Das Geheimnis des Schlegelbaums

Der Cro-Magnon-Mensch hat’s erfunden: Das Bemalen von Wänden, insbesondere mit Motiven aus der Jagd und dem Tierverzehr. An einer steinernen Wand am östlichen Ende des Heusteigviertels entdecke ich ein prächtiges Fundstück paläolithischer Wandmalerei. Es zeigt Schlegel, die an einem Baum baumeln. Der Froscherdrang meiner inneren Paläontologin führt mich in einen Raum jenseits der Mauer. Dort zieren weitaus elaboriertere, postneolithische Gemälde die Wände. Sie widmen sich ebenso dem Sujet der Nahrungsaufnahme. Jedoch ohne Tiere. Ich erforsche den Raum und entdecke einen Stamm, der sich durch wilde Hautbemalungen und bunte Haartracht auszeichnet. Schnell finde ich heraus, dass die Wandbemalung von der Häuptlingin Kathi persönlich erstellt wurden. Im Gegensatz zu den Malern des Schlegelbaums handelt es sich bei ihr eindeutig um ein Mitglied der Art Homo Sapiens. Schlegel gibt’s hier nur vom Tofutier, in den Topf kommen hier ausschließlich Pflanzen und Pilze. Dieses Rätsel wäre gelöst. Ich stärke mich noch und mache mich auf, weitere Spuren der Cro-Magnons des Heusteigviertels zu suchen. Vielleicht verraten sie mir ja das Geheimnis des Schlegelbaums.

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Liebe bei Reismilch und Bibel

Bibel und ReismilchLiebe kann man überall finden, erst recht wenn man sie nicht sucht. Zum Beispiel in der Reismilchabteilung bei Edeka in Stuttgart. Zu doof, wenn man sie nicht einfängt und ohne Austausch von Kontaktdaten die frisch erworbene Reismilch nach Hause trägt.

Da hilft nur eins: Ein Suchzettel posten. Dort, wo man  offline postet: An einem Pfosten. Damit sich die Chance für die Liebe erhöht, verbreite ich das Gesuch auch mal durchs Netz.

Liebe Frau, die mit Jürgen nicht nur Reismilch gekauft, sondern auch noch über die Bibel geredet hat: Melde dich, und gib der Liebe eine Chance. Ich wünsche euch noch viele schöne Stunden, bei denen ihr euch bei einem Glas Reismilch über Bücher unterhalten könnt.

Was ich mich noch frage: Wie kommt man eigentlich von Reismilch zur Bibel?

Und: Heißt du, lieber Jürgen,  wirklich Schneneider zum Nachname, oder hat deine Schreibmaschine gestottert?
(Schreibmaschine: Oldschool-Laptop mit eingebautem Drucker, funktioniert sogar ohne Strom)

Zu guter Letzt ein Trick: Irgend wann geht auch ihr die Reismilch aus. Einfach bei Edeka rumlungern, sie kommt bestimmt wieder.

Superheldin gesucht

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Superhelden haben’s auch nicht mehr so leicht.  Die Zeiten, in denen man sich einfach ein Cape übergeworfen und mal schnell die Welt gerettet hat, sind vorbei.  Nachtflugverbote, Brandschutzverordnungen, Sondersteuern und EU-Richtlinien verleiden einem den Kampf gegen das Böse. Kein Wunder also, dass ich heute beim Durchs-Viertel-Schlawenzeln eine Katzenmaske in einer Verschenkkiste entdeckt habe.    Die lokale Cat-Woman hat wohl das Handtuch ins Korn geworfen und hofft darauf, über die Kiste eine Nachfolgerin zu finden. Wie zum Beispiel mich. Katzesque über die Dächer des Heusteigviertels zu schleichen hört sich ja nicht unsexi an. Aber. Aber? Aber! Dann ist ja auch noch das mit dem Verbrecher jagen. Ich müsste mich mit allen Schlawinern und Schurken des Viertels kloppen. Außer Falschparken und Mietwucher geschieht hier kriminalistisch jedoch nicht sooo viel. Der letzte Mörder hier hat sich sogar selbst gestellt. Ich würde wohl eher den ganzen Tag auf dem Dach lümmeln und warten, bis das Katzenfutter kommt. Klingt nicht so spannend, lass ich mal lieber bleiben.  Aber mal schauen, ob sich eine findet, die die Maske mitnimmt und dafür sorgt, dass es hier so friedlich bleibt.

Katzdora

Urbanes Kacken

Public-Klo

Ich bin mal wieder als „Trendscoutin“ (Das sind Leute, die sogenannte „hippe“ Orte aufsuchen, um rauszufinden, wo die Mode als nächstes hinrennt) unterwegs und berichte euch natürlich brühwarm, was ich so entdecke. In diesem Fall: „Urban Shitting“.

In der Präfacebookära, als es noch das heute fast befremdliche Konzept der „Privatsphäre“ gab, hat man sich in kleine Zimmer eingeschlossen, um sich diverser Körperabfallprodukte zu entledigen. Dass das voll Oldschool ist goes without saying. Dieses Klo habe ich in der voll „angesagten“ Hipsterhood Heusteigviertel, dem Williamsburg Stuttgarts, entdeckt. Beim Spülen wird automatisch instagramisiert und anstelle von Klopapier gibt’s Hashtags.

 

50% auf alles!

50% auf alles!Rabatt ist, wenn Läden ihre Restbestände verramschen um Platz für Neues zu schaffen. Besser gesagt: war. Rabatt ist jetzt eigentlich immer. So immer, dass ein Laden sich das Schnäppchenjägerlockschild permanent an die Fassade genagelt hat. Das Praktische: Der gemeine Konsument und natürlich auch die Konsumentin werden durch das Schildchen so kirre gemacht, dass sie vergessen zu fragen: 50% worauf? Ist ja auch egal. Hauptsache die Hälfte gespart!

 

 

 

Love und Happyness aus dem Yogamattenlager

Ayushakti

Sat Nam, liebe Leser!

Damit meine Chakren und Nadis mal wieder ordentlich durchgebürstet werden, mach ich einmal die Woche innere Kehrwoche mit Kundalini-Yoga. Ich mache das mit Freude, gehöre jedoch nicht zu den ambitionierten Eigenyogamattenbesitzerinnen. Ich hol mir meine Leihmatte aus dem Yogamattenlager jenseit des Kursraums – ein etwas finsteres Kabuff mit weiteren Paraphernalien, die der Yoga- und Pilates- und Weiß-Gott-was-Praxis dienlich sein könnten.

Auf der Fensterbank entdecke ich ein kleines Mensch-Elefant-Hybrid-Wesen, fröhlich koloriert und beglitzert, in meditativer Pose: Ayushakti, der Schutzheilige des Yogamattenlagers. Neben seinem Namen verrät mir eine Aufschrift auf seinem Sitzsockel auch, dass er nicht nur für Health und Happyness (zwei Dinge, die ich schon recht prima finde) steht, sondern auch noch seine Emailadresse, die auf seine Webseite schließen lässt. Laut der betreibt der kleine Kerl ein weltweites Netzwerk an Zentren, die Ayurvedische Lösungen anbieten. Was auch immer das ist.

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Ich bin begeistert, wie umtriebig Ayshakti ist, kann auch gut nachvollziehen, dass ihn die Arbeit als Yogamattenlagerschutzheiliger nicht auslastet und er sich mit dem Ayurvda-Gedöns verwirklicht. Meine Chakren danken es mir, dass die Yogamatten durch ihn ordentlich aufgeladen, und somit meiner Gesundheit und meinem Glück zuträglich sind – ein Umstand, der den Eigenyogamattenbesitzerinnen verschlossen bleibt.

Damit er seiner Arbeit in Würde nachgehen kann, hab ich ihm einen kleinen Tempel aus dem Inventar des Raumes gebaut, den ich jede Woche ein bisschen umarrangiere, damit es ihm nicht langweilig wird.

Unter den Dächern von Heslach

 

komisches hausArchitektur, so Schlauermeierportal Wikipedia, bezeichnet die Auseinandersetzung des Menschen mit gebautem Raum. Der Mensch in diesem Fall: Ich. Der gebaute Raum: Ein eigenartiges Ungetüm in der Bachwiesenstraße so weit am Rande des Stuttgarter Stadtteil Heslachs, dass sich nicht mal das Googlemobil reingetraut hat. Aber ich.

Dieses „Gebäude“ stellt Fragen. Zum Beispiel die zentrale Frage danach, welche Pilze Architekt und Bauherr im Wald hinter dem Haus (in dem die Gebeine Baader, Ensslins und Raspes ruhen) wohl gefunden und verzehrt haben. Die Mykologin in mir erwacht und  erkennt sofort, dass es sich bei der Bauweise um einen Makromyzeten handelt, auch unklugscheißerisch Großpilz genannt, mit dickem gelben Fuß und monumental großem, braunen Hut. Die Pilzhausbauweise wird bekanntlicherweise von blauhäutigen Waldbewohnern Belgiens favorisiert, hat sich aber wohl bis nach Heslach rumgesprochen.

Zurück zu den Fragen: Was für Menschen wohl in diesem fensterarmen Bau unter der schwerer Last eines kapitalen Dachs hausen? Was macht das Bauwerk mit deren Psyche? Welche Abgründe verstecken sich in der Historie dieses Hauses, welches wohl schon 1870 erbaut, jedoch ca. 100 Jahre später entstellt wurde? Welch düsteres Geheimnis verdeckt die braune Fassade, die sich reptilesk über das dominante Dach schuppt? Oder ist das Dach eine Puppe, unter der das Haus metamorphisiert? In was wird sich die Raupe verwandeln? Welch Schmetterling wird sich über Heslach erheben? Ein Stadtrandshoppingmall? Ein Hipsterheim, dass den Boden für die herannahende Gentrifizierungswelle urbar macht? Ein Internetturm der den obsoleten Fernsehturm verdrängen wird?

Ich beschließe, der Sache nicht auf den Grund zu gehen, da meine Phantasie blumiger ist, als die womöglich triste Realität, die sich hinter den vier Wänden und dem grotesk großem Dach verbirgt.

 

 

 

 

 

Straßenrandkulturgut

fernseher-karotteStraßenrandgerümpel oder medienkritisches Mahnmal gegen die Konsumgesellschaft? Manchmal macht eine Karotte den Unterschied.

Wenn wir es schon nicht schaffen, den Müll ordentlich zu entsorgen (oder genauer gesagt umzusorgen, weil wir die Müllsorge eigentlich nur an die Deponie weiterreichen), können wir ihn wenigstens in Kulturgut transformieren. Vandalismusscheue Straßenkünstler können ihrem kreativen Drang nachgehen, die Straße wird zur Galerie mit wechselnder Ausstellung. Mal schauen, wann Finissage für die Karotte ist …

Deutscher Meister im Sackstapeln

Gelbe SäckeBald ist es wieder so weit: Die Deutsche Meisterschaft im Sackstapeln. Die Jungs und Mädels von der Schwäbischen Tafel Stuttgart am Österreichischen Platz trainieren schon kräftig, denn die Konkurrenz von der Elbe wird hart sein.

Ich drücke ihnen die Daumen, weil ich gut finde, was sie machen. Die Schwäbische Tafel sammelt Lebensmittel und versorgt damit Bedürftige. Langzeitarbeitslosen hilft sie bei der Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt.

 

schwaebische-tafel-stuttgart.de

Schwäbische Tafel auf Facebook

 

 

Trinker, keine Säufer.

mozart

http://goo.gl/maps/s52nc

Neulich fragte ich mich noch nach Hexen und Magiern in meinem Viertel, jetzt entdecke ich einen klassischen Hexenhut am Straßenrand. Der steinerne Heini, der sie trägt, könnte Mozart sein – Das Fundstück befindet sich vor  einer mal wieder aufgelösten Kneipe in der Mozartstraße, die von mehreren ihrer jährlich wechselnden Pächter „Mozart-Eck“ genannt wurde. (Danach „Imme“, wegen der dort kreuzenden Immenhofer Straße und zuletzt „SeCret“, warum auch immer so genannt, aber von Anwohnern gerne „Sekret“ ausgesprochen.)

Zu Mozart-Eck-Zeiten erklärte mir mal die damalige Wirtin mit Reibeisen im Kehlkopf: „Eine gute Kneipe braucht Trinker, keine Säufer“. Ich fragte sie, wo der Unterschied läge. „Der Trinker zahlt seine Zeche“.  Das Klientel waren wohl doch nicht nur Trinker, kurz darauf ging auch sie pleite.

Die letzte Wirtin hat zumindest diese Lektion gelernt und keinen Alkohol ausgeschenkt. Dafür gab’s Wasserpfeifen, heute eher bekannt als Shishas. Laut Internetbewertung war der Laden wohl beliebt, da stets frische Naturkohle nachgelegt wurde. Die Shishalounge lief anscheinend gut, zumindest an der Anzahl der Autos (BMW, schwarz, tief) gemessen, die im Halteverbot davor geparkt haben. Was letztendlich zur Kapitulation geführt hat, erfährt man nur, wenn man in der Gerüchteküche in die Töpfe guckt. Dort erfährt man auch, dass zwei nette Mädels den Laden im Herbst wieder aufmachen und sich eher auf Trinker statt Säufer spezialisieren. Vielleicht findet sich dort ein Plätzchen für jene Heimatlosen, denen das Libero genommen wurde. Ich halte euch auf dem Laufenden …

Nachtrag:

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Heute gehe ich wieder an der Kneipe vorbei, und siehe da: Es wird entrümpelt! Schön tätowierte Menschen tragen den angesammelten Schrott vieler Jahre auf die Straße. Ich lerne eine der beiden neuen Wirtinnen kennen. Sie erzählt mir, dass der Laden komplett auf links gedreht wird. Nur eine Erinnerung an die Vergangenheit hat Bleiberecht: Der Name „Imme“. Sehr schön!

Noch ein Nachtrag:

Die beiden Wirtinnen Renate und Frauke haben mir versichert, dass es KEINE Lounge wird. Danke! Es wird außerdem eine große Theke geben, an die man sich auch mal alleine setzen kann. Der Spielautomat wird verbannt, und es kommt keine Glotze rein, die dauernd läuft. Nur zu besonderen Anlässen. Die beiden kennen Gin Tonic jenseits von Gordons und haben erkannt, dass bei Wein nicht nur nach Farbe unterschieden wird. Man darf hoffen …

Aber jetzt wirklich der letzte Nachtrag:

Die Hoffnung wurde übererfüllt. Leider komme ich jetzt nicht mehr so oft zum Schreiben. Wenn euch interessiert, was ich für neue Geschichten auf Lager habe, dann findet ihr mich gleich rechts an der Theke.

Altpapier-App

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Verstopft Hauseingänge und Hausflure: Offline-Recherchetool „Gelbe Seiten“.  Diese App installiert sich automatisch an jeder Tür, ob man sie braucht oder nicht. Sie kostet eigentlich nichts – außer einer Menge Papier und Druckfarbe. Es freuen sich die krisengebeutelten Drucker und Papierfabrikanten. Zum Glück werden die Wälzer auf Altpapier gedruckt, zu welchem der Großteil von ihnen sofort wieder wird.

Den Wald in die Stadt bringen

PilzLetztes Wochenende beobachtete ich drei junge Leute, die geschäftig an einer Häuserecke kauerten und irgend etwas ausheckten. Sie warfen flüchtige Blicke um sich und verschwanden so plötzlich wie sie erschienen sind. Und siehe da: An der Ecke stand plötzlich ein Pilz! Wunderschön und prachtvoll reckt er sich nach oben, verschönert Haus und Stadt. Ich wünsche, dass diese drei Waldfeen auch mal an meinem Haus kauern und den Wald in die Stadt bringen.

Hosentaschenfeuerwerk

PyrotechnikDie Emotion ist ein psychischer Prozess, der durch die Wahrnehmung eines Objektes oder einer Situation ausgelöst wird und mitunter mit subjektivem Gefühlserleben und einer Veränderung der Verhaltensbereitschaft einhergeht* – zum Beispiel der Bereitschaft, Sachen anzuzünden, die dann krachen, leuchten und stinken.

Ein Aufkleber am Straßenschild vor meiner Tür fordert Respekt für eben jene Emotionen ein, die den Pyromanen in einem wecken. Ich finde es auch schade, dass man nicht einfach spontan Freudenfeuerwerke abfeuern oder der Wut mittels Böllern Nachdruck verleihen kann. „Die da oben“ machen es einem ja vor! Kaum ist ein amerikanischer Präsident mal so richtig wütend auf ein bodenschatzreiches Land, lässt er bomberweise Pyrotechnik ankarren und lässt ein richtig großes Feuerwerk krachen.

Pyrotechnik ist ja nicht gerade ungefährlich, erst recht wenn sie von emotional Aufgewühlten zum Einsatz gebracht wird. Drum schlage ich einen Kompromiss vor: Wunderkerzen und Knallerbsen sind zwar nicht ganz so spektakulär, können aber Emotionen auf symbolische Weise ausdrücken. Ausserdem passen sie in jede Tasche. Man weiß ja nie, wann es einen überkommt.

Ich zünd mir jetzt jedenfalls mal ganz emotional ’ne Zigarette an.

*Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Emotion

Magische Sprüche kloppen und durch die Gegend levitieren leicht gemacht

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Das wollte ich schon immer mal: Magische Sprüche klopfen und meine übersinnlichen Fähigkeiten entdecken. Dank diesem Straßenrandgeschenk geht dieser Wunsch endlich  in Erfüllung!

Wer auch immer diese Bücher hier hingelegt hat, hat wohl schon alles über PSI, Telepathie, Levitation, Hellsehen, Zeitreisen und so gelernt und braucht die Bücher nicht mehr. Jetzt würde mich schon interessieren, welcher von meinen Nachbarn so mir nichts dir nichts einfach meine Gedanken lesen kann. Ich schau ja immer schon, wer da durch die Gegend levitiert oder so gekleidet ist, als ob sie auf dem Weg zu einer Zeitreise sei. Bei manchen bin ich mir da ja nicht so sicher …

Parkschildcouture

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Nach diesem Winter kein Wunder: Selbst Straßenschilder haben sich warm eingepackt. Hoffen wir mal, dass sie sich bald aus der Wintermode pellen und sich in leichteres Textil hüllen können. Bin mal auf die Sommerkollektion für Stoppschilder gespannt …

Nur im Notfall Ruhe bewahren

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Nur im Notfall: Ruhe bewahren. Schöne Aufforderung dazu, in Nichtnotfallsituationen auf keinen Fall die Ruhe zu bewahren. Gleitet der Aufzug geschmeidig von Stock zu Stock, scheint Unruhe durchaus erwünscht zu sein. Ich verallgemeinere das mal auf den Rest des Lebens: Ruhe ist ein wertvolles Gut, welches man sich für Notsituationen aufbewahren, jedoch nicht im Alltag vergeuden soll. Gleiches gilt dem Befolgen von Anweisungen. Ich werde das mal ausprobieren und rastlos renitent durchs Leben marodieren, bis mir der nächste Notfall über den Weg läuft.

Harte Fakten und der Erdbahnhof

 

Der Streit um den Erdbahnhof geht weiter, wie man auf dieser Litfasssäule im Stuttgarter Süden unschwer erkennen kann. Harte Fakten beherrschen die Diskussion, wie eh und je. So schnell wird’s in unserer Stadt nicht langweilig. Es gibt sogar eine Neuauflage der Parkbesetzung, diesmal im Rosensteinpark. Hoffentlich gibt’s auch noch mal eine Schlichtung und eine noch unverständlichere Volksabstimmung bei der man neben „ja“ und „nein“ auch mit „vielleicht“ auf die Frage antworten kann, ob nun S21 oder dessen Gegner doof seien. Ich halte euch auf dem Laufenden!

Mein Fernseher lügt.

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Dein Fernseher lügt. Das scheint mir eine recht pauschale Anschuldigung eines einzelnen frustrierten Fernsehers zu sein, für den man es nicht mal nötig hielt, ihn zum Elektroschrott zu fahren. Vielleicht spricht daraus aber auch die langjährige Selbsterkenntnis eines Veteranen aus einer anderen Zeit, als elektronische Artikel noch nicht zweijährlich wegen zu wenig Pixel ausgetauscht wurden. Ich bin versucht, die alte „Glotze“ mitzunehmen und noch ein letztes Mal anzuschließen und mit ihr über Wahrheit und Falschheit der heutigen Medien zu diskutieren. Der alte Knabe hat bestimmt schon so einige Pixel auf seine Mattscheibe geworfen und viel erlebt. Wahrscheinlich würde er den neuen HD-Fernsehern vorwerfen durch ihre Schärfe eine vermeintliche Objektivität zu suggerieren, und somit den Grad der Täuschung noch weiter erhöhen. Er würde von den guten alten Zeiten, am besten noch den vorprivatfernsehlichen, schwärmen und vom Verfall allgemeiner Kultur und Sitten schwadronieren. Diese alte Leier bekommt man schon oft genug auf Parties zu hören, wenn Leute nach dem 7. Glas einander im kulturkritischen Schwanzvergleich begegnen. Ich beschließe den Fernseher stehen zu lassen, bis der Regen seine letzten Schaltkreise zerstören wird.

Verkatzte Homoerotik

Kofferaumdeckel sind sehr beliebt, Symbole für soziale Gruppenzugehörigkeit und politische Meinung aufzukleben. Soeben hab ich vor meiner Galerie ein neues Zeichen entdeckt: Das Mischzeichen bedient sich der Regenbogensymbolik jener, die bei der Geschlechtspartnersuche lieber beim eigenen Geschlecht bleiben und einer Katze. Oder Kater. Das Homoerotik Tieren nicht fremd ist, ist wohl bekannt. Das dies bei Katzen mittels Aufkleber Kund getan wird, ist mir neu. Ich wünsche mir einen eigenen Christopher-Street-Day Wagen für diese Randgruppe!