Machenlasser

„Das ist ein Macher, der nimmt die Sache in die Hand“. Voll Bewunderung reden einige über die Alphatiere und -tierchen in der Politik. Dann ist es auch mal egal, wenn das eigenständige „Machen“ nicht so ganz so den Regeln entspricht. Immerhin passiert was, man kommt voran. Arbeitsplätze entstehen, Bahnhöfe verschwinden unter der Erde, Demonstranten im Sprühregen und Geld in den Taschen des Filzes. „Der fragt nicht lange, der lässt sich nichts zerreden.“ Rücksichtslosigkeit wird als Stärke gewertet. Macher müssen nicht beliebt sein, sie müssen einfach machen. Ihnen verzeiht man auch, wenn sie mal über die Stränge schlagen. Nur so lässt sich erklären wie aggressive Unsympathen den Weg unter Billigung des Volkes nach oben schaffen.

Warum fragt eigentlich niemand, was ein Macher eigentlich so macht? Machen alleine ist doch kein Selbstzweck. Die größten Verbrecher der Geschichte waren alles Macher. „Ein starker Mann (warum eigentlich nicht Frau?), der zeigt wo’s lang geht“. Gut für Leute, die weder wissen wo’s lang geht, noch dazu bereit sind sich einen eigenen Kopf zu machen. Wo Macher sind, muss es auch Machenlasser geben. Die wollen nicht gefragt werden. Sie hätten wahrscheinlich auch nichts zu sagen. Außer vielleicht „Jawohl!“.

Wer blind folgt, überlässt den Mächtigen unkontrollierte Macht. Und die korrumpiert. Machtstrukturen ziehen sich wie ein Geschwür durchs Land. Es kann schnell und entschlossen regiert werden. Die Frage ist jedoch in wessem Sinne? Macht braucht Kontrolle, Regierungen brauchen kritische Bürger. Untertanen die die Verantwortung gerne auf „Macher“ abwälzen und glauben dass es ausreicht alle paar Jahre die Mächtigen per Stimme zu legitimieren haben nicht verstanden was Demokratie bedeutet.

Tipp: Wer gerne Macher wählt, sollte sich doch bitte die Mühe machen und herausfinden, was der Entsprechende eigentlich überhaupt macht. Und über wie viele Leichen er dabei geht.

Apropos Scheiterhaufen: Einer Partei, die ununterbrochen seit Gründung eines Landes an der Macht ist sollte die Erfahrung des Scheiterns bei der Wahl mal ganz gut tun. In der Opposition können sich die Macher mal ein paar Gedanken machen, was sie in Zukunft so alles machen wollen. Wenn’s dem Wähler gefällt werden sie ja wieder in die Macht gewählt.

Autor: Dora Asemwald

Ich bin virtuell real.

5 Kommentare zu „Machenlasser“

  1. Hey Dora,

    Frohes Neues und vielen Dank fürs Ventil. Ich hatte neulich einen ganz ähnlichen Gedanken:

    Schon im Kindergarten wurde manchen vorgeworfen, daß sie „immer die BESTIMMER“ sein wollten.

    Und leider schaffen es scheinbar viele von denen in die Politik. Dabei sind sie gar nicht unbedingt die guten ENTSCHEIDER im Sinne dessen, was für die Zukunft der Allgemeinheit wichtig ist, wie man das von einem guten Politiker erwarten möchte.

    Eben weil sie vorrangig damit beschäftigt sind, die Machtstrukturen zu festigen, in denen sie wurzeln. Und eben nicht damit, die Welt für eine allgemein friedliche und freie Zukunft zu ordnen.

    Denn dafür müßten sie früher oder später den Ast absägen, auf den sie sich vermeintlich hochgearbeitet haben, auf dem sie aber zumindest sitzen. Und dabei ist das gar kein allzu hübscher – die Leiden des ganzen belebten Planeten sind dicht darein geflochten.

    Mit der Bitte um allgemeine Ein- und Nachsicht.

    Schöne Grüße,
    Max

  2. Liebe Dora,

    interessant hierzu ist ja auch, dass bei der stern-umfrage viele nicht wussten, was dein Lieblingsfeind Stefan Mappus eigentlich so macht. Aber das, was er macht, dass macht er schon – ja wie denn eigentlich – mit harter Faust und dickem Hals?

    – Polizei einsetzen gegen Kinder,
    – EnBW kaufen ohne parlamentarische Abstimmung (nebenbei gleich noch ein paar Kumpels mit Steuergeld beglücken),
    – im Untersuchungsausschuss sagen: „Ich habe diesen Einsatz SO nicht angeordnet“

    Schöne Grüße aus S-Nord
    Lindi

    http://www.stern.de/politik/deutschland/stern-umfrage-kaum-jemand-weiss-was-mappus-macht-1639653.html

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