Das amerikanische Prüdheitsgebot

Wenn mich die Neugier packt, dann schau ich ab und zu mal wieder in’s Labor von Google, dort gibt’s immer was zu finden. Ein Haufen experimentelles Zeug liegt da rum und will ausprobiert werden. Manche Sachen verschwinden wieder in der Kiste, andere wie Google Earth kommen groß raus. Nach dem man dort Erde, Mars, Mond und den Himmel erkunden kann, geht’s bei der neuesten Erfindung um uns selbst: Google Body macht den Körper gläsern, wie man es von Menschverglasungsexperte Google erwartet. Ob Knochen, Adern oder Organe, man kann detailgenau den Leib so betrachten, wie Gott ihn angeblich geschaffen hat. Oder genauer gesagt: Den Amerikaner geschaffen hat – Unterwäsche inklusive.

Google muss sich herkunftsbedingt ans amerikanische Prüdheitsgebot halten. Darum sind gewisse Bereiche der menschlichen Haut weiterhin Terra Incognita im anatomischen Atlas. Mein Vorschlag an die Datenkrake mit dem Plus: Fragt doch vorher ab, wer da dem virtuellen Leib auf den Pelz rücken will. So kann man uns moralisch degenerierten Europäern auch mal einen nackten Arsch zumuten, in anderen Regionen gibt’s dann noch die Burka dazu.

Oder verpasst eurem Männchen / Mädel wenigsten ein bisschen schönere Unterwäsche. Dann gibt’s auch ein +1 von mir.

Neues von den Datenräubern

Google hat sich in der letzten Zeit ja sichtlich Mühe gegeben ihrem Motto „Don’t be evil“ die Substanz zu rauben. Auch in Stuttgart sind sie schon mit ihrem Datenräubermobil durch die Straßen gerollt und haben die W-Lans der Brezelredakteure und -informanten abgehört. Ihnen immer auf den Fersen: die Datenschützer! Also schnell durch die Gassen ziehen, so viel wie möglich Daten einheimsen und sich ja nicht von den bösen Geistern des Datenschutzes erwischen lassen. Kennen wir Generation Golfer irgendwo her, gab’s früher als Telespiel: PacMan.

Google hat sich nicht lumpen lassen und das eigene Logo umgebaut. Geht drauf und schaut’s euch an und spielt, so lange es da ist. Die Adresse kennt ihr ja.