Auf der Suche nach dem verlorenen Platz


 

Es gibt Orte, um die ranken Legenden. Aber keiner hat sie je gesehen. Einer von diesen ist der Österreichische Platz in Stuttgart, der sich angeblich zwischen Wilhelms- und Marienplatz befinden soll. Es gibt sogar eine Haltestelle, die nach ihm benannt wurde. Man muss vermutlich in die Tiefen unter dem Straßengewirr, unter die Paulinenbrücke gehen, wenn man ihn suchen will.

Zwei Freunde haben sich auf den Weg gemacht, um dem Mysterium auf die Spur zu kommen und haben dabei einige Leute befragt. Deren Antworten klangen eher nicht so vielversprechend.

Der sogenannte Österreichische Platz ist ein Relikt aus dem letzten Jahrtausend. Damals glaubte man, dass dem Auto die Zukunft gehöre. Die Menschen sollten es nutzen, um auf dem Land zu leben und in der Stadt zu arbeiten.  Dummerweise ziehen die Leute wieder in die Stadt und die Autos stehen im Stau, verbreiten emsig Feinstaub und Abgase. Der Plan ist nicht aufgegangen. Der Traum von der autogerechten Stadt wurde zum Alptraum, an dem viele Stuttgarter aber immer noch wie besessen festhalten. Für viele ist das Auto ein Selbstzweck – wenngleich es eigentlich nur der Mobilität und somit dem Menschen dienen sollte.

Wir brauchen – erst recht in Stuttgart – eine neue Vision einer menschengerechten Stadt, in der der Wunsch nach Mobilität den öffentlichen Raum nicht mehr entmenschlicht, sondern aus Transitstrecken wieder Begegnungsstätten macht. Wir müssen uns heute überlegen, wie die Stadt der Zukunft aussehen soll. Auch wenn wir nicht wissen, was auf uns zukommt. Aber eins ist mir klar: Es soll eine lebendige Stadt sein, die für Menschen, nicht für irgendwelche Blechkisten geschaffen ist.

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Autor: Dora Asemwald

Ich bin virtuell real.

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