Reise in die wunderbare Welt der Kleinmagazinzüchter

Die Hitze, die dem Frühling gefehlt hat kommt jetzt geballt und dient mir als Ausrede für Nachlässigkeit beim Schreiben. Am Wochenende war wie angekündigt Protestival. Ich hab Bilder gemacht, die schlummern aber noch in meiner Kamera und werden demnächst ihren Weg ins Internet finden.

Eine Diskussion in meinem Tagebuch als Vorlage für ein gedrucktes Heft.

Es gibt auch Sachen, die finden ihren Weg aus dem Internet auch wieder raus. Zum Beispiel die Kommentarschlacht zu meinem Artikel Der Boden des Konkreten. Angefangen hat das ganze mit einem für mich typischen Klugschissartikel über Blogs, Selbstreflektion und Metaebenen der den Begriff des Abstraktionsbalast eingeführt hat. Tamara, die dann später die Diskussion auch in ihrem selbstverlegten Magazin Transparent abdruckte machte Fernsehkonsum für die Abstraktionsschwäche vieler Menschen verantwortlich. In der Hitze des Gefechts um Massenmedien habe ich dann mal einen älteren zuvor noch nicht veröffentlichten Artikel zu Konsum und Kirche ausgepackt, der dann wiederum Pögönönö, einen scheinbar religiösen Diskutanten mit umlautreichen Pseudonym mit in die Diskussion gebracht hat. Meine Freude war groß, eine wortreiche Diskussion unterschiedlichster Ansichten fand auf meinem Blog statt. Gegen Ende des 29 Beiträge langen Kommentarblocks offenbarte Pögönönö seine (ihre) wahre Mission: Die Erde dafür vorzubereiten um sie in ein paar Milliarden Jahren in ein anderes Sonnensystem zu fliegen. Science Fiction, und das in meinem Blog. Super! Weiter ging die Diskussion beim Artikel Übergestülpte Fremdzukunft.

Es scheint weitere Freunde der Erdmobilmachung zu geben: Der Blog Armoniac hat da mehr dazu:

Planetenflottmachungsplan, gefunden auf Martin Armoniacs Blog.

Betrieben wird der von einem Martin E.T. Armoniac. Der malt und scheint aus Stuttgart zu sein. Meine Neugier wurde geweckt und ich klickte weiter: Martin malt auch für das Magazin Die unendliche Stadt. Das Stuttgarter Heft erscheint laut eigenem Bekunden seit Milliarden von Jahren stets bei Vollmond, hat das Format A5 und 10% der Einnahmen sind für einen guten Zweck.

Das Magazin „Die unendliche Stadt“ bezeichnet sich als das Begleitheft zum Umbau der Erde ins manövrierbare Großraumschiff.

Herausgeber sind Alicia Samt und Roman Zent, der Ex-Herausgeber des seriösen Groschenromans „Mareike die Raketenmaus“. Das Titelbild mit der sprechenden Ente kam mir bekannt vor. Ein Tag zuvor erschien die Ente schon auf dem Titelbild von Tamaras Magazin Transparent. Der Kreis schließt sich!

Die Ente scheint ein beliebtes Titelmotiv zu sein.

Welche Rolle spielt die Ente bei der Flottmachung der Erde für die große Reise? Welche Rolle spielt Pögönönö? Spricht Gott wirklich zu ihr oder ihm? Ich sehe dass ich in die wunderbare Welt der Stuttgarter Kleinmagazinzüchterszene gestolpert bin. Sie besitzen eine mir bis dato unbekannte Ästhetik, eine Mischung aus Word Art, den Simpsons, Coreldraw von 1995 und Psychedelik. Das trifft nicht ganz zu, aber da bin selbst ich um Worte verlegen. Schaut’s euch doch selbst an.

http://dieunendlichestadt.blogspot.com/
http://armoniac.blogspot.com/
http://www.magazintransparent.de/

PS: Die unendliche Stadt hat einen Architekturwettbewerb zum Erdumbau ausgerufen. Einsendeschluss ist der 26.7.2010. Zum nächsten Vollmond, wie hätte es auch anders sein können. Was werden die wohl tun wenn die Erde sich mal in Bewegung gesetzt hat? Dann kommt das ganze Rumgemonde aus dem Takt und keiner weiß mehr, wann das neue Heftchen kommt.

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