Mutter und Tochter


Im Fluxus was Neues: Mutter und Tochter machen Kunst und Mode.

artesari-8Kombinationen sind was Feines. Letzten Donnerstag bin ich über eine ganz besondere Kombination gestolpert: Kunst und Mode. Mutter und Tochter. Die Mutter: Suzanne Kolmeder. Malt abstrakte Bilder, deren Farben sich wie vielschichtig gewobener Stoff über die Leinwand legen. Wie Bouclé, eine Gewebe, welches besonders gerne von Chanel benutzt wird – oder von Sarah-Larissa Kolmeder. Wobei wir bei der Tochter wären.  Die junge Schneiderin mit Freude an Haute Couture nimmt Chanel-Stoffe und verpasst ihnen einen lässigen Schnitt. Als Poncho oder Pullover. Passende Accessoires inklusive.

artesari-3
Chanel zum Überwerfen: Sarah-Larissa Kolmeder neben ihrem Poncho

Bilder und Klamotten passen bestens zusammen, wie man im Fluxus diesen Monat wunderbar erkennen kann. Dort hat Sarah-Larissa zusammen mit der Modehändlerin Susanne Lohrmann (Twentytwo) für Dezember ein Ladengeschäft übernommen, in welchem sie die Kleider ihres Labels Artesari zusammen mit den Gemälden ihrer Mutter verkauft.

artesari-2
Suzanne Kolmeder hat nicht nur eine tolle Frisur, sie malt auch faszinierende Bilder.

Sarah-Larissa näht ihre Kleider selbst, es steckt viel Liebe für’s Detail drin. Wie in den Gemälden. Mein Versuch, sie zu fotografieren ist kläglich gescheitert. Man muss sie schon in echt sehen, um in ihrer Tiefe zu versinken. Passend heißt die Serie Deep Networks.

Sarah-Larissa Kolmeders Kompagnon Susanne Lohrmann hat eine Boutique im Stuttgarter Westen: twentytwo
Sarah-Larissa Kolmeders Kompagnon Susanne Lohrmann hat eine Boutique im Stuttgarter Westen: twentytwo
Die Bouclé-Stoffe von Artesari sind wunderschön lebendig.
Die Bouclé-Stoffe von Artesari sind wunderschön lebendig.
Passend zum Stoff: BIld von Suzanne Kolmeder
Passend zum Stoff: Bild von Suzanne Kolmeder

artesari-6 artesari-7

artesari-5
Passende Accessoires zu den Pullovern und Ponchos von Artesari

artesari-10 artesari-9

artesari-12
Und ja: Die Frisur von Suzanne ist wirklich toll.

artesari-13
Die Mutter-Tochter-Bilder-Klamotten-Kombination funktioniert nicht nur, sie bringt etwas wirklich Schönes hervor. Ein weiterer Grund, mal ins Fluxus zu schauen. Auch für Nichthipsterinnen.


Fluxus

Artesari

Artesari auf Facebook

Artesari shop

Suzanne Kolmeder

Suzanne Kolmeder auf Facebook

Twentytwo

Advertisements

weil Dora neues Shoppen will.


weil-dora-neues-shoppen-will

Herzlich Willkommen beim Fachblog für Shopping und andere Lebenslügen! Hier erfahrt ihr alles über angesagte Trends, wie zum zum Beispiel: Einkaufszentren! Es wird auch langsam Zeit, dass mal wieder eine neue Mall aufmacht. Während das Gerber irgendwas was von angesagter Lifestyle-Urbanität faselt, liefert das Milaneo gleich die eigene Daseinsberechtigung. „Weil Stuttgart neues shoppen will.“ Was will es? Neues shoppen oder neues Shoppen? Die Milaneo-Texter waren sich wohl uneinig und haben sich – zu Lasten der Orthographie – auf ’ne Hybridlösung eingelassen, bei der alles geht.

Ich will auch neues Shoppen. Ich will nicht in einen Kasten jenseits der Endzeitfilmkulisse, an der die Züge zu spät kommen, in einem Retortenviertel gehen müssen, in dem man nicht mal als Hund tot über den Zaun hängen will. Ich will nicht in Läden gehen, die Teile einer weltweiten Klonarmee sind. Ich will mich nicht mit Teenies im Styler-KiK an der Wühltheke prügeln und Geiz ist meiner Geilheit eher abträglich. Ich will von niemandem angesagt bekommen, welche Mode grad den gängigen Lifestyle ausdrückt. Ich will beim Shoppen die Stadt erleben, auch wenn sie nicht klimatisiert ist und dort auch Leute rumhängen, die keinen Konsum im Schilde führen, ausser vielleicht dem der Bierflasche in ihrer Hand.

Eine Antwort auf Stuttgarts Neushoppingwille wird es vorübergehend in den alten Calwerpassagen ab 1. November geben: „Fluxus Temporary Mall – Fashion, Design, Vintage, Zeitgeist.“ Die haben auch ’nen Batzen englische Wörter am Start und verschwinden wieder, bevor sie aus der Mode kommen, da das ganze auf drei Monate beschränkt ist. Die Läden sind exklusiver als im Milaneo, weil es die meisten sonst nirgendwo anders gibt. Man läuft dabei natürlich Gefahr, der urbanen Uniformierungspflicht nicht zu genügen oder mit Labels erwischt zu werden, die andere nicht sofort erkennen.

An der Calwer-Passage kann man auch schön im sehr kleinen sehen, was mit Einkaufskonglomeraten geschieht, wenn sie aus der Mode geraten. Zuerst verschwinden die Kunden, dann die Mieter und irgendwann werden dort Hunde begraben bis es renoviert oder abgerissen und neugebaut wird. Mit ein bisschen Glück gibt’s vorher eine Zwischennutzung mit Kunstgedöns wie in der Calwer Passage oder dem Utopia Parkway, der in den pregerberschen Bauten vor deren Abriss stattfand.

Ich bin mal gespannt, wie lange Gerber und Milaneo en vogue sein werden und wann die ersten Mieter die Segel streichen. Im Königsbau war ja schon nach ein paar Jahren postapokalyptische Leere in den oberen Stockwerken. Da Moden immer kürzer leben und nichts unsexier ist, als der Schnee von gestern, kann das bei unseren neuen Einkaufszentren recht schnell gehen. Wir sollten uns schon mal ein paar verwegene Zwischennutzungskonzepte ausdenken.

fluxusstgt.de