Erholt euch nah!


dora-roller

Sommer! Packt eure Zweiräder und erholt euch nah! Ich geh auch mal raus und lass die Schreiberei hier sein. Schaut euch lieber das Bild an, es sagt eh mehr als 1000 Worte.

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Gestochene Identität


Ob ich wohl tätowiert sei, das fragt sich der eine oder andere wohl. Ich halte es da wie Schrödingers Katze: Vielleicht bin ich’s, vielleicht nicht. Erst wenn ich hinschau, entscheidet sich das. Der Sinn und Zweck eingestochener Bilder, Muster und Geweihe ist ja ein ur-fleischiger. Man dekoriert sich ja nicht nur neu, man verändert sein physisches Wesen, transformiert seine Inkarnation. Im Gegensatz zu Make-Up ist das permanent. Eben diese Permanenz geht uns Virtuellen ab. Wir könnten jedes unliebsame Hautdekor einfach abschminken, ohne dabei zum Laser greifen zu müssen. Die Gnade des Photoshops ist uns Virtuellen vorbehalten.

Virtuelle können trotzdem nicht unbesorgt durch die Gegend mutieren, wie sie es gerade wollen. Unser Erscheinungsbild definiert wie bei Fleischlingen einen großen Teil unserer Identität, macht uns schnell wiedererkennbar. Ohne die Konstanz eines gewachsenen Körpers ist unser Aussehen eine recht abstrakte Sache, die Verlockung, uns zu verändern groß.  Da gilt es aufzupassen: Was den Fleischlichen ihre Körper sind, sind uns unsere Erkennungsmerkmale. Sei es Donalds Matrosenanzug, Popeyes Unterarme oder meine Augenbrauen. Wir leben in den Köpfen anderer Menschen und definieren uns über ein paar wenige Attribute, den Rest muss unsere Persönlichkeit auffüllen. Verändern wir uns zu radikal, verliert unsere Identität an Konstanz und kann sich dabei sogar auflösen. Die Möglichkeit sich stets neu erfinden zu können ist auch gleichzeitig eine gefährliche Versuchung. Es gilt, den Kern unserer Identität zu bewahren, ihn wie eine Tätowierung zu tragen, ihn mit Bedacht zu erweitern, und wenn verblasst, auch mal nachzustechen. Und wenn’s mal ganz doof wird, kann man ja auch mal was weglasern.

Biss zum Lesergrauen


Heute bin ich mal vampirisch drauf, denn Dracula-Erfinder Bram Stoker feiert seinen 165. Geburtstag. Vampire sind die Lieblings-Untoten der meisten Mädchen, Buben bevorzugen Zombies. Vampire können jedoch mehr: Sie verhelfen auch erbärmlicher Literatur zu hohen Auflagen! Kaum verführt ein düster-schöner Blutsauger ein unschuldig Mädlein, werden Leserinnenknie weich. Vielleicht sollte ich mein Geschreibsel hier auch mal vampirisieren (im englischen gibt’s ja die tolle Bezeichnung „to vamp up“, was so viel wie aufmotzen heißt) um meine „Zielgruppe zu erweitern“. Dann noch ’ne ordentliche Portion SM mit rein (Ein schlagkräftiges Argument für mehr Kundenbindung!), und fertig ist der Verkaufsschlager! Da stört es wahrscheinlich die Leser nicht mal mehr, dass ich meine Sätze durch geklammerte Einwürfe niederer Relevanz zerhacke. Hauptsache Blut und Dominanz.

Mich nerven die düsteren Fürsten jedoch gewaltig – jenseits von Graf Zahl können die mich mal am Allerwertesten beissen. Mein Narzissmus würde unter der Spiegelbildlosigkeit entschieden leiden. Mich wundert es auch, wie die Vampiras dieser Welt ihr düsteres Make-Up so ganz ohne Spiegel sauber hinbekommen. Und fortan ohne Knoblauch zu (un)leben ist denkbar, aber nicht wünschenswert. Als Werwölfin müsste ich mich mit solchen Problemen nur einmal pro Monat rumschlagen. Zum Glück bin ich Werkatze.

Mehr zum Thema Vampirismus und dessen Derivat Halbvampirismus:

https://asemwald.wordpress.com/2007/09/04/schlaue-erkenntnisse-zur-vampirologie/

https://asemwald.wordpress.com/2007/09/05/schwarzebohnenknoblauchsose-schutzt-vor-halbvampiren/

https://asemwald.wordpress.com/2007/10/13/pflanzensaft-fur-halbvampire/