Fluthilfe für’s Galao

20140318_The big Save Galao revue_0001

Gentrifizierung, der Tsunami der urbanen Entwicklung. Man kann sie nicht aufhalten. Man sollte an erhöhte Orte fliehen und nicht im Talkessel bleiben. In Stuttgart hat sie letztes Jahr das Libero weggeschwemmt, die UHU-Bar ist als nächstes dran. Häuser werden verkauft, saniert und die Wohnungen so teuer wie möglich verhökert. Kneipen, die die Viertel erst belebt und damit für Attraktivität – sprich höhere Mietpreise – gesorgt haben, können nicht mithalten oder sind erst gar nicht erwünscht. Wer will schon eine Wohnung für Unsummen kaufen, wenn nachts Gäste lärmen?

Unmittelbar bedroht: Das Galao, inmitten des Überschwemmungsgebiets Tübinger Straße und Marienplatz. Das Haus wird verkauft, die Kündigung droht. Wirt und Kulturbürgermeister der Herzen Reiner Bocka sieht nur einen Ausweg: den Laden selber kaufen. Mit Hilfe von Privatkrediten, Spenden und Crowdfunding. Da das Galao eine Menge glückliche Gäste hat, ist dadurch schon einiges zusammen gekommen. Jedoch noch nicht genug. Also: Helft mit!

Spendenkonto: Reiner Bocka IBAN DE45600501017869070023

www.startnext.de/galao4ever

Die Stadtisten haben eine kurze Reportage über das Galao gemacht:

Letzten Montag gab es im Merlin eine große Spendensammlerparty, bei der ein ganzer Haufen Bands gespielt haben. Hier noch ein paar Fotos von der tollen „the big ‚Save Galao‘ Revue“:

Galao4ever from Cafe Galao on Vimeo.

galao foundation song von TWO WOODEN STONES from Cafe Galao on Vimeo.

galao foundation song alin coen from Cafe Galao on Vimeo.

Lebendige Betonplatte

marienplatzfest

Ausgehtipp für Stuttgarter: Dieses Wochenende findet das zweite Marienplatzfest statt. Wer beim ersten war, weiß, dass dies (natürlich neben dem Heusteigviertelfest!) das Sahnehäubchen der Stadtfestsaison ist. Rainer Bocka ist für das Programm zuständig. Der Wirt der Kneipe Galao schafft es, jede Woche zweimal großartige Musiker aus aller Herren Länder in seinen Laden zu bekommen. Beim Marienplatzfest erwarte ich also wunderbare Musik. Schon letztes Jahr gab’s Tolles jenseits der schnöden Bratwurst zu essen und gestern hab ich beim Vorbeifahren schon gesehen, dass sie den Platz wieder mit Europaletten wohnlich einrichten.

Früher war der Marienplatz ein düsterer Dealertreff, bis er platt gemacht wurde. Viele beklagten die brutale Betonfläche, die nun in Mitten des Stuttgarter Südens klaffte. In einer Stadt, die gnadenlos in einen Kessel gestopft wurde, freut man sich jedoch über jede offene Stelle, weshalb der Marienplatz immer beliebter wird. Cafés, Restaurants, Eisdielen und ein etwas skurriler Burgerking (mit Straßenverkauf durch ein Wohnhausfenster) umringen nun den Platz, auf dem an schönen Tagen die Hölle los ist.

Ich freu mich schon auf heute Abend!

marienplatzfest.de/

facebook.com/Marienplatzfest

PS: Das Plakat wurde von Kleon Medugorac gestaltet, den ich für einen der ganz großen Illustratoren halte. Vielleicht zeichnet er mich ja mal eines Tages!