Atomkraft Plus: Der Schlichterspruch der „Ethikkommission“


Wie kopflose Hühner rennen die „neuen Atomkraftgegner“ der Proatomparteien durch die Gegend. Nach Fukushima sind es nicht nur die üblichen fusselbärtigen Verdächtigen, die auf die Straße gehen, sondern auch potenzielle Wähler, die ihre Stimme von der Atomfrage abhängig machen.

Die Regierung hat gelernt: Heftigen Widerstand des Volkes schlichtet man am besten weg. Man nehme einen von den Gegner respektierten alten Hasen und Querdenker aus den eigenen Reihen der in langen Diskussionen um das Thema eiert und stellt am Schluss dann fest, dass eine Alternative eh nicht möglich sei. Danach haben die meisten das Gefühl, dass ja über alles gesprochen worden sei und übersehen dabei, dass das Ergebnis nichts mit dem Gesprochenen zu tun hat, da es sich gar nicht darauf bezieht.

Beim Stuttgarter Erdbahnhof wurde mit Geißler geübt. Jetzt kommt der Ernstfall. Bei der Atomindustrie geht es um viel mehr Geld, aber auch höhere Risiken. Atommüll strahlt immer noch wenn Tiefbahnhöfe von Archäologen ausgegraben werden. Diesmal macht Klaus Töpfer (CDU) den Geißler. Der ehemalige Umweltminister ist ein veritabler Umweltschützer der sich schon für einen zügigen Atomausstieg stark gemacht hat. An seiner Seite in der  „Ethikkommission für eine sichere Energieversorgung“ steht Matthias Kleiner, Präsident der Deutschen Forschungsgesellschaft. Der hat zuvor schon in Frage gestellt hat, dass wir bis zum Jahr 2050 vollkommen auf Kernenergie verzichten können.

Hier der Schlichterspruch: Auf Grund der ethischen Bedenken, die während der Schlichtung gegenüber der Atomkraft aufgekommen sind, ist ein Atomausstieg zwingend notwendig. Dieser kann jedoch nicht von heute auf morgen geschehen, da zuerst eine alternative Energieversorgung gewährleistet werden muss. Um die Überbrückungszeit so sicher wie möglich zu gestalten brauchen wir Atomkraft Plus. Das bedeutet: Absicherung der Kraftwerke gegenüber Flugzeugen, Erdbeben und Tsunamis, mehr Redundanz bei den Kühlsystemen und ein Stresstest der beweisen soll, dass die Kraftwerke sicher sind.

Danach kann man ja bis zum Ende des Moratoriums über die ethische Tragweite der Atomkraft, Verantwortung, Restrisiken und anderes Gutmenschen-Gedöns diskutieren. Wenn die Atomlobby erfolgreich ist, wird die Schlichtung noch eine europäische Lösung fordern. In diesem Fall steigen wir aus wenn das Uran alle ist.

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Autor: Dora Asemwald

Ich bin virtuell real.

4 Kommentare zu „Atomkraft Plus: Der Schlichterspruch der „Ethikkommission““

  1. gut, der ganze Artikel – ein Glanzlicht darin ist die Töpfer-Geißler-Schöpfung: „jemadem den Geißler machen“ könnte ein geflügeltes Wort werden.

  2. Ich bin ja jetzt völlig unvermittelt Brüderle – Fan geworden:

    Der Mann ist unterschätzt, hätte ich nie gedacht:
    +In einer Rede ohne große Kameras den Merkel ausgehebelt, ohne sie anzugreifen,
    +“Ausstig³“- durchgesetzt, und noch
    + GuidoW. nen Dolchstoß versetzt (Wahlen am WE).
    + und dabei noch nicht mal politischen Selbstmord begangen
    oder Kumpaneien mit der BILD eingegangen…

    Und wenn jetzt die Regierung so handelt, wie sie gar nicht mehr anders kann, hat er sie wahrscheinlich vor dem endgültigen Aus bewahrt….

    Respekt, der Mann hat ein Strahlende Zukunft !

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