Die Königin und der Antichristbaumstern


Irgendwo zwischen Black Sabbath, Iron Maiden und Venom gab’s wohl eine Band, tief in einem blinden Fleck meines metalhistorischen Gedächtnisses. Irgendwann, Ende Siebziger bis Mitte Achtziger. Als man den Dreck noch nicht wegproduzierte, als es noch rauschen und schmutzig klingen durfte. Ein Lied, das weit über 10 Minuten lang durch alle Klischees mäandert, endlose Gitarrensoli über dem Rhythmus einer galoppierenden Herde, Männerchöre und eine verwegene Frauenstimme dröhnen aus dem Lautsprecher meiner Stammkneipe. Demütig ob meiner Ahnungslosigkeit frage ich den DJ. Habe er selbst gemacht, mit seiner Band. Dafür scheint er mir zu jung. Oder er hat beschissen, wie ich’s ja selbst gerne mach. Hat er. Mit einem 4-Spur-Kasetten-Aufnahmegerät haben sie zwei Lieder in den Milberg Studios aufgenommen. In gnadenloser Digitalverweigerung haben „Crestfallen Queen“ eine Kassette produziert und das  handgezeichnete Cover mit dem Kopierer vervielfältigt, damit sie diese am 15. Dezember im Club Zentral (Jugendhaus Mitte) bei ihrem ersten Konzert veröffentlichen können. Da wünsche ich mir ausnahmsweise mal lange Haare für.

Ganz analog sind sie dann doch nicht. Zwei Lieder kann man online hören, wozu ich durchaus rate.

Spotify: https://goo.gl/TMPZhM
Amazon: https://goo.gl/EbToi4
iTunes: https://goo.gl/yWSTZr
Soundcloud: https://goo.gl/G3cwyb
Bandcamp: https://goo.gl/NHM2Ft
YouTube: https://goo.gl/qr3riZ

Noch eine Überraschung: Die Sängerin ist Elena. Elena hat ein Ziel: Die Verschlingensiefung Stuttgarts. Ein nobles Ziel. In ihrem Motörwolf Beautybunker interviewt sie Stuttgarter vor laufender Kamera zum Thema Beauty. Die liegt bekanntlich im Auge der Betrachterin, und diese hat ein sehr schönes Auge für die wahre Schönheit. Die des wilden und ungebändigten Geistes.

Das Logo der Band: Ein kaputter, da gefallener Christbaumstern. Antichristbaumstern, sozusagen. Umzingelt von Keilschriftzeichen. Wollte ich den Teufel mit dem Belzebub austreiben, dann würde ich zwecks Beschwörung dieses Logo auf dem Boden pinseln. Mit dem Blut jungfräulicher Ziegen. Oder alternativ mit Tomatenpesto – für unsere veganen Teufelskerlinnen und -kerle. Ich bin keilschriftlich etwas unversiert, aber Elena kann mir helfen: „No More Let Life Divide What Death Can Join Together“. Elena muss es wissen. Sie ist schließlich Profiphilosophin.

Logo:  Chris Kiesling von Misanthropic-Art
Foto (bevor ich mich reingeschlichen habe): Venera Red

Alphaorder: Fan werden!
facebook.com/CrestfallenQueen

Hier noch eine Geschichte, die meine metallische Spätsozialisierung beleuchtet

 

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Autor: Dora Asemwald

Ich bin virtuell real.

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