Huch! Ist ja alles so grün hier.


Sie wussten zwar, dass es ein Restrisiko gab, aber konnten sie es sich so richtig vorstellen, dass es ausgerechnet jetzt passieren kann? Nein, das konnten sie nicht. Wenn sie genau nachgedacht hätten, dann wäre klar gewesen, wie gefährlich es war. Haben sie aber nicht. Sie ignorierten alle Warnsignale, sie verdrängten was nicht ins Weltbild passte. Und plötzlich geschah es! Aus eingebildet heiterem Himmel. Der Kopf wurde ihnen aus dem Sand gerissen. Sie wurden überrumpelt. Jetzt verstehen sie die Welt nicht mehr. Wie kopflose Hühner rennen die Konservativen durch die Gegend und können nicht glauben, dass soeben die Grünen die Landtagswahl ausgerechnet im tiefschwarzen Baden-Württemberg gewonnen haben.

Das Ende des schwäbischen Abendlandes
Ihr größter annehmbarer Unfall wäre eine Rot-Grüne Koalition im Landtag gewesen. Dass jedoch die Grünen die Oberhand haben, ist der Konservativen Super-Gau. Panik macht sich breit. Werden Autos nicht mehr so schnell fahren dürfen wie sie können? Wird das Benzin drei Euro kosten? Werden wir zwangsvegetarisiert und zum Körnerfraß verdammt? Kurzum: Ist das das Ende des schwäbischen Abendlandes, das gefürchtete Hiergehendielichteraus? Kaum ist das Unvorstellbare passiert, fängt die Ikone des Fortschritts, die Bahnhofstieferlegung, an zu wackeln. Wenn die Bahn keine Kumpels in der Landesregierung mehr hat, mit denen man das Prestigeprojekt durchmauscheln kann, dann macht das ganze ja auch kein Spaß mehr.

Berufsdemonstranten und andere Restrisiken
Die von Macher Mappus neu erworbenen EnBW-Anteile werden jetzt durch Atompanik entwertet. Blöderweise haben die Atomparteien ignoriert, dass eine große Mehrheit der Bevölkerung schon vor Fukushima gegen Atomkraft war. Dabei hat die Atomlobby die Restrisiken so schön klein geredet. Selbst das Lichterausargument zieht nicht mehr. Das eine kleingerechnete Anzahl „Berufsdemonstranten“ auf die Straße gingen, haben sie ja gewusst. Trotz aller Diffamierungsversuche und Polizeigewalt haben Wutbürger sich nicht daran hindern lassen, die CDU vom Thron zu schmeißen. Und das ganz demokratisch.

Am Ende des konservativen Weltbildes
Der eine oder andere merkt jetzt schmerzlich: die Wirtschaftswunderjahre sind vorbei! Schluss mit bedingungslosem Technikglaube und endlosem Wachstum. Eigentlich ist das schon seit ein paar Krisen klar. Gegen der Willen der Konservativen hat sich die Welt geändert. Nicht mehr wollen die Leute, sie wollen besser. Nicht noch mehr Hubraum, sondern eine sauberere Umwelt. Das jedes Wachstum seine natürlichen Grenzen hat, wird von jenen gerne vertuscht, die vom Wachstum profitieren. Dieser Wertewandel rüttelt am konservativen Weltbild. Nur wenige sind bereit umzudenken. Die meisten glauben, dass wenn man jetzt ein paar Schuldige findet und deren Köpfe rollen lässt, dann wird diese Phase schon wieder vorübergehen.

Die Welt dreht sich weiter, auch wenn es den Konservativen nicht passt. Und das ist auch gut so.

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Autor: Dora Asemwald

Ich bin virtuell real.

2 Kommentare zu „Huch! Ist ja alles so grün hier.“

  1. Liebe Dora. Das ist jetzt aber echt Zufall, dass ich nun der 1. Kommentator bin. aber ich bin jetzt 54 jahre alt und sozialarbeiter. oke. früher war ich auch sehr fortschrittlich. also, hab ich mir zumindest eingebildet. hehe. jetzt aber verwirren mich Veränderungen immerwieder nachhaltig. ah. eija, wir werden sehen. aber guter Blog.

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