Doras Monatsbuch


Wenn das hier so weitergeht, muss ich den Blog hier in Doras Monatsbuch umbenennen. Es ist ja nicht so, als ob ich nichts zu sagen hätte, erlebt hab ich genug. Nur halt nicht darüber geschrieben. Auch der virtuelle Tag hat nur 24 Stunden. Noch. Ich arbeite an einer Zeitlochmaschine, die das ändern wird.

Ich bin viel verreist, zusammen mit meiner neuen Freundin Thea Schattenwald. Dass sie so heißt wie unsere Künstlergruppe, ist natürlich reiner Zufall. Gemeinsam ergründen wir die Regionen, in denen die materielle und  virtuelle Realität aufeinanderstoßen und sich überlappen. Oder vermischen einfach die beiden Welten, hüpfen nach Lust und Laune auf die eine oder andere Seite, am liebsten auf beide zugleich.

Politisch interessiere ich mich auch noch, was grade so geht. Bürgermeisterkandidaten werden derzeit gesucht und ins Rennen geschickt. Jemand hat mich gefragt, ob ich das machen wollte, aber so verrückt bin ich auch wieder nicht. Man stelle sich vor: Den ganzen Tag Wahlkampf, Hände wundschütteln, von Plakaten grinsen (okay, dazu wäre ich selbstdarstellerisch genug), in Parteien Ränke schmieden und dergleichen. Zum Glück liefe ich keine Gefahr, gewählt zu werden. Denn dann wäre ich Chef von unzähligen Beamten, müsste mich um die Verwaltung der Stadt kümmern. Das könnte ich der Stadt nicht antun, dazu liebe ich sie zu sehr. Und mir auch nicht.

Letztendlich stehen derzeit zwei Kandidaten, die beide Chancen haben: Turner und Kuhn. Turner ist ein Werber, der weiß, wie man Leuten Dinge andreht, die sie nicht brauchen. Das macht mir Angst. Alle anderen, die mitmischen, wie die Meisterbürger, wollen halt in der Medienbugwelle surfen. Das ist ja eigentlich mein Metier: So tun als OB. Ich muss ja nicht wirklich. Das ist das schöne an der Virtualität. Mein Favorit derzeit: Berufskandidat Schroeder.

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Feiern mit Bohumil und Stela


Liebe Leser,

ja, es gibt mich noch. Ich war in der letzten Zeit viel unterwegs und hab nichts hier darüber berichtet, man musste schon auf Facebook mit mir verbandelt sein, um von den neuesten Erlebnissen zu erfahren. Jetzt hab ich ja jede Menge Geschichten, die sich auf meinem Stapel so angehäuft haben.

Ich hab mir mal wieder ein neues Kleidchen gekauft, wie man oben sehen kann. Das ist Teil der neuen Kollektion von Judith Schöntag, von der ich mich sehr gerne einkleiden lasse. Die hat jetzt ihr Atelier im sogenannten H7, in der Heilbronner Straße 7 in Stuttgart. Besuchen lohnt sich! Ich mag besonders die T-Shirts mit dem Tangram-Designs. Allen voran natürlich die Katze. Der Rest ist nicht immer ganz alltagstauglich, aber wer will denn schon Alltag? Wenn man keine glamourösen Anlässe findet, so was zu tragen, dann muss man sie halt schaffen. Und sei es nur, um eine Person um seinen Verstand zu bringen! Das Leben ist bunter, wenn man ab und zu den Alltag mal anlasslos auf die Reservebank schickt und es sich gut gehen lässt. Natürlich macht es auch Spaß, sich Anlässe aus den Fingern zu saugen. Aus einem der zehn Finger wird schon was kommen. Es gibt immer einen Weltdingsbumstag. Heute ist nicht nur Tag der deutschen Einheit (man könnte einen Schicken Overall tragen), sondern auch Tag der offenen Moschee (etwas Schleierhaftes im Gesicht), Unabhängigkeitstag in Guinea (Meerschweinchenlook) und nationaler Gründungstag in Korea (Kim Jong Il Brille). Wenn das nicht reicht: Vielleicht kennt man eine Bianca, einen Ewald oder eine Paulina, die haben heute Namenstag und wollen befeiert werden. In der Tschechei feiert heute Bohumil, in der Slovakei Stela. Also erzählt mir bitte nicht, heute wäre ein ganz normaler Tag!

Ansonsten hab ich noch viel zu viel zu berichten, um es in einem Artikel unterzubringen. Ich war in Tallinn, der Kulturhauptstadt dieses Jahres, habe eine Ausstellung gemacht, mich über scheindemokratische Bürgerentscheide echauffiert und mich an so manchen Orten rumgetrieben. Bald gibt’s Neues von mir!

Liebe Grüße

Eure Dora

www.judith-schoentag.de

www.facebook.com/hellogrey 

Fotos: Matthes Schrof


Dies und das und Alkohol


Mannomann, ich bin nachlässig im schreiben, hab meinen Vorstatz dieses täglich zu verrichten sträflich vernachlässigt. Selbstredend bescheisse ich es meistens hin in dem ich am Veröffentlichungsdatum herumschraube. Aber das sollte doch legitim sein, Hauptsache es kommt was Nettes bei raus. Es gibt ja ne Menge netter Tipps, worüber man jeden Tag so schreiben kann. Zum Beispiel über das das peinlichste Erlebnis, darüber was man tun würde wenn man nur noch einen Tag zu leben hätte oder weiß Gott was. Wenn es sie gibt und sie was für meinen Blog wüsste. Wen interessiert das alles? Ich weiß es nicht. Ich frage mich eh was Leute dazu bewegt in den Blogs anderer herumzulesen. Ich freue mich ja, wenn sich jemand für meine Meinung interessiert. Vielleicht ist meine Meinung ja uninteressant, jedoch die Art wie ich sie zum Ausdruck bring ist unterhaltsam. Letztendlich ist es egal. Wenn es jemand gefällt, dann erfüllt es seinen Zweck.

Ich schreibsel so vor mich hin, weil die natürliche Antischreibselblockade vom Alkohol weggespült wurde. Ich habe heute abend den 39. Geburtstag meines Mitbewohners und Entdeckers gefeiert. Ohne ihn hätte ich Schwierigkeiten mit der greifbaren Welt zu interagieren (schreckliches Wort, fällt mir jetzt aber nichts unschreckliches dafür ein). Es ist jetzt fast 6 Jahre her dass ich ihn zum ersten Mal heimgesucht habe. Damals hatte der Bursche keine Ahnung auf was er sich einlässt als er mich entdeckte. Mir aber war gleich klar dass ich ihn dazu bewegen musste, mir ein komplettes virtuelles Leben in seiner Realität zu erschaffen und dafür zu sorgen, dass ich mich in die Realitäten anderer verbreite. Das ist zum Glück auch gelungen, ich lebe mittlerweile in den Köpfen vieler. Und dass mussten wir begießen. Haben wir getan. Ein paar Freunde waren auch da. Ich könnte jetzt noch viele Tasten auf der Tastatur hauen, aber ich bin müde und verschone euch jetzt und wünsche euch einen schönen Tag.

PS. Nicht vergessen: Am 25. wird ja wieder gefeiert, in dem Fall mein Geburtstag. Kommt auch!

30.000 Besuche!


30.000 Besuche hat dieser Blog seit Mai letzten Jahres gezählt. Ich hoffe den Besuchern hat es gefallen und freue mich, dass einige immer wieder kommen. Vielen Dank! Wer das mit mir feiern will, kann ja zu meiner Geburtstagsfeier am 25. Februar besuchen. Hier die Einladung.

Ich freue mich natürlich auf weitere Gäste, über ein prall gefülltes Gästebuch, Kommentare und anderen Senf.

Gegnerschwanzvergleich


Liebes Tagebuch,

heute wollte ich eigentlich meinen gestern schon erwähnten Artikel zum Thema Protest in Stuttgart veröffentlichen, bin aber noch nicht zu frieden damit. Inspiration für den Text war der Streit, ob es nun gut sei wenn Stuttgart 21 Gegner ihrer Wut freien Lauf lassen wie zum Beispiel jene, die vor der CDU-Zentrale Radau gemacht hatten. Die einen sagen es würde die Wut zum Ausdruck bringen und klar machen, dass man weiterhin Druck machen wolle. Andere, ich inklusive, finden sowas total beschissen, da wir damit jenen vor den Kopf stoßen, die bei der nächsten Wahl noch nicht sicher sind, was sie wählen sollen. Dafür wird uns vorgeworfen Weichspüler zu sein. Nur noch mehr Druck und somit Eskalation könnte noch was richten. Meine Haltung würde als Ausrede benutzt, nicht mehr so aktiv zu sein.

Ich muss niemanden beweisen dass ich ein waschechter Gegner sei. Darum geht es nicht. Mein Weg ist es nicht, mittels „zivilem Ungehorsam“ der Maschinerie entgegen zu stehen. Ich will nicht am Gegnerschwanzvergleich  teilnehmen, ich führe keine Strichlisten wie oft ich auf der Demo war. Mich kotzt es aber an, wenn andere mir sagen wie ich Widerstand zu leisten habe und behaupten, ich sei nicht radikal genug. Andererseits beurteile und verurteile ich auch das Verhalten von Rabauken, aber die schaden meines Erachtens der Sache.

Ich merke dass das Thema ganz schön vertrackt ist. Mal schauen ob ich dazu noch was Brauchbares geschrieben bekomme.

Ansonsten freue ich mich darauf nächste Woche mal wieder zu verreisen. Ich fliege eine Woche nach Marokko. Dort finde ich hoffentlich die Sonne, die sich hier ja in der letzten Zeit nur noch selten blicken lässt.

 

 

1000 gesparte Worte



Liebes Tagebuch,

das mit dem täglich einen Artikel veröffentlichen wird ganz schön hart. Ich schreib grad an einem Artikel der sich wie ein Stau zu Urlaubsanfang verhält: Er wird immer länger. Wie so oft geht es um den Erdbahnhof, die Stadt, das Land, meinen Lieblingsfeind Mappus und den Versuch ihn los zu werden. Es gibt viel zu sagen, leider sind aber nur wenige bereit dazu viel zu lesen. Die besten Texte sind kurz und knackig. Aber was ich noch zu sagen hätte dauert eine Zigarettenfabrik, wie die Band Brüllen einst sang. Ich muss einsehen, dass das Maß an Information das man ins Hirn pro Zeiteinheit stopfen kann begrenzt ist und nur wenige dazu bereit sind die Grenzen dieses Maßes auszuloten.

Um tausend Worte zu sparen hab ich ein neues Bild reingestellt, welches Martin für mich gemacht hat. Es stellt mich zwar nackt, aber doch etwas idealisiert dar. Die Spuren meiner fast 36 Lebensjahre sind der künstlerischen Freiheit zum Opfer gefallen. Aber wie ich immer sage: Wenn man schon nicht greifbar ist, kann man wenigstens gut aussehen.