Schönes Wetter und Diskurs über radikalsolipsistische Katzenphilosophie


dora katzeEndlich ist er da, der Sommer, obwohl er erst in vier Tagen hätte anfangen sollen.  Wer jetzt über die Hitze klagt … Und ich rede hier vom Wetter, während in Istanbul die Wasserwerfer rollen, das Netz ausgespäht wird und in Syrien die Köpfe rollen. Ach lasst mal! Keine Lust auf Empörung, kann ich ja wann anders, gibt ja immer genug Empörstoff. Lieber im Biergarten dem Alkotainment fröhnen  (ewiger Dank an Brösel für das prima Wort!) und die Textilien im Schrank lassen. Zum Glück hat das Sommerkleid vom letzten Jahr grade nochmals um den Speck eines ewigen Winters gepasst. Auf dem Bild seht ihr mich, wie ich grad mit Grey, der ausgebüchsten Nachbarskatze, über die konstruktivistische Weltsicht der Katze an sich Diskurs führe. Da Katzen katzegorisch die Existenz einer sogenannten Realität abstreiten, kommen sie auch nicht auf die Idee, mir Realitätsmangel oder gar -verlust vorzuwerfen, wie es bisweilen passiert. Der unter Katzen weit verbreitete Solipsismus besagt sogar, dass wir alle nur der solipsistischen Katze Einbildungen seien.  Durch diese Brille betrachtet (würden Katzen Brillen tragen) sind wir alle gleichermaßen virtuell. Egal ob wir glauben, dass wir inkarniert sind oder ehrlich zugeben, dass wir eine Illusion sind. Grey ist kein Radikaler Solipsist und gesteht mir die Möglichkeit meiner Existenz außerhalb seines Geistes zu. Da bin ich ja mal zufrieden. Radikalsolipsistische Katzen, so erzählte er mir, glauben, dass sie selbst ebenso eine Illusion ihrer selbst sein.  „Ich denke, aber muss ich deswegen sein?“, wie der Kater und Skeptiker Rene Deskatzes einst von sich gab.

Das Ganze ist so schön paradox! Nur der verkatzte Teil meines wirren Schädels kann solche Philosophien irgendwie erkennen. Kein Wunder, dass Katzen so gute Philosophen hervorgebracht haben. Wer den ganzen Tag in der Gegend rumliegen kann, kriegt selbst im kleinsten Katzenschädel mal einen zitierenswerten Hirnfurz.  Man sollte halt die Katzensprache können, um sie zu verstehen. Ich habe mir meine Realität so konstituiert, dass ich das kann.  Wie das genau geht, ist einigermaßen paradox. Man sollte schon eine Katze sein, um es zu verstehen. Und die kann eh schon Katzisch, kann sich also getrost aus der Diskussion raushalten und sich selbst in den Schwanz beißen.

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Autor: Dora Asemwald

Ich bin virtuell real.

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