Politik fängt im Kleinen an.

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Ach die Politik! Und der Verdruss über sie. Im letzten Artikel hab ich ja schon über die Bundeskanzlerinwahl schwadroniert. Aber eigentlich ist es ja nicht die Politik, die den Leute den Frust mit großen Löffeln serviert, sondern die Politiker.

Politik ist eigentlich was Tolles und geht jeden was an. „politiká“ ist Altgriechisch und bedeutet wörtlich „Dinge die die Stadt betreffen“. Also alles, was das Gemeinwesen betrifft. Im großen Topf der Politik-Definitionen, die Politologen erhirnt haben, gefällt mir diese besonders, weil sie zu verstehen gibt, dass Politik jeden betrifft. Nicht nur ein paar Politiker, die ihr Geld damit verdienen.

Die Regierung und der gesamte politische Apparat schüchtern die meisten ein. Kein Wunder, wenn man bedenkt, was für ein komplexes System schon ein einzelner Staat ist. Da hilft es auch nicht, die Politikseiten der Zeitung zu lesen und abends die Tagesschau zu glotzen. Hört man Politikern zu, merkt man schnell, dass viele von ihnen selbst überfordert sind und meist nur so tun als ob sie verständen, was sie da fordern und tun.

Wie will man als einzelner Bürger politisch sein, wenn schon die Profis daran scheitern? Ganz klar: Keiner von uns versteht die Eurokrise so richtig oder hat eine gangbare Antwort auf die großen Konflikte unserer Welt. Womit wir uns aber auskennen, ist das, was vor unserer Tür passiert. Politik fängt im Kleinen an.

Es ist die Kommunalpolitik, bei der entschieden wird, wie sich unsere Stadt entwickelt. Ob neue Büroleerstandsgebäude genehmigt werden, ob sich ein Hartz-IV-Empfänger ein Stadtbahn-Ticket leisten kann, ob man als Radfahrer sich zwischen Autos aufreiben lassen muss oder als Autofahrer überhaupt eine Chance auf einen Parkplatz hat – diese Themen werden lokal diskutiert und beschlossen.

Lokalpolitik ist das Minigolf unter den politischen Disziplinen: Jeder kann mitmachen, ohne gleich einem großen Verein beitreten zu müssen.

Bürgerschaftliches Engagement kann frustrierend sein, wenn es wie im Fall von Stuttgart 21 gegen die Wand  gelaufen lassen wird. Aber es gibt noch viele andere Baustellen, an denen wir durchaus was bewegen können. Sei es in Initiativen oder einfach nur durch unsere Stimmen bei der Gemeinderatswahl. Zu der geht jedoch nur jeder zweite Wahlberechtigte. Leider. Mal schauen, ob wir das ändern können! Ich habe unlängst über eine neue Initiative geschrieben, die sich das auf die Fahne schreibt. Ich hab mich bei denen dann auch kräftig eingemischt und werde bald mehr darüber erzählen können. (Ich weiß, es nervt, dass ich immer nur ankündige und nichts rausrücke, obwohl ich offensichtlich mehr weiß. Ich ruf hiermit mal zu einer Tugend auf, die mir selbst ein unentdeckter Kontinent ist: Geduld.)

Autor: Dora Asemwald

Ich bin virtuell real.

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