Analoge Katze, Mensch und Wald

Fotograf Calin Kruse, komplett unanalog mit Telefonkamera aufgenommen. Foto: mz

Gleich eine Woche, nachdem Peter Franck sein Atelier GLÜCKLICHUNDSCHOEN eröffnet hat, kommt schon die erste Ausstellung. Calin Kruse, der Herausgeber des wunderbaren dienacht-Magazins, das halbjährlich eine feine Auswahl an zeitgenössischer Fotografie und Illustration darbietet, zeigt eine Serie seiner eigenen Bilder. Schwarz-Weiß. Analog. Spontan. Roh. Bisweilen sogar sexi. Thea und ich sind mal hingegangen und haben uns das vor Ort angeschaut.

Knie beim Rasieren geschnitten und dann aufgekratzt. Foto: Calin Kruse

So wurde die Ausstellung angekündigt. Sehr poetisch, damit die Worte mehr als nur ein tausendstel Bild zu sagen haben:

No Real Time Info Available

vorsichtige Tritte auf zerbrochenem Glas, tappend durch die Nacht, sich ins Nichts vortastend

gebannt starren, sich spüren, und wittern

losgelöst, und wach

umgeben von wattiger, kühler Dunkelheit und Rausch und Neugierde und sanfte Bedrohung

durch klebrigen Staub und modriges Holz und spitzhackiges Gestrüpp und feuchte Erde und knirschende Steine

und die Dunkelheit, immer wieder die Dunkelheit.

Foto: Calin Kruse

Calin weiß, wie man sich im Netz verbreitet: Ein Katzenbild hat sich in die ansonsten eher von Modell Dafna Lazorrovitz dominierten Bilder geschlichen.

KATZE! Katzenfoto: Calin Kruse
WALD! Calin Kruse erfreut uns mit einem schattigen Waldbild.

Am besten schaut ihr euch die Bilder vor Ort an, sie hängen noch ein paar Tage bei Peter Franck im Altelier.

Fotograf und Nichtgalerist aber Aussteller Peter Franck. Das am Abend geschossene Foto von Peter sah nicht so prima aus, sodass ich einfach ein Selbstporträt von ihm genommen hab.

Atelier glücklichundschön
Rotebühlstrasse 109a
70178 Stuttgart

www.gluecklichundschoen.de

http://www.peterfranck.de/

Wer es nicht mehr dort hin schafft, schaut sich die Bilder im Netz an:

http://cargocollective.com/calin/No-Real-Time-Info-Available

https://www.facebook.com/media/set/?set=a.260134954091779.48120.100002858286267&type=3

http://cargocollective.com/calin

PS:

Das dienacht-Magazin lohnt sich, es zu besorgen. Es ist klein, fein und macht nicht arm.

dienacht, das Magazin von Calin Kruse. http://www.dienacht-magazine.com/

Ich bin wir


Für ein Wesen wie mich, dass sich durch die Kanäle der Social Medias bewegt wie andere auf der Straße ist Social Media Art natürlich faszinierend. Ein besonders interessantes Projekt ist mir da ca. 50 Meter materiellen Raumes entfernt von jenem Ort, den ich mein Heim nenne, begegnet. In der a+gallery in Stuttgart stellte der Künstler Wolf Nkole Helzle, sein Projekt vor: „I am we_interactive image“.

Das Ganze ist so eine Art Fototagebuch, bei dem jedes angemeldete Mitglied für jeden Tag in einem Kalender ein Bild hochladen kann. Die so zusammen getragene Bilderflut wird dazu genutzt, Mosaikbilder der Profilphotos von Teilnehmern zu erzeugen.

Das schattige Profilbild von Karin Rehm ist Vorlage für ein Mosaik aus Bildern von I am we.

So kann man sich selbst über andere verwirklichen, wird Teil eines Kunstwerks, ist eins und besteht aus vielen.

Die Mitglieder sind international und kommentieren die Bilder emsig gegenseitig und erfreuen sich darüber, dass aus der Masse ihrer Arbeiten wiederum neue Bilder geschaffen werden. Damit die so geknüpften virtuellen Bekanntschaften sich materialisieren können, gibt es das erste internationale Nutzertreffen mit Ausstellung in der a+gallery in Stuttgart vom Freitag, dem 13. Juli bis Sonntag dem 15 Juli. An den ersten beiden Tagen treffen sich die Mitglieder, am Sonntag um 11 Uhr wird dann die Ausstellung eröffnet, in der Mitglieder der Plattform Arbeiten vorstellen.

So auch die Künstlergruppe Schattenwald. Karin Rehm hat ihr Tagebuch mit ihren Schattenbildern gefüllt, Martin hat die Porträts, die er von mir gemacht hat, chronologisch angeordnet beigesteuert. Zur Ausstellung tragen sie mit drei Arbeiten bei, die sich aus einer Mischung aus virtueller und materieller Technik zusammensetzen und das Thema der I am we-Plattform aufgreifen. Karins Alter Ego Thea Schattenwald und ich sind Modell dafür gestanden, mehr erzähl ich dazu aber nicht, es soll sich schließlich lohnen, am Sonntag in einer Woche dort hin zu kommen!

www.helzle.com

www.interactive-image.org

a+gallery
Olgastrasse 138
70180 Stuttgart
+49 711 5044 9648

aplus-gallery.com
www.facebook.com/a.plus.creativespace

www.schattenwald.eu

Die Ausstellung läuft vom 15. Juli bis zum 15. August 2012

2011

Foto: Lisa Nerz (http://lisanerz.blogspot.com/)

2012 – Das Jahr des Weltuntergangs hat angefangen. Den Weltuntergang fürchte ich nicht, die Sonne geht ja schließlich täglich unter – und am nächsten Morgen dann doch wieder auf. Auch 2011 haben meine Welt und ich gut überlebt.

Gleich im Januar hab ich beschlossen, jeden Tag zu bloggen – Ein Vorhaben, an dem ich fulminant gescheitert bin. Aber Scheitern gehört bei mir zum Programm, ich vergrößre meinen Scheiterhaufen täglich. Apropos scheitern: Am meisten hab ich mich darüber gefreut, dass die CDU-Landesregierung und ihr ekeleregender Obermotz Mappus daran gescheitert sind, wiedergewählt zu werden. Wenngleich es bis heute nicht gelungen ist, Stuttgart 21 zu stoppen, hat es der Protest geschafft, die CDU nach 58 Jahren Herrschaft vom Tron zu verjagen! Der Ausstieg Deutschland aus der Atomkraft war mir ein inneres Lachsbrötchen und die schönste Belohnung für all das Frieren auf Demos letzten Winter.

Bild: Eva Teigelkötter

Am 25. Februar wurde ich 36 und viele Gäste kamen mit Geschenken! Da ich wissen wollte, wie meine Freunde sich mich vorstellen, bat ich sie ein Porträt von mir zu zeichnen, basteln oder schreiben. In der Stuttgarter Zeitung erschien ein Artikel über die Feier!

Im April habe ich meine erste eigene Ausstellung in der XS-Gallery in Stuttgart. Viele Leute kamen und tauschten Gedanken und Lebenslügen auf Post-Its mit mir aus.

Im Mai legte das Team Dora Asemwald Racing los und fuhr die Allgäu-Orient-Rallye, kam aber nie in Jordanien an. Eine Odyssee auf Seelenverkäufern durch’s Mittelmeer führte leider nicht ins Ziel.

Im  Sommer hab ich einen neuen Ort entdeckt, der mich begeistert hat: Unser Pavillon. Der containerartige Bau wurde von Künstlern erdacht und in den Mittleren Schlossgarten gestellt, genau zwischen die Zelte, die im Schlossgarten nach dem 30.9. letzten Jahres aufgestellt wurden. Dort hab ich die Pavillonistin, Kunsttherapeutin und Künstlerin Karin Rehm kennen gelernt und wir haben uns sofort ins Herz geschlossen! Zusammen mit ihr hab ich zuerst eine Ausstellung der Schlossgarten-Fotos von Frank & Steff und Peter Franck gemacht.

Das hat so schön geklappt, dass Karin bei mir in der Galerie einstieg und wir die  Künstlergruppe Schattenwald gegründet haben, über die es dieses Jahr noch mehr zu lesen gibt.

Im November habe ich dann ein paar Arbeiten zum Thema Widerstand gegen die Übel dieser Stadt im Pavillon ausgestellt und mit Karin zusammen neue Loch 21 Projekte durchgeführt. Die Galerie ist aus ihrer Totenstarre erwacht und das Loch wird weitergegraben!

Und zu guter letzt hab ich noch eine Band mit der Sängerin Maren Katze gegründet: Katzenwald. Die ersten 2 Lieder sind schon online!
http://www.myspace.com/katzenwald 

Alles in allem war’s ein großartiges Jahr, hab tolle Menschen kennen gelernt, wilde Sachen erlebt und viel Spaß gehabt. Für’s nächste Jahr ist auch schon so einiges geplant. So werde ich zum Beispiel in einem Krimi meiner Freundin Lisa Nerz mitmachen und weiterhin die virtuelle und begehbare Welt und den Raum drum herum ergründen. Ich freue mich wenn ihr wieder hier vorbei schaut!

Eure Dora

Wer wissen will, was 2010 bei so mir ging:

https://asemwald.wordpress.com/2011/01/04/freitagseintopf-2010/

Verlassen der Materialität

Vorgestern war ich mal wieder in der xsGallery, bei deren Eröffnung ich damals eine Ausstellung machte. Diesmal wurde ein Fotograf angekündigt, der etwas vom Verlassen der Materialität in seiner Ankündigung (siehe unten) schrieb. Da ich selbst dort immer noch nicht angekommen bin, interessiert mich das Thema natürlich. Also: Nichts wie hin. Die Bude und die davor liegende Straße sind zum Bersten voll, drinnen spielt schon eine kleine Band (eine Bigband hätte da wohl kaum Platz drin), die sich Wohoo! nennt, aber nicht so klingt.

Wohoo! machen Musik.

Schnell ein Bier holen und raus aus dem Gedränge, Bilderschauen muss warten bis sich das Ganze etwas leert. Draussen treffe ich den Künstler: Matthias Kaiser, ein junger Fotograf, der hier seine erste Ausstellung macht.

Matthias Kaiser, hier ganz materiell.

Er zeigt mir seine Bilder, in denen er Menschen in ihrem Alltag fotografiert hat. Fast ihrem Alltag, den sie hängen schwerelos über dem Boden. Befremdlich und faszinierend, das Verlassen der Materialität halt. Wer die Möglichkeit hat, sollte sich die Bilder heute oder morgen vor Ort anschauen (Heute von 19:00 bis 23:00, morgen von 14:00 bis 18:00). An der Wand wirken sie noch einiges schöner als auf dem Schirm. Für jene, denen der Sprung in die Materialität der Ausstellung verwehrt bleibt, habe ich die Exponate hier in digitaler Form.

Gleich das erste Bild, dass ich sehe kommt mir bekannt vor. Schauspieler Lukas wohnt im selben Haus wie ich, jetzt darf er über der Bühne schweben.
Ein alter Ofen der ehemaligen Sandwichbar zeigt ein Bild eines Ortes, an welchem Sandwichzutaten feilgeboten werden.
Erleuchtet am Badesee: Licht und Schatten wollen nicht ganz zusammenkommen.

Matthias in eigenen Worten:

Alltag.
Gleiche Muster, Rhythmen, Abläufe.
Rituale oder doch nur Arbeitstrott?
Freizeitspaß oder Beschäftigung?
Der Mensch als Gewohnheitstier kommt immer wieder zu den gleichen Plätzen zurück, macht die gleichen Sachen, muss sie tun.
Manchmal aber ist er nicht bei der Sache und verlässt diese Welt.

Tankar (schwedisch für Gedanken) visualisiert das Verlassen der Materialität.

 

https://www.facebook.com/tearoom.xsGallery

http://www.xsgallery.com/

http://www.matthiaskaiser.biz/ 

Gartenbilder

Die Ausstellung „Bilder aus dem Schlossgarten“ in „Unser Pavillon“ war wunderbar. Danke an die Fotografen Frank, Steff und Peter, an Karin vom Pavillon, an die Compagnia Sackbahnhof, die die Ausstellung mit ordentlich Musik angefeuert haben und an alle Gäste, die mit uns diesen schönen Abend gefeiert haben!

https://www.facebook.com/galerie.dora.asemwald

PS: Pandora Büchse war auch unter den Gästen, vielleicht seht ihr sie ja im Film.

 

 

 

 

 

 

Zwischen den Zelten

Es wurde ja auch höchste Zeit! Das Brachliegen meiner Galerie war mir eh ein Dorn im Auge, jetzt hab wieder was am Start. Diesmal geh ich aus dem Haus, in den Stuttgarter Schlossgarten. Dort steht „Unser Pavillon“, der einst als Camera Obscura den Bahnhof abbildete, jedoch zum Veranstaltungs- und Ausstellungsort für den kreativen Widerstand gegen den angedrohten Erdbahnhof mutierte. Heute ist da immer was los, nette Freiwillige kümmern sich um Besucher, hören sich Schimpftiraden jener an, die lieber eine Baugrube als die Zelte im Park hätten. Genau der richtige Ort und die richtigen Leute, um eine schöne Ausstellung zu machen.

Ausgestellt werden Fotos von Peter Franck und Frank Bayh & Rosenberger-Ochs, die die Zeltstadt im Park dokumentiert haben.

Montag, 5. September um 19:30
Unser Pavillon, Mittlerer Schloßgarten, Stuttgart

https://www.facebook.com/frankundsteff
https://www.facebook.com/peter.franck1

https://www.facebook.com/event.php?eid=107044349400516
https://www.facebook.com/pages/Unser-Pavillon/115978998485163

Die Welt geht unter, die Frisur sitzt.

Stuttgart, die Welt geht unter. Die Frisur sitzt. Diesen krassen Kontrast zwischen Innen- und Außenwelt inszeniert das Fotografenduo Frank und Steff, das zusammen mit Stylistin Fidan Baran und Visagistin Rahel Täubert auch Modell als Katastrophenopfer steht. Die Arbeit ist unter den drei Finalisten der Kategorie Lifestyle beim Sony World Photography Award 2011, dem weltgrößten Fotowettbewerb. Gratulation zur zweiten Nominierung. Die erste galt den Zeltstadtbilder aus dem Stuttgarter Schlosspark, die die beiden in der Kategorie Architektur eingereicht haben.