ „Gottes“ (sorry, aber ich kann bei so anstraktabsurden Diskussionsinhalten wie „Gott“ nicht auf die Extrakennzeichnung verzichten) im Nähkästchen des „Das muß man halt glauben“ oder „Man muß halt den Zusammenhang sehen“ oder „Das war ja das alte Testament.“ oder „In Bibelstelle soundso steht dann aber wieder…“ etc. untergebracht.

    Ich bin kein Bibelforscher. Im Gegenteil! Ich weigere mich, die Bibel zu lesen, damit ich mich und meine kostbare Zeit für Diskussionen wie diese aufbewahren kann, denn das ich wichtiger, als sich hinter inkonkreten, sich widersprechenden Aussagen eines der wahrscheinlichsten Logik nach nicht existierenden Gottes zu verschanzen.

    Ja, ich habe mit Wahrscheinlichkeitsabgleichungen vom Glauben weggefunden. Die Wahrscheinlichkeit nämlich, dass „Gott“ tatsächlich so ist, wie es in dem verstaubten Buch steht, strebt für mich gegen 0.

    Für mich sieht es so aus, als würde der immer noch sehr minderbemittelte und unentwickelte Geist der Menschheit als Gesamte durch der Kirche stärkstes Instrument (s.a.a.O) die Angst solange malträtiert und solange bearbeitet, bis er sich fügt.

    Da die meisten Christen, so wie ich hörte, die Religion nicht mehr im Herzen tragen, sondern nur noch als Konsummittel verwenden und „Gott“ sich auch damit besänftigen läßt, neuer Ablass=Zeitverschwendung z.B. Bibellektüre, sie aber die große Angst vor dem spüren, was nach dem Leben kommen könnte, wenn sie ihre Zeit nicht für „Gott“ herschenken, Hölle, dient Religion heutzutage nur noch der Feindbildbestimmung und das Anzetteln von religiösen Kriegen wird (ist schon immer) logische Konsequenz.

    Jetzt wird’s wieder einfacher: Neulich hatte ich ein Gespräch mit einem ehrenamtlichen Mitarbeiter der Stiftskirche, der ganz klar, mehrfach, polarisierte: Man kann nur glauben, oder nicht glauben. Allen, die glauben wird wegen Jesus verziehen, alle anderen (s.a. Beispiel der Makbäer oben) werden vor oder von Gott vernichtet. Ist er nicht allmächtig und gütig? Stehe ich im Zweifel, was nach der Erläuterung des Herren in der Stiftskirche gleich Nichtglauben ist, werde ich vernichtet. Gütiger Gott!!!

  14. Die Bibel ist die Grundlage des christlichen Glaubens und dieser ist wiederum die Basis unsere Kultur. Das muss einem nicht gefallen, ist aber so. In sofern halte ich es für wichtig, die Bibel zu lesen um unsere Kultur besser zu verstehen. Ich gebe zu dass ich das ganze Buch nie am Stück gelesen habe, nur einzelne Ausschnitte daraus.
    Die Bibel ist in einem Zeitalter entstanden welches nur wenige Gemeinsamkeiten mit unserer hatte. Die Definition dessen, was wir als grausam bezeichnen ist ein Produkt unserer aufgeklärten Kultur und hat nichts mit dem zu tun, was in biblischen Zeiten als grausam definiert war. Die Geschichte des alten Testamentes ist eine Aneinanderreihung von Gräueltaten und Kriegen. Die Israeliten, Kanaaniter, die Judäer und wie sie alle heißen schlagen sich die Schädel ein, vergewaltigen und vernichten alles was ihn in den Weg kommt – selbstredend im Namen Gottes. Und wenn Gott erzürnt ist fließt noch mehr Blut oder er fordert, dass ihm ein Alter gebaut wird auf dem nicht nur Mäuse von Katzen sinnlos geopfert werden. Das waren andere Zeiten. Die Gesetze die in diesen alten Texten geschrieben stehen basieren auf einer anderen Kultur. Wenn ein gläubiger Mensch von heute all das abstrahieren kann ist das in Ordnung. Versteht man die Bibel jedoch als heilige Schrift die Wort für Wort ernst genommen werden soll, dann ist das eine harte Übung im Thema Paradoxien verarbeiten. Das fängt schon am Anfang an. In Genesis stehen zwei widersprüchliche Schöpfungsgeschichten . Da wäre zu erst die „Gott schuf die Welt in sieben Tagen Theorie“ (http://www.bibleserver.com/text/1.Mose#/text/EU/1.Mose1) und dann die Adam und Eva Geschichte. Zuerst schafft Gott Mann und Frau gleich nach seinem eigenen Abbild, dann ein paar Zeilen weiter erschafft Gott den Mann, aus dessen Rippe er die Frau formt. Beide schließen einander aus, da sie sich in vielen Punkten widersprechen. Ein Kreationist, der wortwörtlich der Bibel glaubt – wie es viele in USA zum Beispiel tun – muss schon auf den ersten Seiten der Bibel so einiges schlucken. Wenn es ihm gut tut, dann soll er sich seine Welt auf solchen Bildern aufbauen.
    Jeder hat das Recht sein eigenes Weltbild zu haben. Schlimm wird es, wenn man sein eigenes Weltbild für das einzig wahre hält und andere bekehren will. Die Geschichte der Religion ist leider auch eine Geschichte der Bekehrung, meist mit Feuer und Flamme. Noch heute werden im Namen der Götter unzählige Gräueltaten begangen weil die wenigsten Menschen akzeptieren können, dass es nicht nur eine Wahrheit gibt.
    Man muss nicht die Bibel gelesen haben um über das Wirken von Religion auf dieser Welt zu urteilen. Man kann ihnen auf der einen Seite ihre humanitären Leistungen zu Gute halten. Betrachtet man jedoch die Verhütungspolitik der katholischen Kirche in Drittweltländern muss man ihnen die Verantworten für viel Grausamkeit geben die entsteht, wenn die nicht verhüteten Kinder verhungern. Solange es keinen Schaden anrichtet sollte jeder den Glauben haben, der ihm gefällt. Aber bitte nicht vergessen: Jeder ist selbst für sein handeln verantwortlich. Böses im Namen einer Religion ist und bleibt Böses.

  15. Oder wie wär’s damit, es müssen ja nicht immer 70.000 sein:
    10 Da entbrannte der Zorn des Herrn gegen Usa und er erschlug ihn, weil er seine Hand nach der Lade ausgestreckt hatte, sodass er dort vor Gott starb.
    (1. Chronik 13)

    Ich würde kritisch behaupten, und vor allem sehr stolz auf meine Kritikfähigkeit sein, dass die USA damals wohl eher von einem ekeligen Priester erschlagen wurden, der beim Sex mit Kindern erwischt wurde? Auch wenn ich sagen muss, dass die Dreckskatze ihre gequälten Mäuse NICHT FRISST, sondern eben nur Dosenfutter haben möchte, während die echten, erkennbaren, erbarmungslos erwürgten Mäuse herumliegen bleiben (dank Dora versuche ich aber auch zu sehen: sie will sie mir vielleicht schenken und mich dazu überreden, „zurück zur Natur“ zu kommen? Sobald ich dann also selbst Mäuse jage, wird auch sie wieder ihre Mäuse aufessen? Oder was ist da los?), kann ich Dir bzw. Euch in vielen Punkten zustimmen.

    Aber nicht in allen. Ich finde Religion sehr gut, weil nur sie den Generationen Kräfte verleihen kann, die sie sonst nie haben könnten. Generationsübergreifende Wunderkräfte. Religion hat es z. B. geschafft, dass Bauwerke begonnen wurden, OBWOHL die, die die Grundsteine gelegt und mit den Arbeiten begonnen hatten, WUSSTEN, dass sie SELBST deren Fertigstellung niemals erleben würden. (Es handelt sich hier um Arbeiten, die von Selbstlosen FÜR UNS ALLE, die für die Zukunft geleistet wurden. So etwas gibt es heute kaum noch, seht Euch doch die ganzen Billighäuser an: ruckzuck fertig, damit sie schnell genutzt werden können, solange man selbst noch lebt.) Die positiven Seiten von Religion müssen unbedingt gesehen werden. SEHR viel Gutes ist mit Hilfe und im Namen der allerhöchsten Instanz(en) geschehen und das sollte auch respektiert werden.

    Ich finde es schade, dass um das Wort Gottes (zu) viel Trara gemacht wird. Das kommt wohl von der Verschriftlichung, von der schriftlichen Fixierung und unserer gleichzeitigen Sucht und Suche nach Widerspruchslosigkeit. Wir wollen Eindeutigkeit und Klarheit. Deshalb wird Gottes Autorität immer größere Probleme bekommen, je mehr Worte er von sich gibt. Man kann ihm dann zugestehen, Fehler machen zu dürfen, oder man kann ihn verlachen, oder man kann sagen: Was er in bestimmten Situationen, zu bestimmten Zeiten, zu bestimmten Menschen gesagt hat, war DORT wohl schon richtig und göttlich, aber wir müssen eben vorsichtig sein, wenn wir schon glauben, seine Worte von einem Ort zum andern verfrachten zu müssen? Es ist jedenfalls ein schwieriges Thema und wird es immer bleiben.

    Gott ist groß, er ist überall und kann einfach alles. Er kann sogar einen Stein schaffen, der so schwer ist, dass er selbst ihn nicht mehr hochheben kann, aber weil er ALLES kann, kann er sogar diesen Stein hochheben, den nicht einmal er hochheben kann! So groß ist Gott. Er hat für uns Sterbliche völlig unvorstellbare Fähigkeiten. Ist das nicht faszinierend?

    Ja, die kirchlichen Feierlichkeiten um seine Worte schüchtern ein, das kann einem richtig Angst machen. Es ist aber gut, dass es Kirchen gibt, die das Wort Gottes verteidigen und seine Seriosität schützen, wenn irgendein dahergelaufener Bösewicht im Namen Gottes spricht, ein Kriegstreiber oder ein geldgeiles Weib zum Beispiel. Aber ich, der ich dahergelaufen bin und von Gott immer wieder gesagt bekomme:

    „Ihr müsst den Planeten zu einem großen, manövrierbaren Raumschiff umbauen, wenn Ihr viele Milliarden Jahre länger leben wollt, und deshalb dürft Ihr keine Baugenehmigungen mehr für oberhalb der Erdoberfläche erteilen, denn dort muss alles grün werden, grüner als jemals zuvor!“,

    sehe eben alt aus vor all den Atheisten, Bibeltreuen und Koranverfestigten, die mir ganz einfach nicht glauben, dass Gott das gesagt hat. Er HAT es gesagt, klar und deutlich, und ich fühl mich elend, weil ich diese Gesichter nicht mehr sehen kann, die nur glauben können, was Gott vor Tausenden von Jahren gesagt hat, wenn sie überhaupt irgendetwas glauben. Da ist einfach kein Vertrauen da. Deprimierend. Sie werden überall beschissen und erwarten dasselbe eben auch von mir, da kann mir Gott noch so viel beistehen, es hat alles gar keinen Sinn.

    Oder muss ich mehr Geduld haben?

    In den Gottesdiensten, die ich kenne, werden uralte Worte Gottes wiederholt (es ist ja gut, sie zu kennen), wieder und wieder, wieder und wieder. Aber es gibt keine göttliche Aktualität. Wenn ich nur wüsste, wo die Kirche ist, in der Gott tatsächlich spricht? Wo er Neues sagt? Nicht zur Vergangenheit, sondern zur Gegenwart, zu unseren aktuellen Problemen?

    Gott lebt also, aber wirklich leben darf er doch wieder nicht. Seine Güte wird gefordert, ja. Überhaupt darf nur Gutes von ihm kommen, so verwöhnt sind seine Kreationen. Aber nicht einmal seine Güte wird erkannt. Nein, er wird zu oft weggetrampelt von Zweiflern, die ihn lieber sterben lassen, mit schnippischen Worten und verächtlichen Blicken, von uns selbst, den strahlenden Kritikern, die jeden Widerspruch jagen und herbeizerren, in der Hoffnung auf Applaus für ihr großes Gehirn, stolz auf jeden erlegten Gegensatz: Eins plus in logischem Denken!

    Dabei ist Gott so herrlich und tut so gut, für ihn sind wir alle gleich und er will unser Allgemeinwohl. Jeder darf, jeder kann und jeder SOLLTE mit Gott reden, wenn ihm das Wohl der Allgemeinheit am Herzen liegt. Dazu IST ER DA. Sogar aus egoistischen Interessen darf man mit ihm reden. Ihr könnt ihn ganz konkret fragen: „Gott, was ist für MICH das beste?“ Was immer Ihr wollt. Er wird Euch antworten: mit Eurer eigenen Stimme. Und wenn Ihr nicht glauben könnt, dass es ihn gibt, dann habt Ihr eben noch nie wirklich mit ihm geredet! Schiss? Was ist denn nur los mit Euch? Ich werde ihn jetzt fragen, was ich Euch denn bloß sagen soll, damit Ihr ihn ernst nehmt?

    Ok, er hat gerade eben gesagt:

    „Dora und Tamara, es gibt mich tatsächlich. Warum sprecht Ihr nicht mit mir? Warum behandelt Ihr mich wie Luft? Ihr lasst mich links liegen, Ihr redet mit Dritten über mich, aber nicht mir, Ihr behauptet, dass es mich nicht gibt, obwohl ich doch jederzeit für Euch da bin? Ihr zweifelt an meiner Existenz? Wenn Ihr an mir zweifelt, dann könnt Ihr mich natürlich auch nicht wahrnehmen, das ist doch klar! Dann kann ich Euch, wenn überhaupt, nur noch über andere, über Pögönönö zum Beispiel, erreichen. Wie umständlich! Wo es mich doch gibt! Lest Ihr nicht in diesem Moment, was ich zu Euch sage? Und trotzdem soll es mich nicht geben?“

    Ja, er ist wirklich ein lieber Gott. Er war (und ist) gerade in meinem Gehirn und ich fühle mich prima. Er ist immer für Euch da, wenn Ihr ihn braucht. Es tut sehr gut, mit ihm zu reden! Er WILL mit uns reden. Er will NICHT ignoriert werden. Und WENN er ignoriert wird, dann ist es sein WILLE! ;O)

    Wenn Ihr ihn jedenfalls wegdiskutiert und ignoriert, frage ich mich, wieso er dann eigentlich noch für Euch da sein sollte? Und trotzdem ist er für Euch da. So stark und zuversichtlich ist er.

    Aber redet halt einfach SELBST mit ihm! Mit IHM, nicht mit mir!

    Und fragt ihn doch auch mal wegen der Planetenflottmachung? Ich würde mich schon sehr wundern, wenn er zu Euch nicht dasselbe sagen würde:

    „Ich habe Euch die Liebe, die Neugier und den Überlebenstrieb nicht umsonst gegeben! Ihr seid ALLE dafür verantwortlich, Euren Planeten, den ich Euch nur geliehen habe, umzubauen, zur nächsten Sonne zu bewegen und ihn letztendlich zurückzubringen, anstatt ihn nur auszusaugen und wie Müll wegzuwerfen!“

    Die Erdkugel flott machen. Er sagt das so oft zu mir, dass einfach was dran sein muss.

    Fragt ihn!

    Wenn er etwas anderes zu Euch sagt, dann sagt es mir! Vielleicht habe ich ja einen Schaden, vielleicht habe ich mich nur tausendmal verhört??? Dann werde ich ihn selbstverständlich auch nochmal fragen müssen. Dazu ist er ja da!

    Meine Vernunft sagt mir jedenfalls, dass es gut ist, wenn wir einen Gott suchen, der sich so wenig wie möglich widerspricht. Einen, zu dem wir größtes Vertrauen haben können und unter dessen Leitung wir wissen, was wirklich zu tun ist.

    Er sagt immer wieder:

    „Es kommt auf jede Sekunde an.“

    Und das macht MIR Angst. Er hat nämlich Recht: Diese Sonne wird nicht ewig leuchten…

  16. es tut mir Leid, aber der Gott, mit dem ich rede, ist so stark, dass ich mich nicht gegen ihn wehren kann. Er selbst ist zwar sehr gelassen, es ist ein Gott der Liebe. Und auch ich als sein Anhänger habe nicht vor, Böses zu tun. Aber die Dringlichkeit des Umbaus ist so groß und ich spüre sie so bedrückend auf mir allein lasten, seit so langer Zeit, dass es immer schlimmer mit mir wird. Ich sehe bald jeden, der nicht einsieht, dass er genauso verantwortlich für den Umbau und die Rettung ist, als Feind des Planeten. Manchmal scheint mir die ganze Kugel von Parasiten besetzt, die hier wie die Kinder auf ihr spielen, sie ausnutzen, aussaugen und fallen lassen werden, sobald sie einen neuen Planeten entdeckt haben, bei dem sie dasselbe tun werden. Sie brauchen keine Angst vor mir zu haben, ich hab ja eh keine Chance gegen diese geballte Brutalität der Feinde des Planeten.

    Ein fünfjähriges Kind kann bereits sprechen. Aber kann es verstehen, um was es geht, wenn man mit ihm über seine Rente spricht? Das kann es nicht, jedenfalls nicht wirklich. Sein Begriff von Zukunft betrifft vielleicht den nächsten Tag oder den Tag nach dem Tag morgen. Und genauso ist es mit unseren „Zukunftsforschern“. Schau nur mal rein in die aktuelle Zukunftsforschung, da geht es um die nächsten 50 oder 100 Jahre, wenn Du Glück hast, findest Du jemanden, der sich Gedanken um die nächsten 1000 Jahre macht. Das ist zu wenig.

    Was in 2000000000 mit diesem Planeten geschehen soll, interessiert sie nicht. „Ach, das ist ja so weit entfernt! Leb doch jetzt! Was interessiert Dich eine so weit entfernte Zukunft?“ sagen die einen zu mir, diese Egoisten ohne Verantwortungsgefühl für ihre eigenen Nachkommen, die in dieser weit entfernten Zeit nun mal in der Hölle enden werden, wenn die Sonne sich aufbläht und alles verbrennt und sie nicht zur nächsten Sonne fliegen können. Die anderen überlegen sich, zu Fremdplanetbesetzern zu werden. Einfache Matheaufgabe: Wie viele kleine Generationenraumschiffe bräuchte man derzeit, um das gesamte Leben des Planeten zu retten? Oder soll nur nach dem Arche-Noah-Prinzip gerettet werden und der Rest halt sterben? Die Fittesten fliegen dann also zu einem anderen Planet, auf dem Leben möglich ist? Und auf dem aller Voraussicht nach bereits Leben existiert, wenn ja Leben auf ihm möglich ist? (Avatar, der Film, war ganz gut zu diesem Thema – hoffentlich gibt es endlich bald mal einen zum Erdumbau!)

    Wir könnten unsere geliebte Mutter Erde samt Mond retten, zusammen mit der Vergangenheit und der Zukunft, und vielleicht sogar noch weitere Planeten dieses Sonnensystems. Wenn wir alle zusammenhalten würden, nur dann, über Generationen hinweg, über eine Bauzeit von vielen hundert Millionen Jahren, vielleicht sogar mehreren Milliarden Jahren, dann hätten sie eine Chance. Aber dazu braucht es Religion. Einen Glauben an etwas Bedeutenderes als an sich selbst.

    Die Menschheit gehört unter die Erde.

    Es wird sowieso so kommen. Aber es kommt auf jede Sekunde an… Stell Dir mal die Erde in 500 Millionen Jahren vor (ich biete Dir nur eine Vorstellung an):

    5 Milliarden Jahre nach Entstehung der Erde:
    Die Sonne scheint auf sie und wird noch lange scheinen. Nirgends auf der Oberfläche der Erdkugel siehst Du Asphaltflächen oder sonst etwas, das die grünen Bäume daran hindert, zu wachsen und Luft zu produzieren. Luft für das Innere der Kugel. Die Bäume wachsen, sterben, zerfallen, wachsen, sterben, zerfallen: sie produzieren Rohstoffe. Jeder Zentimeter wird genutzt, um die Energie der Sonnenstrahlen aufzusaugen. Schließlich beginnt in 1,5 Mrd Jahren der lange, kalte Weg, und es wird kein leichter sein. Längst unter der Oberfläche leben die arbeitenden (Berechnungen, weitere Aushöhlung der Kugel, Umstrukturierungsmaßnahmen, Erdkernkratzerbau usw.) und genießenden (ja, es gibt genügend Möglichkeiten, das Leben da unten faszinierend und wunderschön zu machen) Nachkommen des jetzigen Lebens, haben ein gutes Gewissen ihren eigenen Nachkommen gegenüber und machen oben im Paradies nur Spaziergänge und Ferien: ohne etwas kaputt zu machen an der schönen, schönen Natur. Man kann fast sagen, sie hätten vom Baum der Erkenntnis gegessen, eingesehen, was nun einmal einzusehen war, und Gott habe sie zwar aus dem Paradies gestoßen, aber nicht zur Seite, sondern nach unten.

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