Eugeln im Euronet


Dora Bildschrim

Lange bekannt, jetzt offiziell: Amerikanische Geheimdienste bedienen sich freizügig an unseren Daten bei Google, Facebook und dergleichen. Wie alle Skandale löst auch dieser den Forder-Reflex bei Politikern aus. „Eigene Kommunikationstechnik aufbauen“ will Hans-Peter Uhl von der CSU, Dieter Wiefelspütz von der SPD meint:  „Wir brauchen europäische Angebote“. Warum die Amis schnüffeln lassen, wenn man’s auch selbst kann? Und wenn bis dahin das Merkel noch kanzlert, ist es ihr garantiert eine Ehre, Obama beim lauschen auf CC zu setzen. 

Ich stell mir jetzt mal ein staatlich oder gar eu-lich initiiertes Google (Eugel?) oder Facebook  vor. EU-Richtlinien für Profilbilder, EU-Norm-Tweets und ein Filter, der Bilder krummer, also mal gar nicht EU-tauglicher Gurken aus den Suchergebnissen streicht. Mal schauen, wann es das Euro-Net gibt, mit eingebautem Rettungsschirm. 

Ich forder jetzt auch mal was: Bitte liebe Politiker: Wenn der Forder-Reflex juckt, bitte erst mal die Tassen im Schrank zählen. 

Tipp: Einfach bei allen Mails Obama auf CC setzen, und das Merkel gleich mit dazu. Dann müssen sie nicht mehr so umständlich rumspionieren. 

president@whitehouse.gov

angela.merkel@bundestag.de

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Autor: Dora Asemwald

Ich bin virtuell real.

2 Kommentare zu „Eugeln im Euronet“

  1. Vollkommen richtig.

    Es ist seit über 10 Jahren bekannt dass die Amis grosse Teile des Internettraffic und der Telefonie scannen und abspeichern.
    das ist also definitiv nix neues. „Innovativ“ kann man vielleicht die „neue Software“ nennen die die Daten durchforstet.

    Für die neoliberale Doktrin gibt es keinen Verbraucherschutz (höchstens gegen horrende bezahlung??).
    Jegliche Form der Kriminalität eröffnet vielfältige Marktchancen und wird deshalb eher im Zweifelsfall eher als Impulsgeber eingeschätzt. Private mafiöse Strukturen geben die eingesammelten Gelder ja wieder aus – zB als Bakschisch für den Bürgermeister. Nicht anders verhält es sich mit staatlich gelenkter Computerkriminalität: Die abgesaugten Daten werden den amerikanischen Konzernen zur Verfügung gestellt und generieren einen Informationsvorsprung zB bei Ausschreibungen.

    Deutlich dreckiger als die Jungs von den amerik. Geheimdiensten sind in meinen Augen die Burschen von United Internet (1&1, gmx, web.de) die eine Software bentwickelt haben die Mausbewegungen und Klicks analysieren und auf direktem Wege Daten generieren die sie dann an die Konzerne verhöckern.
    Auch das passiert seit Jahren (ca. 50 Entwickler sitzen nur da dran) und ist unter Insidern bekannt.
    Die machen ihre Kohle nicht mehr mit Providerdiensten sondern mit den Gebrauchsprofildaten der Kunden!

    Die übelsten Datenkraken sitzen also direkt vor der Haustür, ein paar Politiker geschmiert und fertig ist die Laube….

    1. Und gut geschmierte Politiker fordern halt weiterhin, was das Zeug hält. Schöne Ablenkungsmanöver. Und das schlimme ist, die Presse druckt den Scheiß auch noch. Aber wer bezahlt die Presse …. ?

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