2011

Foto: Lisa Nerz (http://lisanerz.blogspot.com/)

2012 – Das Jahr des Weltuntergangs hat angefangen. Den Weltuntergang fürchte ich nicht, die Sonne geht ja schließlich täglich unter – und am nächsten Morgen dann doch wieder auf. Auch 2011 haben meine Welt und ich gut überlebt.

Gleich im Januar hab ich beschlossen, jeden Tag zu bloggen – Ein Vorhaben, an dem ich fulminant gescheitert bin. Aber Scheitern gehört bei mir zum Programm, ich vergrößre meinen Scheiterhaufen täglich. Apropos scheitern: Am meisten hab ich mich darüber gefreut, dass die CDU-Landesregierung und ihr ekeleregender Obermotz Mappus daran gescheitert sind, wiedergewählt zu werden. Wenngleich es bis heute nicht gelungen ist, Stuttgart 21 zu stoppen, hat es der Protest geschafft, die CDU nach 58 Jahren Herrschaft vom Tron zu verjagen! Der Ausstieg Deutschland aus der Atomkraft war mir ein inneres Lachsbrötchen und die schönste Belohnung für all das Frieren auf Demos letzten Winter.

Bild: Eva Teigelkötter

Am 25. Februar wurde ich 36 und viele Gäste kamen mit Geschenken! Da ich wissen wollte, wie meine Freunde sich mich vorstellen, bat ich sie ein Porträt von mir zu zeichnen, basteln oder schreiben. In der Stuttgarter Zeitung erschien ein Artikel über die Feier!

Im April habe ich meine erste eigene Ausstellung in der XS-Gallery in Stuttgart. Viele Leute kamen und tauschten Gedanken und Lebenslügen auf Post-Its mit mir aus.

Im Mai legte das Team Dora Asemwald Racing los und fuhr die Allgäu-Orient-Rallye, kam aber nie in Jordanien an. Eine Odyssee auf Seelenverkäufern durch’s Mittelmeer führte leider nicht ins Ziel.

Im  Sommer hab ich einen neuen Ort entdeckt, der mich begeistert hat: Unser Pavillon. Der containerartige Bau wurde von Künstlern erdacht und in den Mittleren Schlossgarten gestellt, genau zwischen die Zelte, die im Schlossgarten nach dem 30.9. letzten Jahres aufgestellt wurden. Dort hab ich die Pavillonistin, Kunsttherapeutin und Künstlerin Karin Rehm kennen gelernt und wir haben uns sofort ins Herz geschlossen! Zusammen mit ihr hab ich zuerst eine Ausstellung der Schlossgarten-Fotos von Frank & Steff und Peter Franck gemacht.

Das hat so schön geklappt, dass Karin bei mir in der Galerie einstieg und wir die  Künstlergruppe Schattenwald gegründet haben, über die es dieses Jahr noch mehr zu lesen gibt.

Im November habe ich dann ein paar Arbeiten zum Thema Widerstand gegen die Übel dieser Stadt im Pavillon ausgestellt und mit Karin zusammen neue Loch 21 Projekte durchgeführt. Die Galerie ist aus ihrer Totenstarre erwacht und das Loch wird weitergegraben!

Und zu guter letzt hab ich noch eine Band mit der Sängerin Maren Katze gegründet: Katzenwald. Die ersten 2 Lieder sind schon online!
http://www.myspace.com/katzenwald 

Alles in allem war’s ein großartiges Jahr, hab tolle Menschen kennen gelernt, wilde Sachen erlebt und viel Spaß gehabt. Für’s nächste Jahr ist auch schon so einiges geplant. So werde ich zum Beispiel in einem Krimi meiner Freundin Lisa Nerz mitmachen und weiterhin die virtuelle und begehbare Welt und den Raum drum herum ergründen. Ich freue mich wenn ihr wieder hier vorbei schaut!

Eure Dora

Wer wissen will, was 2010 bei so mir ging:

https://asemwald.wordpress.com/2011/01/04/freitagseintopf-2010/

Dora 1-3 im Balkan

Das Rallyeteam Dora Asemwald Racing ist unterwegs nach Jordanien!

Hier sind die Geschichten der ersten fünf Tage, wie sie die Jungs hier her geschickt haben. Leider gibt’s noch keine Bilder.

Kurz gefasst: Am ersten Tag ging’s los in Oberstaufen, Serpentinen über die Dolomiten bis vor die Slowenischen Grenze. Dora 1 unter Taubenreichen Baum geparkt und am nächsten Tag die Kacke wieder abgekratzt. Am zweiten Tag die Grenze nicht gefunden, durch den Balkan gedonnert und in Serbien mit zwei bosnischen Mädels in ein Hostelzimmer quartiert worden. Am dritten Tag mussten die Jungs den landessprachlichen Ausdruck für Drosselklappe rausfinden. Ohne Google. Also mit Fragen. Klapski Drosselvic, oder so ähnlich. Das Soundsystem von Dora 3 konnte mir einer leeren Keksverpackung repariert werden. Am vierten Tag in Bulgarien Strafzettel bekommen, andere Teams getroffen und über Griechenland in die Türkei gefahren. Heute haben die Jungs eine Menge Aufgaben in Istanbul vor sich …

Und hier die ausführlichen Berichte. Entschuldigt den Umlautmangel der balkanischen Tastaturen. Hoffentlich gibt’s bald mal Bilder.

Tag Eins … oder beinahe Rijeka

So, die erste Etappe liegt hinter uns. Aufwachen wollten wir in Betten in Rijeka, geworden sind es Feldbetten und Autositze an der Strandpromenade von Trieste. Dafür mit Meerblick.

Im Moment warten wir darauf, dass der Wasserkocher für den Zigarettenanzünder doch noch Leistung zeigt. Unser Equipment muss sowieso noch seine Rallyetauglichkeit zeigen. So haben wir gestern noch über den Eiskratzer aus Dora 1 gelacht, um ihn heute morgen gleich für die Entfernung von gefühlten Kilos Taubensch… auf Dora 1 zu verwenden.

Gefahren sind wir eine wirklich traumhafte Strecke. Nach Erledigung der Startprüfungen in Oberstaufen haben wir die Alpen und die Dolomiten überquert; zehn Stunden Serpentinen, ein Traum. Damit liegen Deutschland, Österreich und Italien hinter uns, Slowenien direkt vor uns. Unsere Doras spielen fantastisch mit – sie werden mit jedem Kilometer besser. Dafür füttern wir sie auch mit ausgewählten Betriebsstoffen.

Tag 1 in Zahlen:

Start 10:04, Erhalt Roadbook 10:45, Steine 11:10, letzte Mahlzeit in Deutschland 12:00 Schnitzelalm Ankunft 1:15

3 Länder, 583km

Tag Zwei … die Irrfahrt

Nachdem der Tag mit grossflaechigem Abbau von Taubenguano besch … begonnen hat (schlafe nie unter einem gurrenden Baum), hat sich unsere Gluecksstraehne nahtlos fortgesetzt (an dieser Stelle entschuldigt die fehlenden Umlaute; serbische Tastatur…).

Fuer den Grenzuebertritt haben wir satte zwei Stunden gebraucht. Nicht dass es uebermaessig kompliziert waere – man faehrt einfach drueber – aber finden muss man ihn halt. Damit hat der Tag mit ca. 100km und zwei Stunden Rueckstand begonnen.

Um es kurz zu machen, wir haben aufgeholt. Nach 16 Stunden fahrt ohne nennenswerte Pausen und ungefaehr 700km sind wir wieder im Plan. Dabei sind wir von Italien ueber Slowenien, Kroatien, vorbei an der Bosnischen Grenze nach Serbien gefahren.

Auf der letzten Rille sind wir in unsere Hostel angekommen. Unser Gastgeber – raketenvoll – hat uns fuer stolze neun Euro mit zwei bosnischen Maedels in einem Zimmer einquartiert. Die sind noch feiern. Schade, dass wir ihr Gesicht nicht sehen koennen Er hat uns auch super in den Parkplatz eingewiesen; quer ueber den Bordstein. Ok, es ist eine Rallye.

Und sonst?

Die Autos? Bei Dora 3 klemmt das Zuendschloss – jeder Start ist ein Erfolg, bei Dora eins werden wir den Auspuff morgen mal unter die Lupe nehmem. Der Oelverbrauch ist in der Toleranz. Bisher sind es wahre Schaetzchen.

Die Fahrer? Hungrig, durstig, aber kein bisschen muede. Wir feiern noch ein bisschen in Novi Sad. Grund genug haben wir!

Zwei Tage bisher, ein riesen Spass, ein grosses Abenteuer – jetzt schon!

Tag 2 …. Nachtrag

Sodele, wir waren lange genug wach um unsere bosnischen Mitbewohnerinnen noch kennenlernen zu duerfen – so sieht also Begeisterung aus? Wir muessen dringend unser Wertesystem ueberdenken.

Vergessen haben wir auch, ein bisschen was ueber die Strecke zu erzaehlen. In Kuerze: traumhaft. Nicht ganz so wie die Alpen, aber auf jeden Fall anspruchsvoll. Wir hatten enorm Spass.

Und noch eine Kurze Korrektur der Zahlen: 770 km in 16 Stunden …. und immer noch kein bisschen muede …. noch

Tag 3 … klapski drosselvic oder so aehnlich

Fuer heute hatten wir uns eher einen lockeren Tag ausgemalt, mit der bisher kuerzesten Strecke. Dabei haben wir folgendes festgestellt: Entfernungskilometer sind ungleich Streckenkilometer. Oder konkret: 470 geplante Kilometer entsprechen mehr als 600 echten….

Entsprechend erwarten wir den Gewinn der Sonderwertung „laengste Abkuerzungen“

Zweiter Erkenntnisgewinn: gelegentliches Duschen foerdert das Raumklima, speziell in den Fahrzeugen. Aber mit den bisher ersparten Uebernachtungskosten koennen wir bald mal echte Zimmer mieten

Als Tagesaufgabe mussten wir heute in der Werkstatt unseres Vertrauens die Uebersetzung fuer Drosselklappe in der Landessprache herausfinden (in unserem Fall:serbisch) Unser spontaner Tipp – klapski drosselvic – hat sich am Ende als gar nicht so falsch herausgestellt. Check

Heute morgen haben wir auch das erste mal wieder Teams der Rallye gesehen und getroffen. Insgesamt scheinen wir gar nicht schlecht zu liegen, wenigstens morgens

Tatsaechlich hatten wir heute auch unsere erste Polizeikontrolle. Aber wir haben uns fleissig an den Ehrenkodex der Rallye gehalten – nicht erwischen lassen. Insgesamt sind wir sehr brav.

Autos und Team sind weiter wohlauf, Ausser einer leeren Keksverpackung zur Reparatur des Soundsystems von Dora 3 (erfolgreich) haben wir noch keine Ersatzteile gebraucht.

Und wie geht’s weiter?Aufgrund unsere bisherigen Erfahrungen haben wir uns fuer morgen erst einmal vorgenommen, uns fuer drei Stunden zu verfahren. Ist nicht unbedingt zielfuehrend, hat sich aber unbedingt bewaehrt.

Naehster Halt: Istanbul! Wir berichten.

Und, ach ja: vielen Dank fuer eure netten Kommentare und Nachrichten. Wir lesen das. Leider ist unsere online-Praesenz rar, deshalb sorry, wir antworten selten

Tag 4 … die Irrfahrt geht weiter

Veröffentlicht am Mai 4, 2011 von feppinger| Hinterlasse einen Kommentar

Der Tag hat wunderbar begonnen. Mit bulgarischen Strafzetteln. Fuer abgelaufene Parkuhren. Dafuer haben wir endlich unsere Postkarte abgesetzt, auf der wir eine vorgegebene arabische Adresse draufmalen muessen … mal sehen, wo die ankommt und wen wir da – selbstredend ungewollt – beleidigt haben.

Die Fahrt war wieder lang, aber traumhaft, und hat uns durch einen bulgarischen Nationalpark und ueber viele Landstrassenkilometer nach Griechenland gefuehrt (die bulgarisch-tuerkische Grenze haben wir nicht gefunden). Dort haben wir zuerst unsere Freunde vom schweizer Team getroffen (die sich vor lauter Wiedersehensfreude gleich am Bordstein einen Platten gefahren haben), dann noch ein weiteres Team. So langsam kommt das Feld wieder zusammen.

Im uebrigen kriege ich dank der tuerkischen Tastatur ein Gefuehl dafuer, wie viele i in der deutschen Sprache stecken – die Taste ist anders belegt – und demnaechst einen Nervenzusammenbruch deswegen.

Von Umlauten habe ich mich gedanklich sowieso schon verabschiedet.

Das wichtigste am Schluss: Autos und Fahrer sind wohlauf.

Tag 5 … İstanbul, Regen, die Frisur sitzt

Heute gab es Gelegenheit, mal wieder richtig auszuschlafen. Das haben wir auch genutzt. Na ja, die meisten. Oder wenigstens ein paar Heute waere sowieso ein Tag fuer das Bett: stroemender Regen. Aber trotz des schlechten Wetters werden wir uns heldenhaft unseren Aufgaben stellen, die da waeren:

  • ueberredet einen gebuertigen und in der Tuerkei wohnhaften Tuerken zum trinken einer aus dem Allgaeu mitgebrachten Flasche Bier und schreibt eine Postkarte an die Brauerei
  • Ueberlebt den heutigen Le Mans Start auf dem Hippodrom und setzt im Berufsverkehr mit der Faehre ueber den Bosporus
  • lasst euch von einem freundlichen Fan das Fehnerbaçe Lied beibringen. Fahrt ins Stadion, ueberreicht einem Offiziellen des Clubs einen mitgebrachten Wimpel (Stuttgarter Kickers ) und singt vor laufender Fersehkamera das Lied. Danke liebes OK!

Leider bleibt uns wenig bis gar keine Zeit, uns die Stadt anzuschauen, den morgen frueh geht es nach Ankara …. wir berichten.

Fußbälle, ungelegte Eier und der Lurch des Jahres.

Grmpf, jetzt hab ich mir umsonst einen angesoffen. Außer den Spaniern im Fußballfanclub „Peña Real Madrid“ direkt vor meiner Wohnung will keiner mit mir feiern, und ich mit mir auch nicht. Eigentlich bin ich ja sonst nicht so fußballfreudig, aber wenn die Stimmung gut ist reißt es mich halt mit. Mit miesen Laune will ich nichts zu tun haben. Zum Glück ist Fußball nicht mein Leben, außer heute Abend vielleicht.

Ansonsten fieber ich gerade für etwas ganz anderes: Gestern wurde mir die Rennleitung eines Rallyeteams angetragen, wir haben uns für die Allgäu–Orient Rallye angemeldet und hoffen, dass wir zu den glücklichen gehören, die einen Startplatz bekommen. Das Team Dora Asemwald Racing wird dann mit drei Autos die mindestens 20 Jahre alt sind nach Amman in Jordanien fahren und dabei auch noch Hilfsgüter mitnehmen. Sobald wir die Teilnahmebestätigung erhalten haben geht die Sponsorensuche los, Fahrertraining und kulturelle Vorbereitung auf die Fahrt durch Balkan und Orient. Dazu gibt es jedoch mehr im Falle einer positiven Antwort. Daumen drücken!

In den Räumen meiner Galerie darf ich wie einigen hier bekannt ja nicht mehr feiern, aber ich bin schon an was für den Herbst dran. Die Künstlerin steht, auch ein Raum für einen Abend haben wir gefunden. Doch dazu mehr wenn es aktuell wird. Ich weiß, das sind ’ne Menge ungelegte Eier hier, aber auch irgendwann muss das Huhn sie doch abladen. Sonst platzt es. Was passiert eigentlich mit Hühnern mit Verstopfung? Eiern die munter weiter bis es sie zerreisst? Bin ich froh dass ich ein Säugetier bin. Das Eierlegen sorgt so schon für genügend miese Laune jeden Monat. Ich hätte auch keine Lust dann eines Tages neuen Monate auf einem Ei zu sitzen. Ich tät’s dann lieber den Geburtshelferkrötinnen gleich, die alle Eiern an das Männchen hängen.

Aber mit den Menschenmännern kannst du das vergessen. Warum werden Tiermänner immer Männchen genannt, Menschenmännchen aber Mann? Sinnlose Frage mit der ich hier nur den Blog vollschreibe weil mir sonst nicht besseres einfällt. Ich hör lieber auf bevor ich noch über den Lurch des Jahres philosophiere, der dieses Jahr ja – wie wohl jeder weiß –der possierliche Teichmolch ist. Zu viele ungelegte Eier eben. Morgen wird mir was Besseres einfallen. Gute Nacht!