Bülerie statt Bütque?

Zuerst die gute Nachricht: Ich habe einen Flug nach Japan gebucht! Und diesmal nicht bei Google Earth, sondern mit der Fluglinie ANA. Zwischen Weihnachten und Neujahr bin ich dann mal weg. Und werde natürlich viel erleben und berichten.

Die schlechte Nachricht: Die Bütique hat zugemacht. Ab morgen sind nur noch meine Galerie und Martins Büro in der alten Metzgerei in der Heusteigstraße 65. Das ist schade, war die Bütique doch ein Treffpunkt für Freunde individueller Kleidung und eine tolle Quelle dieser. Ich habe dort großartige Menschen kennengelernt und wunderbare Nachmittage verbracht.
Ursprünglich war die Idee von Betania, Martin und mir, Büro und Boutique in einem Raum zu teilen, daher der Name Bütique. Besucher meiner Vernissagen lernten so Betanias Boutique kennen, ihre Kunden besuchten meine Galerie und wurden zum Teil sogar Kunden von Martins Kommunikationsbüro. Während Betania sich um die Boutique kümmerte sorgten Martin und ich dafür, dass die Bütique bekannt wurde. Das klappte gut, dank der Stadtmagazine Lift und Prinz, Bloggern wie Kessel.tv und vielen anderen Medien, die stets über uns schrieben. Die Fotografen Frank und Steff, und später auch Tamara Arne, haben Betanias Kleider wunderschön inszeniert fotografiert. Die kleinen, gezackten Kärtchen, auf denen wir hunderte von verschiedenen Motiven druckten, wurden von den Kunden geliebt und dekorieren die eine oder andere Wohnung. Wir haben neben Vintage/Second Hand auch Mode von Stuttgarter Jungdesignern geführt: Judith Schöntag, Skurril, Schwabenkind/Carla Maria. Auf unseren Parties und Vernissagen war schwer was los. Bei unserer Eröffnungsparty spielte sogar die Band Hitboutique im Laden und ein alter Metzgerkühlschrank kühlte 100 Flaschen Prosecco, die bis zur letzten geleert wurden. (Leni vom Erdgeschoss hat, wie ich mich erinnern kann, die letzte getrunken).

Ohgottogott, ich werd wehmütig! Als Betania unlängst ankündigte, sie wolle aufhören, war das zuerst ein Schock. Martin und ich beschlossen, den Laden weiter führen zu wollen, da wir beide daran glauben, dass das Konzept der Bütique aufgehen kann. Wir wollten nicht, dass all die Liebesmüh, die wir in die Bütique gesteckt hatten, für die Katz wär. Wir hatten auch schon einen Plan, wie wir das Ganze hätten organisieren könnten. Dazu ist es nie gekommen. Betania hat den Laden mit allen Kleidern verlassen. Martin und ich müssen die Lücke jetzt erst mal füllen. Ich werde wohl erst mal die bestehende Ausstellung erweitern und mich dann um neue Dinge kümmern. Ob neben Galerie und Büro (Bülerie? Galero?) wieder Waren verkauft werden, steht noch in den Sternen. Ich halte euch auf dem Laufenden, was das betrifft.

Jetzt heißt es erstmal nach vorne schauen, denn das Neue birgt viele Chancen. Welch abgedroschener Satz, mir fällt heute auch nichts schmissiges ein. Scheiß der Hund drauf, ich kann auch nicht immer vor Esprit sprühen. Wenn ich ehrlich bin, kotzt mich das Ganze gerade ganz schön an. Es tut weh, etwas gehen zu lassen, was ich irgendwie geliebt habe. Ich scheiße auf alle Aufmunterungsfloskeln und nehme mir heraus, bar jeder Vernunft hier mal abzukotzen: F I C K E N 2000! §$(*/#&! Über die guten Seiten der Sache hab ich jetzt überhaupt keinen Bock nachzudenken. Das kommt schon schnell genug. Jetzt ist erstmal Fluchen angesagt. Dann freu ich mich schon mal auf Japan.

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Dorisches Treiben der letzten Woche.

Nichts los im Blog? Stimmt. Ich hab mich auf Facebook rumgetrieben und die Welt der Trivialitäten ergründet. Auch das Twittern hab ich gelernt, aber mangels Verfolger einschlafen lassen. Meine Galerie hat auch schon länger keine Vernissage über sich ergehen lassen, es hängen immer noch die wunderschönen Porträts von Svenja Eckert. Das freut mich, ist Svenja doch nicht nur eine gute Fotografin sondern auch eine tolle Frau, die in diversen rocklastigen Tanzlokalen für gute Musik sorgt. Ansonsten verbreite ich mich in Form von Kärtchen, die man gerne in meinen Lieblingslokalitäten finden kann: das Erdgeschoss, die Café-Bar, das Libero, Transit, Schocken, … Naja, überall halt, wo’s nett ist und nicht von Idioten überflutet ist, die weibliche Trophäen mit ihrem AbteilungsleiterbeimBoschDaimlerPorscheGehalt in die Kiste locken wollen. Mir graut schon, wenn das Bravo Charlie wirklich mal geschlossen werden soll, wo dann jene Klientel zukünftig zum Resteficken hingeht.
Ich nehme mir natürlich vor, hier in Zukunft wieder häufiger zu schreiben, aber wer bis dahin mehr von mir wissen will, kann das über diese Kanäle tun:

http://www.facebook.com/people/Dora-Asemwald/713449609
http://twitter.com/Doralaetitia

Die neue Ausstellung mit Svenja

 

Die nächste Ausstellung in meiner Galerie droht, hier die Einladung. Freitag, 20. Februar 2009 ab 19 Uhr in der Galerie.
Galerie Dora Asemwald
Heusteigstraße 65
70180 Stuttgart

Gezeigt werden: Porträtfotografien von Svenja Eckert. Nicht von Gün, der ist nur vorne auf dem Bild, weil er von Svenja porträtiert wurde. Das scheint nicht allen einzuleuchten. Fast alle die den Flyer sehen sagen zuerst: „Ah, der Gün“. Der Bursche scheint ja bekannt wie ein bunter Hund zu sein. Vielleicht kommt er ja auch zur Vernissage.

Von Lügen, Fliegen und Pinseln

Die Vernissage meiner ersten Ausstellung war letzten Freitag. Harald hat alles mit seinen Bildern voll gehängt.Wie versprochen gibt es auch ein Porträt von mir.
Damit ich mich für den Abend in angemessenem Schwung bringen kann hat Sascha, der freundliche Alkothekar meines liebsten Jazzclubs, dem Bix, Prosecco mitgebracht.
Der hat mir zu gut geschmeckt. Martin, mein Assistent, musste deshalb die Eröffnungsrede halten, die ich für diesen Anlass geschrieben und unten angehängt habe.

Es gab auch viele Dorazettel zum mitnehmen. Wer die Feier verpasst hat, der soll halt zur nächsten kommen. Die wird voraussichtlich im Januar sein. Ich suche noch einen Künstler, der ausstellungswillig ist. Wer da war und mehr Fotos sehen will, der muss mich in der Galerie besuchen und darf auch gerne eine Erinnerungsstäbchen mitbringen. Per Email wird nix versandt.


Sehr geehrte Gäste,


ich heiße sie herzlich willkommen zur Ausstellung „Triggers“ von Harald Zylka.

Der Zusammenhang zwischen großformatigen Porträts junger Damen,

einem Steinkopf und dem Ausstellungsname „Triggers“
offenbarte sich mir nicht sofort, —– auch nicht unsofort.

Wikipedia, mein alter Freund, erklärte mir,

es handele sich bei dem englischen Begriff Trigger um entweder Abzug
– wie bei einem Gewehr – oder Auslöser.

Oder auch einen Schlüsselreiz:
Unter Trigger versteht man Sinneseindrücke,
die Erinnerungen an alte Erfahrungen in einer Art wecken,
als ob diese Erfahrung jetzt nochmal neu gemacht werden würde.

Diese Erinnerung erfolgt meist plötzlich und mit großer Wucht.

Die damaligen Gefühle werden unmittelbar erlebt
– Flashback nennen das Fachleute.

Besonders beliebt sind Flashbacks bei Drogenfreunden.

Der sogenannte Echorausch ist der kostenlose Nachschlag
in der Kantine der Bewusstseinserweiterung.

LSD und Mescalin stehen dort ganz oben auf der Speisekarte.


Halluzinationen machen das subjektive Leben bunter
und entrücken die Realität des Konsumenten
zunehmend der Realitäten der anderen.

Vorausgesetzt, man hängt nicht dem Glauben an,
es gäbe nur eine Realität,
die Maßstab einer allgemein gültigen Wahrheit sei.

Das Entrücken der Realität
verringert die Schnittmenge der eigenen Wirklichkeit
mit der der anderen
und vergrößert somit den Raum
des als unwahr Empfundenen,
den Raum außerhalb der Schnittmenge,
den von mir so genannten Lügenraum.

Allgemein anerkannt:

Lügen haben kurze Beine.
Gegen kurze Beine ist leider kein Kraut gewachsen,
es gibt jedoch findige Tricks.

Auf der Webseite von Bild der Frau

werden dunkle Strümpfe mit hellen Feinstreifen,
gerade geschnittene Hosen mit Längsstreifen,
schmalem lange Röhrenjeans
– niemals umgekrempelt! –
und natürlich hohe Absätze empfohlen.

Also Obacht: Lügen tarnen sich gerne längsgestreift,

die Wahrheit verträgt auch Querstreifen.

Karierte Kleidung scheint ideal für Menschen zu sein,

die gerne in einer Melange aus Wahrheit und Lüge leben,
streifenloser Uni-Look ist das Erkennungszeichen jener,
die ein Mysterium aus dem Ausmaß ihrer Wahrheitsliebe machen.

Besonders mutwillige und findige Lugenbeutel
verzichten bewusst auf beinverlängernde Tricks aus der Garderobe
und behaupten einfach einen langen Oberkörper zu haben.

Längs gestreifte Sträflingskleider

sollten wohl den Delinquenten zu erhöhter Wahrheitsliebe verhelfen.


Das Prinzip der modischen Rehabilitation
hat sich wohl nicht ganz durchgesetzt,
sollte jedoch nochmals überdacht werden.

Fliegen haben auch kurze Beine –
sechs an der Zahl –
und keine Möglichkeit,
diese mit hohen Pumps zu kaschieren.

Des weiteren

werden sie von Teufeln in der Not verspeist
und paarweise mit einer Klappe erschlagen.

Das hört sich schlimm an
und ist es auch.

Das kurze Leben einer Fliege ist kein leichtes.


Vermehrt sie sich ungestört,
wird sie jedoch zur Plage anderer Tiere.

Während Kuh und Pferd

mit Schwanz und Schweif
die lästigen Zweiflügler vertreiben können,
ist das dem gemeinen Hausschwein nicht vergönnt.

Das Schwein dient nicht nur

als Lieferant von Schnitzel und Wurst,
auf ihm gedeihen auch Borstenhaare,
steife Deckhaare mit gespaltener Spitze.

Gekämmt,

mit Alaunwasser gewaschen und gebleicht
werden sie zu Pinseln gebündelt,
welche Harald Zylka zum Auftrag der Farbe
auf die Leinwand nutzt.

Der Effekt dieser Technik ist in dieser Ausstellung zu beobachten.

Mit Prosecco lässt sich besser klugscheißen

Die Einladung zur nächsten Vernissage ist fertig und kann hier begutachtet werden. Noch besser ihr kommt und begutachtet selbst. Mit Prosecco in der Hand ist immer besser gucken und klugscheißen. Mehr Information gibt es dort:

Hier ist schon mal eine kleine Vorschau, was es dort zu sehen gibt.


www.galerie-dora-asemwald.de

Endlich hat Martin seinen Arsch hochgekriegt und mir die Webseite für meine Galerie gebaut, eine URL gesichert, ein Logo entwickelt und Bilder reingesetzt. Leider nicht alle. Der faule Hund. Ich glaub, ich muss noch ein bisschen Druck ausüben, damit das was wird.
http://www.galerie-dora-asemwald.de/
Am 14. 11. ist eine Vernissage, doch dazu mehr, wenn ich wieder Zeit hab. Ich muss jetzt Zettel verteilen gehen …

Musik für als Amerikaner verkleidete Menschen

Ich bin heute zu tiefst erschrocken, als meine Lieblingsmusikseite im Internet plötzlich für Nichtamerikaner gesperrt wurde. Pandora hat nicht nur einen schönen Klang hinten raus, sondern hat auch meinen musikalischen Horizont gepimpt. Jetzt muss ich mich wohl mittels Proxyserver IP-adressenmäßig als Amerikanerin verkleiden, hat mir ein IT-Fritze erzählt. Das hört sich weniger elegant an, doch was tut man nicht alles für neue Musik?
Wer neue Musik für mich hat, kann sie mir ja schicken an: dora.asemwald(at)gmx.net
Da ich natürlich nicht zum räuberischen kopieren aufrufen soll, sind selbstgespielte Sachen willkommen.
Grüße aus dem Asemwald:
Dora