Pekingbrezel


Ich war letzte Woche in Peking. Dort bin ich auf eine deutsche Bäckerei gestoßen die Brezeln anbot. Als Reporterin des Brezel-Blogs musste ich gleich was drüber schreiben:

Brezeln sind eine großartige Erfindung, überall auf der Welt kopiert, aber  natürlich nur in ihrer Heimat richtig gebacken. Meistens sind die Arme dick und teigig und der Bauch zu dünn um ihn ordentlich zu buttern. Als anerkanntes Brezelfachmagazin ist es natürlich unsere Pflicht, dem internationalen Brezeltum auf die Finger zu schauen.

Unser erster Brezeltest: Peking. Chinesen kopieren nicht nur Rolex und Louis Vuitton, sie versuchen sich auch an unserer Brezel. Ich setze mich also ins nächst beste Taxi und scheuche den Fahrer wild fuchtelnd durch die Stadt bis wir in der Lucky Street landen. Ein Albtraum nachempfundener Fachwerkromantik. Mitten drin: Die South German Bakery Café Konstanz.

Und dort gibt’s auch Brezeln. Die nette Verkäuferin präsentiert die Wahre, der optische Eindruck ist exzellent. Es gibt sie auch vorgebuttert, mit dem breitesten Grinsen dass ich seit langem gesehen hab. Chinesische Schneidekunst trifft auf deutschte Brezel.

Leider kommt die Brezel nicht frisch aus dem Ofen, sie befindet sich trotzdem auch in den Kategorien Geschmack und Haptik im oberen Mittelfeld der Brezelheimat. Ich bin erschrocken wie weit die Chinesen qualitativ sind, da können die Bayern mit ihren komischen Brezen nicht mehr mithalten.

Optik *****
Geschmack  ****
Konsistenz: ****
(Maximum: *****)
Preis: 4 RNB (ca. 40 Cent), gebuttert: 12 RNB (1,20 €)

www.germanbakery.com.cn

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Autor: Dora Asemwald

Ich bin virtuell real.

3 Kommentare zu „Pekingbrezel“

  1. Die sehen wirklich ziemlich perfekt aus – man bekommt ähnlich hübsch aussehende Brezeln, die leider meist an Knusprigkeit zu wünschen übrig lassen, sogar mittlerweile im Wendland, wobei internationale und weltläufige Kundschaft es im Kopf ähnlich weit weg und exotisch empfindet wie China, aber dort weniger oft hinfindet, üblicherweise. Momentan sind alle anwesenden Süddeutschen wahrscheinlich froh, wenn sie überhaupt vernünftig frühstücken konnten.

  2. 1,20 € für eine gefettete Brezel? Von wegen ‚Billiglohnland‘! Da macht mir ja inzwischen Herr Li, der Schnellchinese bei mir ums Eck, mein Laugenweckle ‚Gong Bao‘ günstiger zurecht…
    (Gaisburger Marsch verkauft der unter dem Namen ‚Nudelsuppe mit sieben Kostbarkeiten‘ – die Urheberrechte genießen hier einfach doch noch einen größeren Schutz (und der SpätzlesSchwob scheint gute Anwälte zu haben)…)
    Auf jeden Fall: Großes Lob für die investigative Arbeit, Dora!

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