Brimborium royal


Wenn Adel – wie heute – heiratet, dann bewegt das die Gemüter. Es wird rumdiskutiert, ob man das jetzt gut oder Kacke finden soll. Die einen finden Monarchie scheiße, die anderen das Brautkleid. Manche grenzen sich vom vermeintlich simpel gestrickten Pöbel ab und wähnen sich über der Sache stehend und andere finden Überheblichkeit noch viel doofer. Ich zum Beispiel. Adelsgroßhochzeit ist skurril und somit gerne bei mir gesehen. Alles was die Welt bunter und eigenwilliger macht, dient ihr.

Am meisten plagt mich: Wie wäre es, wenn ich Prinzessin wäre? Ich hätte haufenweiße Schmuck und Geschmeide, eitel Tand und schnöden Mammon. Ich könnte Schuhschränke imeldischen Ausmaßes füllen und würde stets fürstlich speisen. Ich müsste aber auch höfisches Gehabe an den Tag legen, mit allem Brimborium welches das Protokoll erfordert. Ich könnte nicht mehr auf Tischen tanzen! Nicht dass ich das regelmäßig tun würde, aber der Verlust der Option ist schon ein harter Schlag. Und wenn doch, dann würden echte Paparazzis Fotos machen, und nicht nur die Kumpels mit der Telefonkamera. Es gäb Skandale, ich könnte nicht mehr so einfach ins Libero auf ne Halbe gehen, müsste im Auto immer hinten sitzen. Zeitschriften würden jede Änderung meines Hüftumfanges hämisch kommentieren, es sei denn ich würde heiß erwartete Prinzen werfen.

Ne, du, lass mal. Ich mach da nicht mit. Kate wird das Lachen noch vergehen. Genauer betrachtet opfert sie ihr Privatleben um skurrile Unterhaltung für das Volk und mich zu sein. Das ist mehr als Liebe, dass ist Aufopferung. Ich ziehe meinen virtuellen Hut vor so viel Edelmut und wünsche den beiden trotzdem viel Spaß. Aber so ein Hochzeitskleid wäre schon was Feines …

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Autor: Dora Asemwald

Ich bin virtuell real.

6 Kommentare zu „Brimborium royal“

  1. hehe, die in England müssen auf einen Hochzeitsrummel ungefähr so lange warten, wie wir auf nen Gau. Ist irgendwie Generationsgerechtigkeit.

  2. Ich halte nichts von dem Hochzeitsbimbaboriumtralalashalatuff weil das ne Hochzeit wie jede andere auch ist, nur in groß und mit viel Fernsehen und so.
    Wenn man bedenkt, wie viele Kämpfe in den letzten Jahrhunderten gegen Adel und königliche oder kaiserliche Diktatoren gekämpft wurden, wie viele Opfer dies mit sich zog und wie sehr wir uns ach freuen, demokratische Staatsformen zu leben, dann ist eine solche Hochzeit in in sich lächerlicher und bitterböser Anachronismus.

  3. ich war heute beim Friseur, und die Dienstälteste meinte zur Hochzeit nur: „Schade – es gibt keine brauchbare Frisur. Lady Di mit ihrer speziellen Kurzhaarfirsur war damals ein wahrer Segen gewesen.“

  4. Anachronismuspopismus, das was die da treiben hat doch nichts mit der Staatsform Monarchie mehr zu tun. Das ist Entertainment. Millionen von Menschen freuen sich, und das ist auch gut so! Weder William noch Kate werden zu Diktatoren werden, und nur weil andere die Staatsform der Monarchie zu Ünterdrückungszwecken nutzten ist eine solche Hochzeit weder lächerlich noch bitterböse. Es ist ein Anarchronismus, aber in Maßen sind Anachronismen doch auch nicht schlecht. Ich möchte mich nicht über all jene heben, die sich der naiven Hochzeitsfreude hingeben. Wenn es ansonsten nur noch Hiobsbotschaften gibt, dann ist so ein Stück inszenierte heile Welt eine feine Sache. Vorausgesetzt, man kann sich drauf einlassen.

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