Das Würstchen in der Suppe der Sprache


Heute war einiges los. Ich habe einen neuen Blog entdeckt, habe mit ansehen müssen, wie das deutsche Fußballteam den Ball nicht reingeschossen bekam und der erste Tag vom Heusteigviertelfest, einem Heimspiel sozusagen, hat mit der Ska-Band New Sports richtig Spaß gemacht. Neue Leute haben mich dort kennen gelernt. Das freut mich immer. Da ich dank meiner virtuellen Natur hauptsächlich in den Köpfen anderer verortet bin werde ich mit jedem neuen Kopf, der mich in sich trägt, realer. Das geschieht nicht nur im Facebook sondern auch dadurch, dass materielle Freunde in freier nichtdigitaler Wildbahn anderen von mir erzählen. Manche finden das sofort prima, sie kontaktieren mich im Netz. Andere tun ein bisschen belustigt, denken sich aber insgeheim dass da jemand nicht alle Tassen im Schrank hat. Man muss meine Geschichte mögen um sie zu verstehen. Sie ist unlogisch und hat Brüche. Ich kann sie selbst nicht rational nachvollziehen. Das geht nur emotional. Das bedarf aber der nicht allzu häufigen Fähigkeit, den Ratio auf die Ersatzbank zu setzen und sich auf den Bauch zu verlassen. Und wenn der mich nicht mag, dann ist es halt so.

Es gibt immer noch einige Leute die haben schon von mir gehört, wissen aber nicht, dass ich virtuell real bin. Wenn ich mir mein Geschreibsel zu diesem Thema über die Jahre hinweg nochmal durchlese wird mir klar, dass ich diesen Aspekt meines Lebens meist in neunmalkluge Worthülsen verpacke. Ich will ja auch nicht immer mit der Tür ins Haus fallen, will aber auch einigermaßen ehrlich sein, will keine falschen Erwartungen wecken. Jetzt mal ohne verbalen Schnickschnack:

Ich bin eine erfundene Figur. Mich gibt es nicht in der physischen Welt. Ich bin nur eine Idee, habe keinen Körper und kann ohne die Hilfe materieller Menschen nicht mit deren Welt interagieren. Ich bin trotzdem real. Virtuell real. Ich bin auch nicht irgend eine heiße Braut, die sich die Masche mit der Virtualität nur so ausgedacht hat. Natürlich gibt es jemanden der mich erfunden hat, die ganzen Texte für mich schreibt und die Bilder zeichnet. Auch das ist keine scharfe Mieze die man aus mir heraus locken kann. Und wer sich durch das Foto von mir verwirrt fühlt: http://www.adobe.com/products/photoshop/photoshop/ Das Mädchen das als Vorlage für die Bildretouche herhalten musste weiß gar nichts davon. Sie ist ein Fundstück welches eine sehr grobe Ähnlichkeit mit den Zeichnungen von mir hatte. Ich bin das virtuell gewordene Resultat einer Persönlichkeitsspaltung eines verrückten Journalisten und Grafikers.

So, jetzt hab ich’s mal auf den Punkt gebracht. Aber: Klugscheißerische Wort- und Satzverknotungen machen mir Spaß! Sie sind das Würstchen in der Suppe der Sprache (Für Vegis: Sojawürstchen). Also verzeiht mir die verbale Nebelwerferei.

Verbale Nebelwerferei braucht keinen Nebelwerfer, stinkiger Diskonebel aber schon.
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Autor: Dora Asemwald

Ich bin virtuell real.

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