Gegnerschwanzvergleich


Liebes Tagebuch,

heute wollte ich eigentlich meinen gestern schon erwähnten Artikel zum Thema Protest in Stuttgart veröffentlichen, bin aber noch nicht zu frieden damit. Inspiration für den Text war der Streit, ob es nun gut sei wenn Stuttgart 21 Gegner ihrer Wut freien Lauf lassen wie zum Beispiel jene, die vor der CDU-Zentrale Radau gemacht hatten. Die einen sagen es würde die Wut zum Ausdruck bringen und klar machen, dass man weiterhin Druck machen wolle. Andere, ich inklusive, finden sowas total beschissen, da wir damit jenen vor den Kopf stoßen, die bei der nächsten Wahl noch nicht sicher sind, was sie wählen sollen. Dafür wird uns vorgeworfen Weichspüler zu sein. Nur noch mehr Druck und somit Eskalation könnte noch was richten. Meine Haltung würde als Ausrede benutzt, nicht mehr so aktiv zu sein.

Ich muss niemanden beweisen dass ich ein waschechter Gegner sei. Darum geht es nicht. Mein Weg ist es nicht, mittels „zivilem Ungehorsam“ der Maschinerie entgegen zu stehen. Ich will nicht am Gegnerschwanzvergleich  teilnehmen, ich führe keine Strichlisten wie oft ich auf der Demo war. Mich kotzt es aber an, wenn andere mir sagen wie ich Widerstand zu leisten habe und behaupten, ich sei nicht radikal genug. Andererseits beurteile und verurteile ich auch das Verhalten von Rabauken, aber die schaden meines Erachtens der Sache.

Ich merke dass das Thema ganz schön vertrackt ist. Mal schauen ob ich dazu noch was Brauchbares geschrieben bekomme.

Ansonsten freue ich mich darauf nächste Woche mal wieder zu verreisen. Ich fliege eine Woche nach Marokko. Dort finde ich hoffentlich die Sonne, die sich hier ja in der letzten Zeit nur noch selten blicken lässt.

 

 

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Autor: Dora Asemwald

Ich bin virtuell real.

3 Kommentare zu „Gegnerschwanzvergleich“

  1. Was für ein alter Hut das doch ist, wenn sich die – jeder auf seine Weise, aber letzten Endes gemeinsam – Gegener einer Sache sein sollten, als Nebenschauplatz auch noch gegenseitig angreifen – lächerlicher kann man sich in der Sache nicht machen, denn gerade erst die Vielfalt der am Protest Beteiligten macht das Ganze erst glaubwürdig.

  2. Mit S21 wärst du in 8 Minuten am Flughafen statt in 27 wie heute mit der S-Bahn dafür hast mit der S-Bahn natürlich eine gratis-Stadtrundfahrt – leider im Tunnel. Trotzdem guten Flug.

  3. Wenn der ICE eines Tages alle 15 Minuten zum Flughafen fährt und mich auch in der Stadtmitte einsteigen lässt und ich einfach nur ein VVS-Ticket ohne ICE-Zuschlag dafür brauch, dann wäre es ein Vorteil. Ansonsten wohl kaum. Und dafür soll man unzählige Milliarden ausgeben? Die vielleicht gesparte Zeit (Pro Flugreise im Idealfall gesparten 38 Minuten) verlier ich wahrscheinlich in den ersten drei Monaten Riesenbaustelle in der Stadt. So lange das die besten Argumente für die Bahnhofstieferlegung sind bin ich darüber erschüttert, wie bekloppt man seien muss sowas gut zu heißen. Liebe Befürworter, ihr müsst doch was besseres auf der Pfanne haben als so einen Mumpitz.

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