Entdeckung der Langsamkeit


Wir Stuttgarter können alles außer Hochdeutsch, zum Beispiel Porsche bauen. Das kann der österreichische Künstler Hannes Langeder auch. In Sachen Emission und Leichtbau ist er uns sogar um Längen voraus. Sein Ferdinand GT3 RS wiegt keine 100 Kilo und lässt einen den Luxus der Langsamkeit erleben. Wer wie ich an einer inoffiziellen Porscheteststrecke zur Erprobung von Motorenlärm beim Berghochfahren (Immenhoferstraße) lebt, weiß dieses Fahrzeug zu schätzen!

ferdinand.johannes-l.net

Zuvor erschienen bei brezel.me

Pflichtkurs für Rocker


Schon The Who haben erkannt: Nach dem Konzert wird demoliert. Richtige Rockstars machen Kleinholz aus ihren Gitarren. Um auch als Anfänger auf der Bühne verwegen rüberzukommen sollte man besser einen ordentlichen Gitarren-Crash-Kurs besuchen. Nach ein paar Basisübungen an der Luftgitarre darf man dann auch mal echtes Holz auf die Bretter hauen!

Erschienen auf brezel.me

Urschreitherapie für Marienplatz-Lohas



Was ein ordentlicher Stadtteil Stuttgarts sein will, feiert im Sommer. Altgediente Stadtteilfeste wie das Bohnenviertelfest vermitteln mittlerweile das Lebensgefühl eingedoster Sardinen. Da lob ich mir jene Feste, deren Existenz außerhalb des Kessels noch nicht bekannt ist. So das „Süd-Seh-Perlen“-Fest, dass mittels Wortspiel dazu einlädt, den Süden – genauer Heslach – zu sehen. Und zu hören, wie auf dem Marienplatz. Den ganzen Tag hör ich schon das wummern entfernter Musik und beschließe, dem auf den Grund zu gehen. Doch an Stelle von Stadtfest-tauglichen JazzRockFunkSoul-Coverversionen dringt Geschredder und Gegrunze in mein Ohr! Kralle, Heinze und Sevi (v.l.n.r.) stehen auf der Bühne und spielen waschechten Todesmetall. Etwas unüblich für das Genre: Man kann den Bandnamen auf dem Banner hinter dem Schlagzeug entziffern. Exitus nennt sich die Stuttgarter Band.

Vor der Bühne verlieren sich eine Hand voll Freizeitsatanisten, die besetzten Bierbänke stehen auf der weiten, kahlen Ebene des Marienplatzes etwas verloren in der Gegend rum. „Grunz, Grunz, Röööööar, Gruuunz!“ oder so ähnlich lauten die Texte, die durch das Trommelgewitter durchdringen und laden dazu ein, mit zu grunzen. Urschreitherapie für Marienplatz-Lohas. Kurz vor dem Ende künden sie noch ein Liebeslied an: Dominanz, so der Titel des Songs, der auch nicht lieblicher klingt als der Rest. Aber was weiß ich schon über Paarungsrituale von Todesmetallern. Wer sich ab und zu mal den inneren Satan mit dem Belzebub austreiben will, wird seine Freude an der Band haben. Das fachkundige Publikum schien angetan zu sein.

Noch ein bisschen Schlaugemeier:
Das ganze nennt sich „Bunker-Rock“, was daran liegt, dass die Bands, die auftreten, ihren Proberaum in Stuttgarter Bunkern haben oder hatten. Unter dem Marienplatz befindet sich ein Tiefbunker, der 1944 nach den schweren Bombenangriffen auf den damaligen Platz der SA 500 Menschen Schutz bot. Nach dem Krieg betrieb dort die Caritas ein Hospitz.

16. Juli 2011

Quellen (damit ich nicht meinen nichtgehabten Doktor zurückgeben muss):
Stuttgarter Schutzbauten e.V.
Geschichtsspuren.de
Forschungsgruppe Untertage e.V.

Exitus auf Facebook
Exitus auf Reverbnation

Ökoautos unerwünscht!


Als bekennende Naherholerin hab ich mich mal wieder auf mein fahrbaren Untersatz geschwungen und bin losgezogen. Mein Ziel: Der Katzenbacher Hof, ein beliebter Biergarten unweit des Bärensees, um den sich Kollege Köhler so gerne quält. Kurz vor dem Ziel – der Duft der Roten Wurst lag schon in der Luft – kam der jähe Stopper: Mein Fahrzeug war nicht erwünscht! Jetzt bin in extra wegen der berüchtigten Parkplatzsituation in meiner Heimat, dem Stuttgarter Süden, auf das beliebte rote Ökomobil (kein CO2, kein Atomstrom, nachhaltiges Mobilitätskonzept, usw.) umgestiegen und sollte das jetzt dort einfach stehen lassen. Nicht mal einen entsprechenden Parkplatz haben sie geboten. Dann bin ich halt doch zum Bärenschlössle gefahren, wo mein Fahrzeug und ich noch willkommen waren.

Die 71 wird Chuck Norris.


Heute für den Brezel-Blog:

Wie schon in unserem Schwesterblog StZ-Online zu lesen: Carlos Ray Norris Jr. (Chuck Norris) wurde heute  71. Oder besser gesagt: Die 71 wurde Chuck Norris. Ich habe den Mann, der stets mit einem Kopfkissen unter dem Revolver schläft für die Brezel getroffen und interviewt. Das ich das als virtuelle Frau eigentlich gar nicht kann, hat den allmächtigsten aller Männer wenig gestört.

Herr Norris, man unterstellt Ihnen ja so einiges: Sie sollen Zwiebeln zum Weinen bringen, Drehtüten zuschlagen, Bienen kauen und beim Furcht und Schrecken-Verbreiten nicht mal vor dem Universum halt machen. Was ist da dran?

Einiges davon stimmt. Vieles wurde dazu erfunden.

Nennen Sie doch bitte ein Beispiel.

Chuck Norris hat nur einmal bis unendlich gezählt. Es wurde ihm dann langweilig. Dann hat er lieber Fische ertränkt. Wenn er will, kann er alles. Will er aber nicht.

Was können Sie denn nicht?

Chuck Norris kann alles.

Könnten Sie auch einen Stein erschaffen, der so schwer ist, dass Sie ihn selbst nicht hochheben könnten? Wenn ja, warum können sie ihn dann nicht hochheben?

Ja. Chuck Norris kann beides. Erschaffen und Hochheben.

Mir scheint Sie fürchten nicht einmal ein klassisches Paradoxon. Was fürchten Sie dann?

Chuck Norris kennt keine Furcht. Alles fürchtet sich vor ihm.

Sogar sie selbst?

Du stellst dumme Fragen. Chuck Norris antwortet nicht. Chuck Norris tötet.

Das lassen wir mal schön bleiben. Vielleicht wollen Sie, äh, will Chuck Norris fragen?

Chuck Norris fragt nicht. Er weiß.

Dachte ich mir schon. Herr Norris, ich danke Ihnen für das Gespräch.

Die wundersame Rückkehr


Letzten Oktober hab ich bei brezel.me von einem feigen Diebstahl berichtet: Ein(e) Schlingel(in) hat das Fahrrad eines Kollegen aus meinem Büro gestohlen. Ich hab nicht mehr damit gerechnet, dass das gute Stück zurückfinden würde. Ich hab jedoch die Rechnung ohne Selim gemacht. Der hat unlängst ein Rad hinter einer Mülltonne in seinem Hof entdeckt, die Aufschrift am Rahmen ins Internet getippt und ist so auf die Brezel gestoßen. Mit einem Ausdruck des Artikels vom letztem Oktober und dem vermissten Rad stand unser Held heute plötzlich vor meinem Schreibtisch. Wunder gibt es immer wieder. Tausend Dank, lieber Selim!

Kreuzzug


Das Auto: Dora-1: Baujahr ’92, ca. 170.000km, 2.6l-6-Zylinder. 2 Vorbesitzer – der letzte eine Dame im besten Alter, die Dora-1 acht Jahre fuhr und pflegte. Erworben im malerischen Tuttlingen von Dimitri, dem Händler unseres Vertrauens.

Brezel.me ist – welch Wunder – Medienpartner von Dora Asemwald Racing. Ich hab mal was dazu auf die Brezel geschmiert:

Mal was in eigener Sache: Ich hab mit ein paar Kumpels ein Rallye-Team gegründet: Dora Asemwald Racing. Das Team startet bei der Allgäu-Orient-Rallye 2011. Wir fahren über 6.000 Kilometer mit 3 Youngtimern von Oberstaufen nach Amman, Jordanien und liefern dabei Hilfsgüter. Wenn sich Stuttgarter auf den Kreuzzug gen Orient in alten Daimlern begeben muss die Brezel natürlich dabei sein und berichten.

Zwei der drei Autos sind schon gekauft und werden gerade auf die lange Reise vorbereitet. Wer uns unterstützen will kann ein paar Kilometer unserer Fahrt sponsoren und kommt damit in die Verlosung zum Kilometerkönig oder gar Kilometerkönigin! Als solcher oder solche gibt’s ne Menge zu erleben. Genug der Werbung.

Ich halte euch auf dem Laufenden, was bei uns so passiert.