Ich bin wir



Für ein Wesen wie mich, dass sich durch die Kanäle der Social Medias bewegt wie andere auf der Straße ist Social Media Art natürlich faszinierend. Ein besonders interessantes Projekt ist mir da ca. 50 Meter materiellen Raumes entfernt von jenem Ort, den ich mein Heim nenne, begegnet. In der a+gallery in Stuttgart stellte der Künstler Wolf Nkole Helzle, sein Projekt vor: „I am we_interactive image“.

Das Ganze ist so eine Art Fototagebuch, bei dem jedes angemeldete Mitglied für jeden Tag in einem Kalender ein Bild hochladen kann. Die so zusammen getragene Bilderflut wird dazu genutzt, Mosaikbilder der Profilphotos von Teilnehmern zu erzeugen.

Das schattige Profilbild von Karin Rehm ist Vorlage für ein Mosaik aus Bildern von I am we.

So kann man sich selbst über andere verwirklichen, wird Teil eines Kunstwerks, ist eins und besteht aus vielen.

Die Mitglieder sind international und kommentieren die Bilder emsig gegenseitig und erfreuen sich darüber, dass aus der Masse ihrer Arbeiten wiederum neue Bilder geschaffen werden. Damit die so geknüpften virtuellen Bekanntschaften sich materialisieren können, gibt es das erste internationale Nutzertreffen mit Ausstellung in der a+gallery in Stuttgart vom Freitag, dem 13. Juli bis Sonntag dem 15 Juli. An den ersten beiden Tagen treffen sich die Mitglieder, am Sonntag um 11 Uhr wird dann die Ausstellung eröffnet, in der Mitglieder der Plattform Arbeiten vorstellen.

So auch die Künstlergruppe Schattenwald. Karin Rehm hat ihr Tagebuch mit ihren Schattenbildern gefüllt, Martin hat die Porträts, die er von mir gemacht hat, chronologisch angeordnet beigesteuert. Zur Ausstellung tragen sie mit drei Arbeiten bei, die sich aus einer Mischung aus virtueller und materieller Technik zusammensetzen und das Thema der I am we-Plattform aufgreifen. Karins Alter Ego Thea Schattenwald und ich sind Modell dafür gestanden, mehr erzähl ich dazu aber nicht, es soll sich schließlich lohnen, am Sonntag in einer Woche dort hin zu kommen!

www.helzle.com

www.interactive-image.org

a+gallery
Olgastrasse 138
70180 Stuttgart
+49 711 5044 9648

aplus-gallery.com
www.facebook.com/a.plus.creativespace

www.schattenwald.eu

Die Ausstellung läuft vom 15. Juli bis zum 15. August 2012

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Kokain und Dschungelcamp


Über das Treiben im virtuellen Raum mehr oder minder bekannter Stuttgarter wurde gestern bei den Stuttgarter Nachrichten berichtet. So auch über mich, da ich wohl auch zur lokalen Prominenz zähle. Ich bin da in illustrer Gesellschaft: Playmate des Jahres „Mia Gray“ Michaela Grauke, Fußballerbruder und Partyveranstalter Rômulo Kurányi, Ballettänzer Eric Gauthier und lokale Politiker, die über Facebook wahlkämpfen.

Promi, das klingt nach Skandal, Kokain, Dschungelcamp und Absturz! Vom glitzernden Sternchen auf den roten Teppichen der Welt bis zur besoffenen Bestie auf dem heimischen Teppich in YouTube. Ich lass mir das mal zu Kopf steigen.

Hier mein Senf, der veröffentlicht wurde:

Dora Asemwald, virtuelle Stuttgarterin
Freunde:768 (Stand: 1. März 2011)

Wie wichtig sind für Sie Facebook und Twitter? Als Schreiberin ist Facebook das wichtigste Werkzeug, um meine Geschichten zu verbreiten. Privat ist Facebook – auf Grund meiner persönlichen Umstände – ein unverzichtbares Medium, um Kontakt zur Welt zu halten. Twitter ist ein Zusatzkanal, der schön schnell und unkompliziert ist.

Wie oft schauen Sie bei Facebook vorbei? Wie oft posten Sie auf Twitter? Viel zu oft! Ich lasse mich gerne von Facebook ablenken. Getwittert wird immer, wenn ich was in meinem Blog veröffentliche, also täglich (Lüge!). Ansonsten bin ich dort eher ruhig.

Seit wann sind Sie bei Facebook und Twitter? Bei Facebook bin ich seit 2007, Twitter nutze ich seit zwei Jahren.

Was würden Sie niemals posten? Persönliches. Man sollte nur posten, was jeder wissen darf. Das Internet vergisst nichts und alle Daten können irgendwann von jedem gefunden werden. Wenn ich in meinem Blog Persönliches erzähle, dann nur Dinge, die die Öffentlichkeit erfahren darf. Ich vertraue nie den Privatsphäreeinstellungen. Sinnlose Kettenbriefe nerven mich, so etwas leite ich nie weiter.

Schonmal was Lustiges passiert? Lustig ist, wenn neue Facebook-Kontakte mir nicht glauben wollen, dass ich ein virtuelles Wesen bin. Insbesondere Männer überlesen das offenbar. Ihnen gefallen wohl meine Profilbilder. Ich muss sie dann enttäuschen…

Posten und twittern Sie alles selbst? Alles Handarbeit. Ich halte nichts davon, persönliche Posts von anderen schreiben zu lassen.

Stuttgart – Die virtuelle Welt ist ein Dorf und der Stuttgarter Talkessel findet sich schon längst auch im Social Web wieder. Auch viele bekannte Stuttgarter tummeln sich auf Facebook oder teilen ihre Erlebnisse über den Kurznachrichtendienst Twitter mit ihren Followern.

Wir haben uns auf die virtuellen Spuren der Stuttgarter Promis gemacht und wollten von ihnen wissen, wie wichtig die Netzwelt für sie ist. Die spannenden Antworten von VfB-Spieler Timo Gebhart,  der Politikerin Muhterem Aras und vielen anderen gibt es in unserer Bildergalerie!

Der überwachte Staat


Gewalttätige Chaoten greifen die Polizei an, die sich mit Wasserwerfern, Schlagstöcken und Tränengas wehren müssen – so hätten das einige am 30.9. gerne gehört. Zu dumm dass es ganz anders gelaufen ist. Aber die Wahrheit interessiert hier keinen, die Wahrheit wird gemacht. Die großen Medien bestimmen, wie das Geschehene interpretiert wird. Die öffentlich rechtlichen machen Personalpolitik nach Parteibuch, für die privaten gilt: Wes Brot ich ess, des Lied ich sing. Und es ist nicht das Brot vom Leser.
Um besonders eindrückliche Bildbeweise zu bekommen hilft es natürlich ein paar Provokateure in die Reihen der Gegner einzuschleusen (siehe Hamburger Abendblatt). Bilder randalierender Staatsfeinde jagen den unbescholtenen Bürgern die nötige Angst ein um sie in die Arme einer Law-and-Order-Regierung zu treiben. So funktioniert die Diffamierung der andersdenkenden Masse auf der Straße, so wird Meinung gemacht, so wird Politik gemacht. Oder besser gesagt: wurde.

Die Rechnung ohne den Wirt
Dummerweise hatten die Demonstranten statt Pflastersteinen etwas viel gefährlicheres in den Händen: Kameras. Die Strategen hinter dem Übergriff am 30.9. haben die Rechnung ohne den Wirt gemacht. In diesem Fall heißt der Wirt YouTube. Lange bevor PR-Berater die Chance hatten, das Geschehene umzudeuten war es schon online und drang ins öffentliche Bewusstsein ein. Behauptungen, die Demonstranten hätten Pflastersteine geworfen konnten nur noch hartgesottene Jünger der Regierung beeindrucken und mussten schnell zurück genommen werden. Plötzlich verschwanden Videos aus dem Internet, nur um an anderer Stelle wieder aufzutauchen. Das Netz vergisst nichts. Eine Hand voll Medien kann man beeinflussen, ein ganzes Netz davon nicht mehr.

Pandorische Büchse
Hier zeigt sich, dass die Politik-PR alter Schule den Zug verpasst hat. Ein Paradigmenwechsel hat sich vollzogen. Das Internet erzeugt eine digitale Öffentlichkeit, die sich weder kontrollieren noch unterdrücken lässt. Das Meinungsmonopol der großen Medien ist gebrochen. Die Staatsgewalt kann nicht mehr unbeobachtet eingreifen, wenn alles live im Netz übertragen wird. Statt dem orwellschen Überwachungsstaat haben wir den überwachten Staat. Kein Wunder, dass Diktaturen alles dran setzen, das Internet zu bekämpfen. Dafür ist es bei uns bereits zu spät. Pandora hat ihre Büchse bereits geöffnet.

Unterschiedliche Betrachtungswinkel
Im Gegensatz zu professionellen Medien erfüllen die unzähligen kleinen Kanäle keine journalistischen Standards. Sogenannte Bürgerjournalisten, die neue Publikationsmöglichkeiten wie Blogs nutzen sind selten ausgebildete Journalisten und erheben gar nicht erst den Anspruch auf Objektivität oder gesicherte Quellen. Doch wen interessieren qualitative Standards, wenn diese ebenso durch eine Meinung gefärbt sind und einer eigenen Agenda dienen? Ich habe heute die Möglichkeit über das Internet zwischen vielen offiziellen und inoffiziellen Kanälen zu vergleichen und mache mir dann ein Bild aus unterschiedlichen Betrachtungswinkeln. Dabei bemerke ich, wie weit die Interpretationen auseinander liegen. Wenn ich das Berichtete selbst erlebt habe, was in Stuttgart derzeit öfters passieren kann, dann erschrickt es mich, wie fern davon das öffentlich erzeugte Bild bisweilen ist. Als Medienkonsument muss ich selbst über die Glaubwürdigkeit verschiedener Medien urteilen. Und das geht heute besser durch Vergleichsmöglichkeiten.

Virale Kommunikation
Das Medium verändert den Konsumenten. Nicht jeder Medienkonsument produziert selbst Inhalte in dem er blogt, twittert oder Videos online stellt. Er gibt jedoch Informationen in sein digitales soziales Netzwerk weiter und kommentiert diese oft noch. Durch seine Wahl und seine Meinung wird der Nutzer zum Redakteur und Kommentator, trägt damit zur digitalen Öffentlichkeit bei. Das hat er früher am Stammtisch getan, der ist jetzt jedoch global vernetzt. Informationen können sich dadurch viral verbreiten. Und das ist nicht mehr steuerbar. Es gibt kein Information- und Meinungsmonopol mehr, Journalismus ist nicht mehr das, was er einmal war.

Digitale Öffentlichkeit
Die Kommunikation zwischen Regierung und Bürger muss und wird sich wandeln. Aber nicht nur eine größere Transparenz wird das Resultat dieses Wandels sein, es werden auch neue Techniken entwickelt werden, die digitale Öffentlichkeit zu manipulieren. PR-Agenturen spezialisieren sich zunehmend auf Social Media und nutzen dazu Techniken wie Astroturfing, dem Vortäuschen einer Bürgerbewegung im Netz. Ebenso wird der Astroturfingvorwurf genutzt, um Bürgerbewegungen zu diffamieren.Die digitale Öffentlichkeit ist das neue Schlachtfeld der Medien um die Meinungshoheit. Nur wer sich diese sich im konstanten Wandel befindende Welt versteht, kann in ihr erfolgreich kommunizieren und differenziert konsumieren. Wir befinden uns in einer Übergangszeit wo das alte Weltbild auf das neue stößt. Das diese Schlacht nicht nur im virtuellen Raum ausgefochten wird, hat uns der 30.9. im Stuttgarter Schlosspark gezeigt.

Quellen:

Der 30.9. und Stuttgart21 in den Medien:

Polizeieinsatz 30.9., Polizeiversion:
http://org.polizei-bwl.de/ppstuttgart/Seiten/Stuttgart21Video.aspx

Polizeigewalt in Stuttgart, YouTube:
http://www.youtube.com/results?search_query=stuttgart+polizeigewalt

Politiker Peter Hauk versucht, die Geschichte umzudeuten:
http://www.youtube.com/watch?v=ju3cCKqz9bg

Gewerkschaft der Polizei im SWR:
http://www.youtube.com/watch?v=4Lx0O0k1l9w

Stuttgart21 live ins Netz gestreamt von Gegnern:
http://www.cams21.de/

Bestzung und Räumung eines Hauses aus Besetzersicht, Mitschnitt eines Livestreams:
http://bambuser.com/channel/tilman36/broadcast/1094091

Kritischer Internetfersehsender zu Stuttgart21:
http://www.fluegel.tv/

Artikel über eingeschleuste Provokateure:
http://www.abendblatt.de/hamburg/article1665966/Wir-werden-von-der-Politik-verheizt-Polizisten-erzaehlen.html

Und dazu die taz:
http://www.taz.de/1/zukunft/umwelt/artikel/1/wie-scharfe-kampfhunde/

Neue Kommunikationsformen:

Bürgerjournalismus:
http://de.wikipedia.org/wiki/Graswurzel-Journalismus

Virale Kommunikation (im Marketing):
http://de.wikipedia.org/wiki/Virales_Marketing

Grundlagen zur viralen Kommunikation: 
http://de.wikipedia.org/wiki/Internet-Ph%C3%A4nomen
http://de.wikipedia.org/wiki/Mem

Definition Astroturfing:
http://de.wikipedia.org/wiki/Astroturfing

Astroturfing bei Stuttgart21:
http://www.sueddeutsche.de/politik/streit-um-stuttgart-astroturfing-geheimkampf-um-botschaften-im-netz-1.1008550

Astroturfing der Atomlobby:
http://www.zeit.de/2008/17/Atomlobby

Antiastrosurfing:
http://www.thenewpr.com/wiki/pmwiki.php?pagename=AntiAstroturfing.HomePage

Dorisch eroberte Gebiete


Auf Flowtown.com wurde eine neue Landkarte über die Welt des Social Networkings veröffentlicht. Die bezieht sich auf auf eine Karte von 2007 auf der Webcomicseite xkcd, die ich sehr gerne lese, da lustig.

PS: äh, ich hab vergessen Blogspot anzumalen, und Buzz bin ich auch schon, aber nicht sonderlich aktiv da irgendwie doof.

Ich hab auf der neuen Karte mal angemalt, wo ich schon überall einmarschiert bin und nicht rausgeschmissen wurde.

Hier die Karte von 2007:

OpenBC heisst jetzt Twix, sonst ändert sich nix.


Hallo!
Ich bin ja jetzt schon seit einiger Zeit im Internet unterwegs und will mal erzählen, was bisher so geschah.
Angefangen hat das Ganze bei OpenBC, welches heute ja Twix oder so ähnlich heisst. Dort habe ich nicht nur alte Bekannte getroffen, sondern auch ein paar neue Leute kennengelernt. Zum Glück hat es bislang niemanden gestört, dass ich ein virtuelles Wesen bin. Ein netter Herr meinte sogar, Fleischlichkeit sei sowieso überbewertet.