Schnell noch nichts gekauft

Ich bin dann, wie angekündigt, mal weg. Und berichte von der Reise. Mein erster Stopp: Flughafen Kopenhagen. Dort stolper ich auch gleich über den ersten internationalen Trend. Verzicht ist in, nicht nur bei Bill Gates und anderen Milliardären, die für Aufruhr sorgen weil sie ein paar ihrer Milliarden spenden wollen. Versace scheint sein neues Sortiment voll und ganz der edlen Zurückhaltung angepasst zu haben. Ich hab mir dort schnell noch – und ganz en vogue – nichts gekauft und bin ins nächste Flugzeug gerannt um meine Reise fortzusetzen.

Zuerst erschienen auf brezel.me

Die letzten Geheimnisse der Männer


Steh- oder Sitzpinkler? Die große Fragen in mischgeschlechtlichen Toiletten. Hier hat die Emanzipation voll und ganz zugeschlagen, auch wenn mir der eine oder andere Mann noch ein „Stand up for your rights“ entgegenschmettert. Ich wollte mal schauen, wie weit der Wandel vorangeschritten ist und habe eine der letzten Männerdomänen infiltriert: Die Herrentoilette. Ich war schockiert. Sogar Pissoirs sind hier bestuhlt. Da fehlen mit jetzt die Worte.

Zuvor erschienen auf brezel.me

Visionen gesucht

Das Stuttgart eine Zukunftsstadt ist, haben auch die Kollegen vom norddeutschen Rundfunk erkannt und unser neustes Konzept präsentiert: Stuttgart22, die Tieferlegung des Flughafens. Nicht nur das dann auf den Fildern noch mehr Kraut angebaut werden kann, wir können uns sogar den Transrapid sparen! Dann starten Sie – nicht nur – im Grunde genommen am Hauptbahnhof Ihren Flug. Das bedeutet natürlich, dass der Hauptbahnhof im Grunde genommen näher an Baden-Würtemberg heranwächst. Oder so ähnlich.

Wem das zu viel Zukunft ist, kann bei der Hobbythek erfahren, wie man sich ein Stuttgart21 bastelt:

Mein Traum: Stuttgart23, die Tieferlegung des Fernsehturms und Stuttgart24, der Deckel auf dem Kessel. Unten bleiben! Und natürlich noch meine Alternative: Loch21, das tiefste Loch der Welt, mitten in Suttgart als Touristenattraktion. Der Aushub macht aus unserem Monte Scherbelino den Austragungsort zukünftiger Winterolympiaden. Grab mit!

Welche Visionen für unsere schöne Stadt habt ihr? Oder geht ihr wie Altkanzler Schmidt zum Arzt, wenn ihr Visionen habt?

Zuerst erschienen auf brezel.me

Protest auf der Salestraße

Heute gab’s mal wieder was auf die Brezel:

Ausverkauf ist in, wenngleich er nicht mehr so genannt wird. Demnächst wird die Königstraße ja in Salestraße umbenannt. Der Einzelhandel dort muss schließlich was bieten wenn hinter dem Noch-Bahnhof beim neuen Bücherknast auf dem A1-Areal das Megashopping-Center gebaut wird. Zum sichtbaren Protest gegen die neue Konkurrenz haben sich die Läden alle in Rot gehüllt und das Protestzeichen mit den beiden Kringeln und dem Strich draufgepinselt – das Gegenstück zu den grünen Buttons der Freunde oberirdischen Bahnfahrvergnügens. Auch wir sind dermaßen empört, dass wir die brezelsche Neutralität mal suspendieren und uns am Protest beteiligen! Selbst redend fordern wir alle auf, täglich um 19 Uhr eine Minute lang Lärm zu machen um ihren Unmut Kund zu tun. Auch haben wir schon einen Protestentwurf für die Brezel in unserer Tasche:

Besser in die Tasche lügen mit Dora

Reichwerdetipps geben ist eine Sache, reich werden eine andere, bessere. Dacht‘ ich mir und hab ’ne Geschäftsidee ausbaldowert. Stets gefragt und gut bezahlt: Beratung, Lebenshilfe, Coaching. Leider ist da fast alles schon abgegrast. Doch womit kenn ich mich aus und wo ist der Bedarf am größten?

Lebenslügen. Jeder lügt sich gerne in die Tasche. Schließlich sind wir Herr unserer Realität. Doch bin ich immer wieder erschrocken wie nachlässig viele mit dieser Macht umgehen. Ich kann da helfen.

Ich hab dann gleich mal Werbung an einschlägigen Orte gehängt. Und siehe da: Sofort waren alle Kontaktstreifchen abgerissen. Der Bedarf scheint riesig zu sein! Dummerweise ist mir dann aber aufgefallen, dass die Emailadresse inclusive Tippfehler war. Was nützt eine gute Geschäftsidee, wenn ich zu doof bin einen Zettel aufzuhängen?

Also, nochmal ein Versuch:

Erfahrene Lügnerin bietet:

Lebenslügen

Für jeden Zweck. Ich überarbeite auch Ihre alten Lebenslügen und geb‘ Tipps, wie Sie sich besser in die Tasche lügen können. Warum eine unschöne oder bittere Lebenslüge leben, wenn es auch viel schöner geht? Auf Wunsch verpack ich Ihnen die Lügen auch als Wahrheit. Jetzt im Angebot: Notlügen, Ausreden und Rechtfertigungen.

Und jetzt richtig, ohne Fehler:

Dora Asemwald
dora@doraa.de
www.dora-asemwald.de
asemwald.wordpress.com

Zuerst erschienen auf brezel.me

EIn Leben für die Katz

Das Auto als Medium für Botschaften aller Art ist ja bekannt. Hier ist jemand auf den Hund gekommen: „Ein Leben ohne Hund ist ein Irrtum!“. 91,1% aller Haushalte in Deutschland leben ohne Hund, laufen also einem riesigen Irrtum auf! Vielleicht ist aber auch der innere Schweinehund in der Rechnung mit inbegriffen. Dann wär ich d’accord. Kaum auszumalen was wäre, wenn wirklich jeder einen äußeren Hund hätte. Ein Großteil der 9.638.000 Nichtirrenden lässt seinen Köter jetzt schon in jedes Eck kacken.

Loriot war übrigens in der Hundefrage etwas spezifischer: „Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos.“
Ich setzt noch einen drauf: „Ein Leben ohne Katz ist für die selbige!“

Zuerst erschienen auf brezel.me

Tag der offenen Zellentür

Tag der offenen Tür ist ’ne feine Sache, insbesondere beim Justizvollzug.

Auf dem Bild oben: Rollender Knast, 18t, 408PS, 12 Liter Hubraum, 30 Gefangenenplätze, jetzt unbesetzt. Unten die Variante für Kleinkriminelle.

Der eine oder andere freut sich da wohl über die Woche der Justiz.

Zuerst veröffentlicht bei brezel.me

I’ve been looking for David.

Wie hier ja reichlich angekündigt kam er heute nach Stuttgart: The Hoff! David Hasselhoff, Mister Looking for Freedom, Michael Knight, Mitch Buchannon, alle in einem! Mädchenträume werden war. Er hat seine Biographie geschrieben, nun muss er in der Buchhandlung Hugendubel  die Bücher auch signieren. Ich stürze mich ins Meer der Menschen, es ist heiß, nass und wild.

The Hoff kommt rein, die Meute johlt „I’ve been looking for freedom“, Transparente werden geschwungen, Mädchen kreischen – ich inklusive, sehr inklusive. Die Luft wird heißer, alle drängen sich, ich kann kaum noch atmen. Mitch! Wo bleibst du! Rette mich! Zieh mich aus der Flut bevor ich ohnmächtig werd!

Hat er aber nicht. Ist wohl doch kein echter Rettungsschwimmer. Egal. Hab mir dann auch kein Autogramm mehr geholt und bin zurück ins Büro.

Erschienen bei: www.brezel.me

Urkundenfälscher und Ewiggestrige

So mir nichts dir nichts geh ich müßig durch die Tübinger Straße, da springt mir mal wieder ein Schaufenster ins Auge. Das Flair kommt mir bekannt vor, erinnert mich an das Institut für Buchverwitterung in der Jakobstraße (siehe Artikel). Hier also bekommt man alles, um verwitterte Bücher herzustellen: Staubige Tintenpatronen, vergilbtes Papier und Schreibmaschinen jeder Generation. Die halbwegs lebendige Begrünung lässt darauf schließen, dass der Laden trotz des „seit Jahren Pleite und vergessen“-Looks immer noch die Türen für Kunden öffnet.

Ein Blick in die tiefen des Ladens lässt erkennen dass die Schaufensterdeko konsequent in der Inneneinrichtung fortgesetzt wird. Welches Typus Kunde frequentiert diesen Laden? Antiquierte Autoren historischer Romane? Buchhalter der alten Schule? Röhrenmonitorfetischisten? Vielleicht sind es Urkundenfälscher die nur hier die Utensilien ihres Handwerks finden. Sollte ich eines Tages ein authentisches Arbeitszeugnis von 1983 fälschen wollen, hier würde ich alles dafür finden. Vielleicht befindet sich im Keller des Ladens ein großes Lager mit leerem Briefpapier lokaler Unternehmen aus den letzten Jahrzehnten? Flaschenweiße Jahrgangsgilb, kellergelagert und ein Humidor für historische Stempelkissen? Vielleicht gibt’s dort sogar noch Hektorgraphen. Wie gerne erinnere ich mich an den Lösungsmittelrausch meiner Schulzeit. Die Generation Kopierer weiß da gar nicht was sie verpasst hat. Ich schweife ab …

Eines Tages werd ich mich über die Schwelle trauen. Vielleicht schaff ich mir dann endlich mal eine Schreibmaschine an auf der ich offline bloggen kann.

(Geschrieben für brezel.me)

Erfaulenzter Tag

In einem Anfall von klimabedingter Arbeitsvermeidungstaktik war ich mal wieder auf der Straße unterwegs. Und prompt prangte die perfekte Rechtfertigung vor meinen Augen: Das Recht auf Müssiggang erfaulenzen! Dieser Aufforderung, die jemand in der illegalen Präfacebooktechnik des Postens mit der Sprühdose veröffentlichte, komme ich gerne nach.

Was habt ihr noch für Rechtfertigungen auf Lager wenn ihr im Bad Berg statt hinter einem Berg Arbeit liegt?

Übrigens: Erfaulenzen wird von der Blogrechtschreibabteilung nicht als bekanntes Wort anerkannt. Vielleicht muss sich diese (Un-)Tätigkeit noch weiter etablieren um die Aufnahme in die Liste der Wörter die okay sind zu schaffen.

(Zuerst erschienen bei www.brezel.me)

Truppenaufmarsch in der Wursttheke

Mal wieder was bei der Brezel geschrieben, aber ohne Stuttgartbezug. Ich find so was lustig, zweifel aber daran dass ich diesen Humor mit vielen teile. Egal, es muss ja nicht immer allen gefallen.

Fußballgucken und Grillen sind gute Freunde. Damit ich das potenzielle Endspiel der deutschen Nationalelf nicht auf leeren Magen verkraften muss hab ich mich bei einem befreundeten Großgrillbesitzer eingeladen. Bei der Wurstaquise bin ich über oben dargestellte Exemplare gestoßen, Modell „Viel totes Tier für wenig Geld“.  Der zweite Blick auf den militaristischen Markenname aus dem Hause Lidl machte mich aber stutzig: Gebirgsjäger. Für heerestechnisch unbewanderte: Gebirgsjäger sind die leichte Infanterie der Gebirgstruppe unseres Landes. Ein Haufen hartgesottener Jungs die sich ihrer Namenspatenschaft von Wurstwaren vielleicht gar nicht bewusst sind. Ich hab mal weiter geguckt, vielleicht steckt ja System dahinter: Dosengemüse aus dem Hause Panzergrenadier, Prepaid-Karten von Fernmeldetruppe oder Hygieneartikel von ABC-Abwehrtruppe hab ich aber nicht gefunden.

Ich hab mir dann doch einen toten Fisch von der Spanierin um die Ecke geholt, der hat keinen Markenname der mich verwirren könnte.

Ein schöner Herbsttag

Noch einen für die Brezel:

Es ist schön, wenn an einem Herbsttag wie heute noch mal die Sonne rauskommt. Das dachten sich auch die Einwohner des Heusteigviertels und kamen raus aufs Heusteigviertelfest. Die Bigband musste ordentlich bechern damit die Finger schön warm blieben. Mein Tipp: Packt eure Jacken und Decken und kommt auch auf den Mozartplatz! Gleich spielen dort Jazzeel, es gibt Weißwürste und andere warme Speisen. Man muss die letzten schönen Tage nutzen, bevor der Winter wieder kommt!

Brezeln aus dem Kessel

Mein alter Wunsch ist in Erfüllung gegangen: Ein Daylife Stuttgartblog namens brezel.me, der auch ohne Turnschuhe gelesen werden kann und trotzdem so viel Spaß macht wie kessel.tv. Kein Wunder, es schreiben ja fast die gleichen Leute dort: Martin, der Oberkessler, sein Außenreporter Ingmar von Lift sind fest im Autorenteam von Brezelmeister Tobias, der nebenbei noch den Onlineauftritt der Stuttgarter Zeitung leitet. Gestern bescheinigte er mir jedoch: Das Brezelblog hat einen viel höheren Glamour-Faktor. Kommentiert wird natürlich alles wie immer von der Oberklugscheißerin Frau Asemwald.
Genug Namedropping, aber Respekt, wem Respekt gebührt. Dank Brezel bin ich morgens nicht nur satt, sondern auch schlauer, weiß, was so geht, wer das größte Taschenmesser hat, warum Hamburg mit uns nicht mithalten kann, was Exilstuttgarter so treiben und wie man hier ordentlich Reibach machen kann.
Gebrezelt wird auch beim Facebook und gezwitschert sowieso. Da die Reporter fleisig sind gibts dort andauernd neue Meldungen. Doreske Empfehlung: Sofort hingehen und Kommentare schreiben.

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