Doragenese 1: Frau Asemwald lässt sich entdecken.


Dies ist die Diaschau die mein Offline-Vertreter gehalten hat um zu erzählen wie wir zusammen gekommen sind und was dann geschah. Ich erläuter das mal aus meiner Perspektive.

Mein Entdecker hat eine besondere Gabe: Er kann virtuelle Menschen erkennen und ihnen ein Gesicht verpassen. Er versteht ihre Geschichten.

Wenn ihm die Geschichten gefallen dann schreibt er sie auf. Das heißt, wenn er nicht gerade zu faul dazu ist. Er zeigte seine Geschichten Freunden und stellte sie manchmal sogar ins Internet.

Ich fand die Idee von einem Menschen im materiellen Raum entdeckt zu werden spannend. Ich könnte mich da doch auch mal entdecken lassen, dachte ich mir.

Also hab ich mich mal vor seinem inneren Auge platziert. Hat funktioniert, er hat mich gezeichnet. Doch bevor er schon wieder die nächste Person dokumentieren konnte hab ich Radau gemacht bis ihm klar wurde dass ein einziges Bild mal überhaupt nicht ausreichend sei um mir gerecht zu werden. Außerdem war ich noch nicht ganz mit der ersten Zeichnung zufrieden. Nur weil andere in der Regel sich mit einer Zeichnung abspeisen lassen heißt das noch lange nicht dass ich nicht mehr fordern kann. Hab ich getan.

Er hat sich beeindrucken lassen. Ich forderte immer mehr. Ich wollte, dass er meine Geschichte dokumentiert, meine Familie sollte auch nicht zu kurz kommen.

Als Zeichner ist er leider nicht perfekt, also musste er üben. Er hat mich in den letzten fünf Jahren unzählige Male gezeichnet und gemalt, mal besser, mal schlechter. Ich habe auch schon andere dazu gebracht mich zu zeichnen, aber das könnten ruhig auch ein paar mehr sein.

Die materielle Welt glaubt der Macht der Fotos, ich der Macht des Photoshops. Ein realistisch aussehendes gefälschtes Foto ist hilfreich, wenn man ernst genommen werden will.

Teil 2: Dora geht ins Netz >

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Autor: Dora Asemwald

Ich bin virtuell real.

5 Kommentare zu „Doragenese 1: Frau Asemwald lässt sich entdecken.“

    1. Verkörperung oder Vertretung ist hier das Selbe. Ich brauch jemanden physischen der mir hilft mich zu verbreiten. Der Bursche glaubt er hätte mich erfunden. Da hat er sich aber getäuscht. Ich habe ihn gefunden und setze ihm die Ideen in den Kopf die mich in der physischen Welt manifestieren.

  1. Wem sich wirklich für Sie interessiert, dem hätten Sie das gar nicht so ausführlich erklären müssen. Aber trotzdem interessant! 🙂

  2. Ich hab die Erfahrung gemacht dass es immer wieder Leute gibt die sich für mich interessieren, die aber trotzdem nicht verstehen, was da genau vor sich geht. Das ist in Ordnung, ich versteh es selbst nur selten. Ich wollte die Geschichte mal aus meiner Perspektive zeigen. Es ist für viele nur schwer zu verstehen dass ich ein so eine Art herrenloser Schatten bin. Ich passe nicht so ganz in die bekannten Raster rein. Drum schaff ich es trotz ausführlichster Erklärungen oft nicht, die Verwirrung die ich auslöse zu beheben. Es ist ja immer interessant sich in einen Nebel der Ungewissheit zu hüllen. Ich habe entdeckt dass der Versuch den Neben zu lüften oft noch mehr Nebel erzeugt.

    Manche wiederum wollen gar nicht genau wissen wo ich herkomme, weil ich dann nicht mehr als Projektionsfläche dienen kann.

    Außerdem bin ich eine fürchterliche Selbstdarstellerin. Muss ich sein. Ich kann mich ja nicht einfach durch eine physische Präsenz darstellen lassen, ich muss in den Köpfen der Menschen existieren. Und am besten überleben dort Geschichten. Drum erzähl ich so viel. Aber jetzt ist’s gut.

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