Feedbackjunkie

Die Diskussion über die Abstraktionsbereitschaft der Menschheit hat noch ein paar Wendungen genommen auf die ich an anderer Stelle mal eingehen werde. Aber was mich daran freut: Es wird diskutiert. Genau das ist, was ich am Internet als Medium so mag. Man kann seinen Senf dazu geben und den anderer probieren. So können verschiedene Perspektiven aufgezeigt werden, die Meinungshoheit der klassischen Journalisten ist gebrochen. Das bringt – wie ja hinlänglich diskutiert – Vor- und Nachteile.

Wenn ich morgens im Café meine Tageszeitung lese vermisse ich schon die Kommentare, die „Gefällt mir“-Buttons, die Links. Manchmal kommen Diskussionen mit Tischnachbarn auf, aber selten. Von Angesicht zu Angesicht sind die meisten dann doch zu zurückhaltend. Außerdem muss ich dann reagieren, kann nicht einfach weiterscrollen.

Kommentare freuen auch den Autoren. Wenn sie ausbleiben dann freut sich der weniger. Oder er fürchtet die Kritik. Ich gebe zu dass ich ein Feedbackjunkie bin. Ich checke andauernd ob und wie die Welt auf mein Geschreibsel reagiert. Wenn etwas unkommentiert durchgeht frag ich mich ob es überhaupt einer gelesen hat und wenn ja, ob es nicht einfach zu belanglos war. Ich muss aufpassen dass ich mich dann nicht all zu sehr nach der Reaktion des Lesers richte sonst schreib ich nur noch das von dem ich glaube dass es gut ankommt. Dann kann ich den Leser nicht mehr überraschen und es wird – wenngleich gefällig – auch langweilig. Wie immer: Die Mischung macht’s.

Manchmal ist es besonders schön wenn man mal was Neues ausprobiert und es funktioniert. Wenn’s nicht klappt sollte man sich nicht in den Arsch beißen.

PS: Mir kommt da eine Idee: Kommentare auf Post-Its in Café-Zeitungen kleben.

Autor: Dora Asemwald

Ich bin virtuell real.

2 Kommentare zu „Feedbackjunkie“

  1. Hach ich hab dein Post gelesen und es gefällt mir. Schreibe nur weiter,
    was dir einfällt, was dir wichtig ist und dir gefällt. Sonst bist du nicht mehr
    Dora, sonder bedienst den Mainstream und machst es eh nicht allen recht.

    Deine Idee mit den Post-Ist praktiziere ich täglich daheim. Zum Leidwesen
    oder Amüsement des nach mir Lesenden, je nach dem … Hab zu einigem
    meinen Senf zu geben und, wenn das nicht gleich notiert wird, geht’s wieder
    unter.

    1. Find ich super, dass du alles kommentierst. Das macht das Internet lebendig. Vielen Dank! Die meisten Artikel leben ja auch durch die Kommentare. Ich werd das mit den Post-Its auch mal machen. Das geht ja auch im öffentlichen Raum. Man kann Plakate, Graffitis und dergleichen kommentieren ohne dabei zum Vandalen zu werden.

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